Berufsunfähigkeit in jungen Jahren abschließen

Berufsunfähigkeit in jungen Jahren abschließen

Die Berufsunfähigkeit kann jeden treffen. Niemand ist gefeit davor, seinen Beruf nicht mehr ausüben zu können. Die Folgen, die auf den Arbeitnehmer zukommen, wenn er berufsunfähig wird, sind meist verheerend. Finanzielle Einbußen können den Arbeitnehmer in den finanziellen Ruin treiben. Aus diesem Grund ist es bereits in jungen Jahren sehr wichtig, eine Versicherung zur Berufsunfähigkeit abzuschließen. So kann der Lebensunterhalt auch bei Berufsunfähigkeit weiter gewährleistet werden.

Im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) wird jedoch nur für Angestellte der Begriff Berufsunfähigkeit verwendet. Bei Arbeitern bzw. Arbeiterinnen spricht man von der Invalidität und im Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz (GSVG) sowie im Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG) wird von der Erwerbsunfähigkeit gesprochen. Worin liegen hier jedoch die Unterschiede?

Berufsunfähigkeit liegt bei einer/einem Angestellten dann vor, wenn die Arbeitsfähigkeit gesunken ist. Dabei ist zu beachten, dass die Arbeitsfähigkeit bis zur Hälfte eines vergleichbaren Angestellten sinken muss. Von einem vergleichbaren Angestellten ist dann die Rede, wenn die gleiche Berufsausbildung und der gleiche Kenntnisstand vorliegen. Die Senkung der Arbeitsfähigkeit kann jedoch nur durch ein ärztliches Attest festgestellt werden.

Als berufsunfähig werden auch Personen eingestuft, die das 57. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, aber die durch Krankheit oder Gebrechen die Tätigkeit nicht mehr ausüben können, die sie für mindestens zehn Jahre innerhalb der letzten 15 Jahre ausgeübt haben. Außerdem gelten Personen als berufsunfähig, die bereits vor der Aufnahme einer Tätigkeit berufsunfähig waren, aber durch Beschäftigung mindestens 120 Beitragsmonate in der Pflichtversicherung erworben haben. Bei beiden Varianten werden Veränderungen in der Tätigkeit berücksichtigt.

Von Invalidität spricht man bei Arbeiterinnen und Arbeitern. Hier wird jedoch zwischen erlernten, angelernten und nicht erlernten Berufen unterschieden. Bei der Ausübung eines erlernten bzw. angelernten Berufes ist der Arbeiter/die Arbeiterin berufsunfähig, wenn aufgrund des körperlichen oder geistigen Zustandes die Arbeitsfähigkeit auf weniger als die Hälfte eines körperlich und geistig gesunden Versicherten gesunken ist. Dabei wird zugrunde gelegt, dass der Wissens- und Leistungsstand vergleichbar ist. Bei der Ausübung eines nicht erlernten oder angelernten Berufes spricht man dann von Invalidität, wenn der Versicherte durch seinen geistigen oder körperlichen Zustand nicht mehr in der Lage ist, bei vergleichbarer Tätigkeit die Hälfte des Entgeltes zu erzielen, das ein gesunder Versicherter erzielen würde.

Leistungen sind bei erlernten, ausgeübten Berufen jedoch nur dann zu erwarten, wenn der Versicherte nicht auf einen vergleichbaren Beruf in derselben Berufsgruppe vermittelt werden kann. Bei nicht erlernten Berufen ist der Versicherte auf jeden Beruf zu verweisen, der auf dem Arbeitsmarkt angeboten wird. Für Arbeiter, die das 57. Lebensjahr noch nicht vollendet haben bzw. die bereits vor der Aufnahme der Tätigkeit berufsunfähig waren, gelten die gleichen Regelungen wie für Angestellte.

Bei der Erwerbsunfähigkeit gelten wiederum andere Regelungen. Als erwerbsunfähig gelten Personen vor Vollendung des 50. Lebensjahres, wenn sie durch ihren Gesundheitszustand nicht mehr in der Lage sind, irgendeinen Beruf regelmäßig auszuüben. Dabei bleiben die reellen Chancen, einen Arbeitsplatz auf dem Arbeitsmarkt zu finden, unbeachtet. Nur der gesundheitliche Zustand ist bei dieser Einstufung ausschlaggebend. Nach Vollendung des 50. Lebensjahres gelten Personen als erwerbsunfähig, wenn aufgrund ihrer Gesundheit die Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann, die für die Erhaltung des Betriebes notwendig ist.

Im Falle der Berufsunfähigkeit muss die Leistung aus der Berufsunfähigkeitsversicherung zuerst beantragt werden. Dafür ist ein ärztliches Gutachten nötig, das die Leistungsfähigkeit des Versicherten einschätzt. Liegt die Berufsunfähigkeit bereits sechs Monate vor, können Leistungen in Anspruch genommen werden. Wird die Berufsunfähigkeit auf Dauer festgestellt, werden die Leistungen auch unbefristet gewährt. In anderen Fällen wird die Leistung, also die Pension, nur für zwei Jahre gewährt. Sollte nach Ablauf dieser zwei Jahre die Berufsunfähigkeit weiterhin fortbestehen, kann ein neuer Antrag auf Pension für maximal zwei weitere Jahre gestellt werden.

Zu den Voraussetzungen zählt jedoch nicht nur die durch einen Arzt attestierte Berufsunfähigkeit. Außerdem müssen Mindestversicherungszeiten vorliegen. Diese sind unabhängig vom Alter. Für die gesetzliche Pension sind 180 Beitragsmonate (15 Jahre) nötig, um diese Leistung in Anspruch nehmen zu können. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, muss eine Wartezeit eingehalten werden.

Der Lebensunterhalt muss jedoch trotzdem weiter finanziert werden. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es dringend anzuraten, bereits in jungen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, um im Ernstfall auch in jungen Jahren ausreichend abgesichert zu sein. Denn bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sind keine Mindestversicherungszeiten einzuhalten. Beim Abschluss der Versicherung ist jedoch darauf zu achten, bis zu welchem Alter man mit der Versicherung abgesichert ist. Bei einigen Versicherern werden bestimmte Berufe nur bis zu einem bestimmten Alter versichert.

Ein Abschluss einer privaten Versicherung zur Berufsunfähigkeit in jungen Jahren lohnt sich aber nicht nur aufgrund der Leistungen. Auch die Beiträge können durch einen frühzeitigen Abschluss gering gehalten werden. Bei Berufseinsteigern und Versicherten mit geringem Alter liegen die Beiträge niedriger als bei Versicherten in hohem Alter. Dies liegt vor allem daran, dass für junge Versicherte ein längerer Zeitraum für die Einzahlungen in die Versicherung zu erwarten ist. Entsprechend dem Alter verkürzt sich dieser Zeitraum und die Beiträge steigen bei steigendem Alter.

Sind die Voraussetzungen für eine Pension erfüllt und wird die Pension bereits geleistet, kann diese jedoch auch wieder entzogen werden. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sich der Gesundheitszustand des Versicherten verbessert. Dies muss jedoch nicht bedeuten, dass der bzw. die Versicherte vollständig arbeitsfähig ist. Der Lebensunterhalt muss trotzdem weiterhin gewährleistet werden. Auch hier kann die Berufsunfähigkeitsversicherung finanziell unterstützend unter die Arme greifen.

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