Deutschland: Versicherung in PKV und GKV führt zur Doppelversicherung

Um als Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung trotz sinkender Leistungen weiterhin in den Genuss einer umfassenden Gesundheitsvorsorge zu kommen, schließen viel Angestellte Zusatzversicherungen ab. Besonders attraktiv sind die Angebote der Versicherer zum Beispiel für Zahnersatz. Die GKV deckt in der Regel nur noch 65% der Zahlungen ab und das auch nur, wenn die Eingriffe wirklich notwendig sind. Die privaten Kassen locken dagegen mit 80%. Eigentlich kein schlechtes Geschäft. Ich kassiere von der einen Kasse und der Anderen. Zusammengerechnet ergibt das 145%, macht unterm Strich ja ein dickes Plus. Oder?

Dieser Art der Doppelversicherung hat der Gesetzgeber einen Riegel vorgeschoben. Das Gesetz über den Versicherungsvertrag, kurz VVG, sieht in Paragraph 55 vor, dass die Leistungen einer Versicherung im Schadensfall die Höhe des Schadens nicht übersteigen können. Dies gilt auch dann, wenn für ein und denselben Schaden der Versicherte Anspruch bei mehreren Versicherern hat. Die Unternehmen haften zwar in der Höhe, die in dem Tarif festgelegt wurde, müssen die Zahlungen aber untereinander ausgleichen, um die Schadenshöhe nicht zu überschreiten.

Die Verrechnung erfolgt auf Grundlage der Beiträge, die der Versicherungsnehmer an beide zahlt. Wer versucht, sich durch eine Doppelversicherung zu bereichern, macht sich strafbar. Zum einen verletzt er seine Informationspflicht. Wird für den Schadensfall eine Zusatzversicherung abgeschlossen, muss das andere Unternehmen davon in Kenntnis gesetzt werden. Andererseits sind alle Verträge, die mit böser Absicht geschlossen wurden nichtig. Das heißt, einer der Versicherer wird sein Geld zurück fordern.

Wenn also die Leistungen von privater und gesetzlicher Krankenversicherung zusammentreffen, gilt ein Bereicherungsverbot. Gerade dann, wenn beide Kassen keine Sachleistungen erbringen, sondern Kosten erstatten. Zum Beispiel bei Zahnersatz. Aus diesem Grund können sich die Einzelleistungen der Kassen nur ergänzen.

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