Kinderbeihilfe in Österreich

Wer selber Kinder hat, der weiß, dass sich das Leben mit Kinder wesentlich schwerer gestaltet als ohne Kinder. Man trägt nicht nur Verantwortung für ein weiteres Leben, nein, man muss auch das finanzielle managen und das erweist sich nicht immer als all zu leicht. Deswegen hat der Staat eine Sonderregelung eingeführt, durch die Familien je nach Anzahl ihrer Kinder auch die ihnen zustehende Unterstützung erhalten. Was in Deutschland als Kinderbeihilfe bezeichnet wird, findet man in Österreich unter der Bezeichnung „Familienbeihilfe“.

Wie hoch ist die Kinderbeihilfe in Österreich?

Die Höhe der Kinderbeihilfe in Österreich hängt von dem Alter des Kindes ab und steigt mit zunehmender Menge an Kindern. Das bedeutet, dass Familien mit mehreren Kindern auch mehr Kindergeld erhalten als Familien mit einem Einzelkind. Dieses Ansteigen der Kinderbeihilfe mit zunehmender Anzahl an Kindern nennt man „Geschwisterstaffel“. Dabei ist es vollkommen gleichgültig wie hoch der Gehalt der erwerbstätigen Elternteile in der Familie ist. Jedem Kind in Österreich steht der gleiche Betrag zu, ganz egal welcher sozialen Schicht oder Einkommensklasse die Familie angehört. Die Auszahlung der Kinderbeihilfe erfolgt solange bis das Kind selber berufstätig wird oder aber wenn bei einem längeren Zeitraum kein Erwerbseinkommen eintritt und die Annahme einer Berufsstelle nicht in Aussicht ist, so wird die Kinderbeihilfe nach dem vollendeten 27. Lebensjahr eingestellt. Ab dem 28. Lebensjahr einer Person ist demnach der Anspruch auf ihre Kinderbeihilfe aufgehoben.

Wann wird die Kinderbeihilfe ausbezahlt?

Update: Ab dem September 2014 wird die Kinderbeihilfe in Österreich monatlich ausbezahlt!
In der Regel erhält jede Familie diese Kinderbeihilfe in einem Abstand von zwei Monaten. Also jeden 2. Monat zahlt der Staat an die jeweilige Familie die Kinderbeihilfe aus. Für gewöhnlich hat die Mutter Anspruch auf Auszahlung der Kinderbeihilfe auf ihren Konto. Sie ist gewissermaßen für die Einteilung des Geldes der Kinderbeihilfe für ihre Kinder verantwortlich. Selbst wenn beide Elternteile eine normal verlaufende Ehe führen und auch zusammenleben, steht der Mutter und nicht dem Vater die Kinderbeihilfe zu. Sollte die Mutter jedoch, aus welchen Gründen auch immer, einen Einwand dagegen erheben, so kann sie einen Antrag darauf stellen, dass der erziehungsberechtigte Vater die Kinderbeihilfe erhält.

Dies kann zum Beispiel erfolgen, wenn die Kinder eines geschiedenen Paares bei ihrem Vater leben und er somit auf die Kinderbeihilfe für seine Kinder angewiesen ist. Schließlich übernimmt er dann die Verantwortung für ihre Erziehung, schulische Bildung, etc. und muss ihnen ein angemessenes „Groß-Werden“ und Leben gewährleisten. Generell besteht in so einem Fall eine Anspruchsberechtigung auf Kinderbeihilfe beim alleinerziehenden Elternteil.

Wann entfällt die Zahlung der Kinderbeihilfe?

Eine Ausnahme bei der Kinderbeihilfe bzw. Familienbeihilfe, wie es in Österreich heißt, gibt es jedoch oft bei den männlichen Kindern. Sobald die Jungs ihren gewünschten Schulabschluss oder aber Ausbildung fertig haben, müssen sie je nach Ausmusterung oder persönlicher Einstellung den Wehrdienst oder Zivildienst für ihr Land ableisten. In diesem Zeitraum entfällt die Kinderbeihilfe für das jeweilige Kind komplett. Dies muss aber keineswegs als Nachteil gesehen werden, wenn man bedenkt wie hoch der Verdienst für einen Wehrdienstleistenden während seiner Zeit bei der Bundeswehr ist.
Nun stellt sich natürlich die Fragen mit welchen Geldern diese Kinderbeihilfe bzw. Familienbeihilfe finanziert wird.
Und zwar müssen Unternehmen je nach Höhe der Lohnsumme einen bestimmten Betrag an Lohnnebenkosten einbezahlen. Diese Einbezahlung erfolgt in die österreichischen Familienlastenausgleichsfonds. Und aus diesen Fonds widerrum wird dann die Kinderbeihilfe an die Familien mit Kindern ausbezahlt.

Um diesen Antrag bzgl. Kinderhilfe zu stellen, muss man die zuständige Stelle aufsuchen. Bei dieser handelt es sich oft um das Wohnsitzfinanzamt. Der Ablauf für den Erhalt der Kinderbeihilfe erfolgt wie folgt: Zuerst muss man bei der zuständigen Stelle die Kinderbeihilfe beantragen. Dabei ist es vollkommen gleichgültig, ob man den Antrag persönlich stellt, oder aber ihn schriftlich einreicht. Das Ergebnis ist das Gleiche. Um an ein solches Antragsformular zu gelangen, kann man, wie bereits erwähnt, die zuständige Stelle aufsuchen und sich dort ein Antragsformular holen. Es gibt aber auch die Möglichkeit sich solch ein Formular aus dem Internet auszudrucken. Beide Formulare sind verwendbar.

Des Weiteren gib es auch noch einen Kinderabsetzbetrag. Diesen Absetzbetrag erhält der Antragsteller als eine Art Negativsteuer ausbezahlt. In Österreich umfasst dieser Absetzbetrag zur Zeit in etwa 50,90 € pro Kind und wird jeden Monat erstattet. Jede Familie die Kinderbeihilfe beziehen will und dazu auch noch steuerpflichtig ist, hat ein Recht auf den Kinderabsetzbetrag. Die Ausbezahlung dieses Betrags erfolgt nicht gesondert, sondern zusammen mit der regulären Kinderbeihilfe. Auch eine zusätzliche Beantragung dieses Absetzbetrags ist nicht notwendig, sondern erfolgt mit der Kinderbeihilfe bzw. Familienbeihilfe. Den Anspruch auf diesen Kinderabsetzbetrag hat jede Familie. Ganz egal, ob sie keine Steuerleistung erbringt oder auch nur eine sehr geringe Steuerleistung.

Alles in Allem lässt sich die Kinderbeihilfe als eine sehr nützliche und in manchen Familien auch recht notwendige Unterstützung des Staates kennzeichnen. Je mehr Kinder eine Familie hat und je notwendiger die Förderung und Unterstützung dieser Familie auf finanzieller Ebene wird, umso mehr hilft der Staat durch die Kinderbeihilfe den erziehenden Eltern bei ihrer Aufgabe, zumindest was den Kostenaufwand pro Kind betrifft.
Es ist auch nicht entgangen, dass desto älter die Kinder werden, dass dann auch umso mehr finanzielle Unterstützung gebraucht wird und diese mit einem ansteigenden Betrag gewährleistet wird.