Autoversicherung

Grundsätzlich ist der Autofahrer in Österreich zum Abschluss der gesetzlichen Haftpflichtversicherung verpflichtet. Die Mindestsumme der Haftpflichtversicherung für Autofahrer beträgt zurzeit 6 Mio. Euro. Mit der gesetzlichen Haftpflicht sind jedoch für den KFZ Halter nicht alle Schadensfälle abgedeckt, die auftreten können.

Diese Versicherung haftet auch nur für Schäden, die anderen bei einem Schadensfall entstehen. Darum empfiehlt es sich in jedem Falle darüber hinaus noch freiwillig eine Autoversicherung abzuschließen.

Die Kosten für die Autoversicherung sind generell nach der Motorleistung des Autos und dem Bonus-Malus System ausgerichtet. Das Bonus-Malus System soll als Regulativ für das Fahrverhalten gelten. Zu Beginn wird dabei jeder Autofahrer in die Stufe 9 eingesetzt. Fährt er im vorgeschriebenen Beobachtungszeitraum unfallfrei, so sinkt die Einstufung um eins, wird ein Schaden verursacht, steigt der Autobesitzer auf.

Des Weiteren gibt es im Versicherungssystem noch eine Reihe von Rabatten, wie beispielsweise für Frauen und für Senioren. Neulingen auf den österreichischen Straßen wird vielfach vom Versicherer ein Selbstbehalt auferlegt. Das heißt, im Schadenfall, dass der Fahrer einen hohen Teil oder ganze Kosten selbst trägt.

Die Rahmenbedingungen für KFZ Versicherungen sind gesetzlich im österreichischen Versicherungsvertragsgesetz, §§ 145 bis § 158 geregelt. Hier sind Rechte und Pflichten beider Parteien, also Versicherer und Versicherter, in Grundsätzen festgeschrieben. In diese Regelung sind alle Versicherer in Österreich eingebunden. Trotzdem gibt es natürlich, dem freien Markt entsprechend, sehr große Unterschiede der Leistungen und auch der Preisniveaus der verschiedenen Versicherer.

Unabhängig davon, ob es sich um die erste Anschaffung eines Autos handelt, oder ob nach einem Neukauf, einer Schadenreglierung und wegen anderer Umstände ein Versicherungswechsel vollzogen werden soll, wirft sich die Frage nach der richtigen Versicherung auf. Damit stellt sich zu erst die Frage, ob Teilkasko oder Vollkasko versichert werden soll. Dabei kann die Teilkasko Versicherung Schadenfälle durch äußere Beschädigungen, Diebstahl fester Teile, außerdem Brand-, Glas-, Wetter- und Wildschäden abdecken, was im Falle solcher Vorkommnisse schon eine bestimmte Sicherheit gewährleistet.

Die Vollkasko Versicherung geht noch über diese Regularien hinaus. Sie versichert auch Schäden durch mutwillige Zerstörungen am Auto, ebenso tritt sie auch bei Unfällen ein, die der Fahrer selbst verschuldet hat. Zum letzteren kann es schneller kommen, als man es sich wünscht.

Auch ein umsichtiger Fahrer kann einmal in die Situation kommen, wo er zum Verursacher eines Unfalls wird, sei es durch Sichtbeeinträchtigung, schlechte Straßenverhältnisse oder durch Dinge, die seine Persönlichkeit betreffen, wie Krankheit, Schwindel, Sehstörungen und dergleichen mehr. Selbstverständlich tritt in solchen Fällen der Versicherungsschutz nur dann ein, wenn der Fahrer nicht grob fahrlässig zum Verursacher des Unfalls geworden ist.

Dazu zählt das Führen des Autos unter gesetzlich untersagten Vorraussetzungen, wie Alkoholgenuss, Medikamentenwirkungen, Rauschmittel, Wissen um Schäden am Auto und mehr. Die Einbeziehung mutwilliger Fremdbeschädigung, wie in Fällen von Vandalismus, ist besonders dann von Vorteil, wenn das Auto auf einer Straße abgestellt ist, wenn in der betreffenden Gegend solche Vorfälle gehäuft vorkommen. Nicht jedem steht eine Garage zur Verfügung.

Darum ist auch die Garagenstellung ein Pulspunkt der Prämienberechnung.Trägt das Auto einen Totalschaden davon oder wird es gar gänzlich gestohlen, so steht die Vollkasko für den Wert der Wiederbeschaffung ein. Der Wertberechnung wird der Fahrzeugwert zurzeit von Unfall oder Diebstahl zugrunde gelegt. Darum ist bei sehr alten Autos überlegenswert, ob sich die Vollkasko Versicherung lohnt. Das trifft auch dann zu, wenn nicht beabsichtigt ist, das Auto über längere Zeit zu fahren, Österreich zu verlassen oder wenn das Auto in absehbarer Zeit in einen Dienstwagen umgewandelt werden soll.

Teilkasko Versicherungen und Vollkasko Versicherungen können bei der Prämienzahlung günstiger gestaltet werden, wenn ein höherer Selbstbehalt vereinbart wird. In der Regel liegen die Sätze für Selbstbehalte zwischen 150 Euro und 1.000 Euro. Wird beispielsweise der Selbstbehalt auf 500 Euro oder gar darüber vereinbart, so wirkt sich dies merkbar mindernd auf die zu zahlende Prämie aus.

Es ist also gut zu überlegen, ob es nicht günstiger ist, im Schadenfall eine überschaubare Summe selbst zu übernehmen und dafür auf lange Sicht an den regelmäßigen Prämienzahlungen zu sparen.

Die Mehrheit der Versicherer in Österreich bietet zusätzlich zu den Versicherungsleistungen einen Schutzbrief an. Dieser Schutzbrief beinhaltet, dass im Falle eines Unfalls oder eines Schadensfalls am Auto, die Versicherung auch noch den Rücktransport des Autos übernimmt, ebenso die Anlieferung von nötigen Ersatzteilen. Darüber hinaus sichert der Schutzbrief den Krankentransport, unumgänglich anfallende Übernachtungskosten und notfalls die Bergung des Fahrzeugs. Die Wirksamkeit des Schutzbriefes erstreckt sich auch auf die Länder der Europäischen Union.

Viele Versicherer haben in ihre Leistungen bereits die so genannte Mallorca-Police aufgenommen. Damit sind Schadensfälle versichert, die mit einem Leihwagen, beispielsweise während einer Urlaubsfahrt, zustande kommen. Zwar gibt es in allen europäischen Ländern gesetzliche Haftpflichtversicherungen, jedoch sind die Deckungssummen sehr unterschiedlich angesetzt.

Sie liegen vielfach weit unter denen, die in Österreich gelten. Wer sich häufig im Ausland aufhält und dort Leihwagen fährt, sollte sich informieren, ob seine bevorzugte Versicherung auch diesen Schutz anbietet.Für Informationen und Vergleichen österreichischer Versicherer gibt es im Internet ausgezeichnete Vergleichsportale und Kostenrechner.