Breitbandausbau für Breitband Internet nicht für alle Österreicher

Als Breitbandanschluss gilt nach der Diktion der oberösterreichischen Regulierungsbehörde jeder Internetanschluss, welcher als Internet-Festnetzanschluss über eine Downloadrate von mindestens 144 kBit/s verfügt.

Ein mobiler Internetanschluss gilt hingegen erst als Breitbandanschluss, sofern er eine monatliche Downloadkapazität von wenigstens 250 MB aufweist.

Gebräuchliche Technologien in Österreich für Breitband Internet

Breitband-Anschlüsse werden heute in Österreich bereits über unterschiedlichste Arten von Technologien realisiert. Dazu gehören beispielsweise:

  • das Telefonnetz (ISDN),
  • das Kabelfernsehnetz,
  • das Glasfasernetz (Fibre To The Home),
  • das Strom- und Elektrizitätsnetz (Powerline Communication, PLC),
  • diverse terrestrische Funktechnologien (Wireless Internet Access Provider, Wireless Metropolitan Area Networks),
  • hoch fliegende stationäre Luftschiffe (Stratellite- und Helios-Technologie) und
  • Zwei-Wege-Satellitenverbindungen.

Situation in Österreich

In Österreich dominieren die drahtgebundenen Versorgungsformen der Breitbandtechnologie, nämlich DSL und TV-Kabel. Da allerdings in Österreich keine flächendeckende Versorgung mit der Breitbandtechnologie existiert, spricht man auch hier von der sogenannten Breitbandkluft. Vor allem ländliche Räume leiden besonders unter dem allgemeinen Versorgungsdefizit.

Vor allem mobiles Breitband soll ausgebaut werden

Verschiedene österreichische Mobilfunkprovider haben beispielsweise das Defizit bereits erkannt und angekündigt, ihr mobiles Breitband auszubauen und schneller zu machen. So möchte der Netzbetreiber 3 etwa 50 % aller Österreicher eine Verdopplung ihrer Surfgeschwindigkeit im mobilen Internet ermöglichen, während Orange bereits angekündigt hat, nachziehen zu wollen.

Zwar wurde allein die Gesamtkapazität des österreichischen mobilen Breitbandnetzes in der Vergangenheit verzehnfacht, dennoch klafft auch bei engagierten Providern, wie beispielsweise bei 3, auch weiterhin die berüchtigte Breitbandkluft. Schwer tut man sich auch mit der landesweiten Einführung des modernen LTE-Standards im österreichischen mobilen Breitbandnetz.

Der Grund hierfür besteht darin, dass zur Einführung von LTE nahezu sämtliche Netzkomponenten und Netzbestandteile innerhalb einer existierenden Mobilfunkinfrastruktur ausgetauscht werden müssen. Dennoch kündigte 3 bereits an, dass künftig, nach massivem Ausbau, der mobile Breitbandstandard für annähernd 50 % aller österreichischen Haushalte möglich werden soll.

Selbst in Metropolen wie in Wien ist dies bislang noch nicht durchgängig möglich und meist auf die Wiener Neustadt begrenzt. Hier gilt Orange nach wie vor als Marktführer. Obwohl also mehrere österreichische Mobilfunkprovider im Kampf um den Kunden bereits ein Wettrüsten in bezug auf den Ausbau ihrer Netzinfrastruktur für mobiles Breitband-Surfen angekündigt haben, wird dieser Standard wohl auch künftig für zahlreiche österreichische Haushalte noch Zukunftsmusik bleiben.

Masterplan für flächendeckendes stationäres Breitband wird nicht kommen

Bereits im Jahre 2013 hatte ein Expertenteam von Telekom Austria einen Masterplan für den flächendeckenden Breitbandstandard in ganz Österreich gefordert. Dieser sollte vor allem auf einer verbesserten Ordnungspolitik in Verbindung mit der modernen Glasfasertechnologie basieren.

Allerdings fehlt bisher seitens der Politik die erforderliche Investitionsbereitschaft. In Bezug auf die Breitbandstrategie bestehen ferner erhebliche Differenzen zwischen Bund und Ländern. Dies hat dazu geführt, dass sich die Politik weitgehend aus ihrem diesbezüglichen Engagement zurückgezogen hat und von ihren Versorgungszielen bis 2020 abgerückt ist. Die Breitbandkluft wird es daher auch künftig geben.

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