Kindergeld und Kinderbetreuungsgeld

Hinweise zur Familienbeihilfe und dem Kinderbetreuungsgeld in Österreich

Familien, welche in Österreich leben, haben folgende Möglichkeiten der finanziellen
Unterstützung:

Zum Thema Familienbeihilfe:
Nach der „Geschwisterstaffelung“ wird in Österreich für jedes Kind Familienbeihilfe gezahlt. Dieses Geld ist abhängig vom jeweiligen Alter des oder der Kinder. Die Zahlung beginnt nach der Geburt und endet mit der Berufstätigkeit des Kindes und wird längstens bis zum 27. Lebensjahr gezahlt. Der Zahlungsrhythmus ist zweimonatlich.
Wenn Eltern getrennt leben, erhält das Elternteil die Beihilfe, bei dem das Kind im Haushalt lebt.
Für die Zahlung der Familienbeihilfe gelten folgende Geschwisterstaffelungen:
Für das erste Kind sind zugrunde gelegt = 105,40 Euro
Ab dem 3. Lebensjahr = 112,70 Euro
Ab dem 10. Lebensjahr = 130,90 Euro
Ab dem 19. Lebensjahr = 152,70 Euro

Für 2 Kinder gelten die gleichen Beträge mit einem Plus von 12,80 Euro pro Kind.
Ab 3 Kinder sieht die Staffelung so aus: die gleichen Beträge wie bei einem Kind, jedoch mit einem Plus von 25,50 Euro pro Kind.

Um es anschaulicher darzustellen, zwei Beispiele:
Beispiel A:
Familie A hat zwei Kinder im Alter von 4 und 11 Jahren. Das Kind -4 Jahre hat Anspruch auf 112,70 + 12,80 Euro. Das Kind -11 Jahre erhält 130,90 + 12,80 Euro. Dieser Familie stehen jeden Monat 269,20 Euro zu. Da die Zahlung jeden 2. Monat erfolgt, bekommt Familie A für die Monate Januar und Februar 538,40 Euro überwiesen.

Beispiel B:
Familie B hat drei Kinder im Alter von 2, 12 und 15 Jahren. Kind -15 Jahre erhält 130,90 + 25,50 Euro, Kind – 12 Jahre hat Anspruch auf 130,90 +25,50 Euro und Kind – 2 Jahre bekommt 105,40 + 25,50. Somit hat Familie B ein Anrecht auf monatlich 443,70 Euro und erhält für die Monate Januar/Februar 887,40 ausgezahlt.

Nun hat jede Familie noch die Möglichkeit, nach der Geburt eines Kindes Kinderbetreuungsgeld zu beantragen.

Informationen zum Kinderbetreuungsgeld:
Der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld gilt ab der Geburt des Kindes und endet zum 30.Lebensmonat. Allerdings kommt die neue Regelung alleinerziehenden Müttern entgegen. Das Kinderbetreuungsgeld kann auch längerfristig als 30 Monate gezahlt werden, wenn sich die alleinerziehende Mutter in einer sozialen Notlage befindet. Selbstverständlich gilt das Gleiche für alleinerziehende Väter.

Weitere Kriterien, welche man beachten sollte, bevor man Kinderbetreuungsgeld beantragt:
– Anspruch auf Familienbeihilfe
– Die Eltern und das Kind müssen in einem gemeinsamen Haushalt leben
– Der Zusatzverdienst darf im Jahr nicht mehr als 16.200 Euro betragen.
– Das Kind, für welches Kinderbetreuungsgeld beantragt werden soll, muss bereits geboren sein.
Die Anträge kann man sich bei der zuständigen Krankenkasse abholen und ausgefüllt einreichen.

In Österreich bestand bis zum Jahre 2009 die Möglichkeit, unter drei verschiedenen Varianten des Bezuges von Kinderbetreuungsgeld zu wählen. Seit dem 01.01.2010 kommt eine vierte Variante hinzu. Diese neue Variante des Kinderbetreuungsgeldes wurde am 15.09.2009 in einer Regierungsklausur beschlossen.
Man hat nun die Wahl, unter den vier Varianten zu entscheiden. Die Entscheidung trifft man bei der ersten Antragstellung. Allerdings sollte man hierbei beachten, dass die Wahl nicht rückgängig gemacht werden kann. Bei allen vier Varianten hat man die Möglichkeit, den Ehepartner, den Lebensgefährten – das zweite Elternteil mit einzubeziehen, so dass man sich die Erziehung und Betreuung des Kleinkindes teilt.
Hier nun die Auflistung der vier Varianten zum Bezug des Kinderbetreuungsgeldes:

In der Variante 1 bezieht das berechtigte Elternteil 30 Monate lang 14,53 Euro pro Tag. Wenn das zweite Elternteil das Kind auch betreut, verlängert sich die Bezugsdauer auf 36 Monate.

Variante 2 wird so gehandhabt: Das erste Elternteil erhält 20 Monate lang täglich 20,80 Euro. Betreut das zweite Elternteil das Kind auch, so verlängert sich die Bezugs-Frist auf 24 Monate.

Fünfzehn Monate lang bekommt das erste Elternteil 26,60 Euro täglich, wenn die dritte Variante gewählt wurde. Auch hier kann das zweite Elternteil das Kind betreuen – es erfolgt dann eine Verlängerung auf 18 Monate.
Die nun am 01.01.2010 in Kraft getretene Verordnung beinhaltet das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld. Diese vierte Variante gestaltet sich folgendermaßen:
Danach können sich Eltern 12 Monate lang 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens als Kinderbetreuungsgeld auszahlen lassen. Die Mindestsumme beträgt 1000 Euro, die Höchstsumme, das Maximum sind 2000 Euro. Wenn der Vater einen Teil der Babypause übernimmt, wird dieses Geld über 14 Monate lang gezahlt.
Eine weitere Neuerung ist, dass die Eltern eine flexible Zuverdienst-Möglichkeit haben. Sie beträgt bis zu 60 Prozent des bisherigen Einkommens, aber nicht mehr als 16.200 Euro pro Jahr.
Man kann somit davon ausgehen, dass Mütter oder Väter, welche ihr Kind länger zuhause betreuen wollen, monatlich weniger Kinderbetreuungsgeld erhalten.
Wenn eine Mutter 30 Monate ihr Kind alleine betreut, hat sie einen Anspruch auf 436 Euro Kinderbetreuungsgeld im Monat. 624 Euro stehen einer Mutter zu, welche die Babypause auf 20 Monate beschränkt. Mütter oder Väter, die ihr Kind nur 15 Monate zu Hause betreuen, erhalten 800 Euro im Monat.