Einlagensicherung in Deutschland – Wie sicher ist mein Geld

Die Finanzkrise 2008 hat uns gelehrt, dass Geldanlagen nicht sicher sein können. Die Pleite der amerikanischen Bank Leman Brothers war der Beweis dafür, dass auch Geldanleger ihr gesamtes Vermögen verlieren können. Die EU hat reagiert und einheitlich eine Mindesteinlagesicherung von 100.000 Euro pro Kunde und Bank beschlossen, die europaweit Gültigkeit hat. Daneben kann jedes Land noch weitere Sicherheiten anbauen, die über der Mindesteinlagensicherung liegen.

Freiwillige Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland

In Deutschland gibt es nicht nur das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) sondern die Banken bieten noch freiwillige Sicherheitsmaßnahmen und einen höheren Einlagenschutz zusätzlich zu den gesetzlich vorgeschriebenen Regelungen. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat etwa 180 Mitglieder, die mehr als das Gesetz vorschreibt Sicherheiten vorweisen.

Einlagensicherungsfonds beim VÖB

Der VÖB, der Bundesverband öffentlicher Banken hat einen eigenen Einlagensicherungsfonds, der einen Schutz von 100 % bietet. Das gilt auch für den Haftungsverbund der Sparkassen, zu dem die Landesbanken und Landesbausparkassen gehören.

Viele Privatbanken, leider nicht alle, haben zum Schutz der Kundeneinlagen einen Fonds ins Leben gerufen, der die Einlagen absichert. Diese Absicherung beträgt 30 % des haftenden Eigenkapitals, sodass auch bei den Privatbanken das Kapital und die Zinsen geschützt sind.
Die Regelung der EU besagt einen Einlagenschutz von 100 % für Privatkunden, jedoch maximal 100.000 Euro. Das gilt jedoch nur für Banken und Sparkassen, die ihren Sitz in Deutschland haben.

Einlagensicherung bei Online-Banken

Bei Online-Banken, die nur über das Internet, per Post oder Telefon fungieren, muss sich der Anleger informieren, wie hoch die Einlagensicherung des Geldinstitutes tatsächlich ist. Dabei ist es wichtig wo der Hauptsitz der Bank überhaupt ist. Die Einlagensicherung des Landes ist für Online-Banken gültig, in dem sie ihren Hauptsitz haben. Es gilt immer die Einlagensicherung des Landes, wo der Hauptsitz der Bank ist.

Auch wenn eine ausländische Bank Filialen in Deutschland hat, gilt die gesetzliche Reglung des Landes, wo der Hauptsitz ist. Viele bekannte Direktbanken haben ihren Sitz in Deutschland und sichern die Einlagen ihrer Kunden in Millionenhöhe ab. Dazu gehören z.B. die DKB, 1822direkt, ING DiBa, Mercedes-Benz Bank, Volkswagenbank, Netbank und viele mehr. Sie finden auf der Internetseite des Instituts immer Informationen über die Einlagensicherung.

Achtung bei Tochterunternehmen im Ausland

Bei Tochterunternehmen deutscher Banken in anderen Ländern hat das deutsche Recht in Bezug auf die Einlagensicherung keinen Einfluss. Es spielt keine Rolle, dass die Muttergesellschaft in Deutschland ist, denn die Tochter ist eine eigenständige Bank mit Hauptsitz im Ausland.

Zu beachten ist, dass sich Informationen zur Einlagensicherung nur auf die Geldanlagen beziehen, die die Bank selbst tätigt. Dabei sind die Anlagen ausgeschlossen, bei denen Banken und Sparkassen Geldanlagen an Dritte vermitteln. Zur Verdeutlichung: Wenn Sie Fondsanteile kaufen, dann ist die Investment-Gesellschaft die Gesellschaft, bei der Sie Geld angelegt haben. Das gilt auch dann, wenn Sie Ihren Fonds über eine Bank oder Sparkasse abgeschlossen haben. Die Bank bzw. Sparkasse ist in diesem Falle der Vermittler zwischen Ihnen und der Investment-Gesellschaft. Für Fonds, Aktien und andere Wertpapiere gilt die Einlagensicherung nicht – hier kaufen Sie auf eigenes Risiko.

Deine Meinung ist uns wichtig

*