Chronische Erkrankungen sind auch ein Grund für einen Reiserücktritt

Eine Reiserücktritt-Versicherung soll grundsätzlich für den Fall einspringen, dass ein unvorhergesehenes Ereignis oder eine plötzliche Erkrankung den Versicherten vom Antritt seiner Reise abhält. Ist dies der Fall, übernimmt die Versicherung die Reisekosten, sodass der Urlauber die Kosten nicht tragen muss. Bei chronischen Erkrankungen gestaltet sich dies jedoch vollkommen anders, denn die Versicherungsgesellschaften begründen ihre Leistungsverweigerung dann damit, dass Komplikationen einer chronischen Erkrankung nicht unerwartet und daher absehbar seien.

Chronisch Kranke, die aufgrund einer plötzlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes ihren wohlverdienten Urlaub nicht antreten konnten, gingen in der Vergangenheit, trotz Reiserücktritt-Versicherung in der Regel leer aus. Dies könnte sich aber schon bald ändern, denn das Karlsruher Oberlandesgericht gab vor einigen Monaten einem Versicherten Recht, der aus diesem Grund gegen eine Versicherungsgesellschaft geklagt hatte. Der Richter entschied, dass die Reiserücktritt-Versicherung die Stornokosten übernehmen müsse, wenn plötzliche Komplikationen auftreten, unabhängig davon ob diese mit einer chronischen Vorerkrankung in Zusammenhang stehen oder nicht.

Chronisch Kranke, deren Reiserücktritt-Versicherung die Leistung verweigert, haben also durchaus gute Chancen vor Gericht und sollten die Erstattung der Stornokosten im Zweifelsfall einklagen. War eine solche Versicherung für Menschen mit chronischen Erkrankungen bisher eher unsinnig, weil die Versicherungen im Falle eines Falles ohnehin die Leistung verweigern, kann sich der Abschluss einer entsprechenden Police zukünftig durchaus lohnen.

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