Jungunternehmer

In Österreich werden Neugründer beziehungsweise Jungunternehmer unterstützt und es gibt eine Menge an Fördermöglichkeiten, um den Start in die Selbstständigkeit zu erleichtern. Ohne dieser Förderungen wäre es vielen Menschen, die zum Beispiel über zu wenig Kapital verfügen, gar nicht möglich sich selbstständig zu machen, was sich wiederum schlecht auf die Wirtschaft schlagen würde.

Förderungen in Österreich werden vom Bund, den Ländern und den Gemeinden, der EU und der Wirtschaftskammern zur Verfügung gestellt. Die Arten der Unternehmensförderungen wären unter anderem begünstigte Darlehen, einmalige Zuschüsse zu Investitionen, Haftungs- und Garantieübernahmen, staatliches Beteiligungskapital, Begünstigungen bei Steuern sowie Gebühren. Beratungs- und Zinszuschüsse. Zu den Anlaufstellen gehören der Gründer-Service und die zur Wirtschaftskammer zugehörigen Förder-Service-Stellen, Ämter der Landesregierungen, Förderungsgesellschaften und die Austria Wirtschaftsservice GmbH.
Eine häufig genutzte Förderung der Jungunternehmer, ist die sogenannte Neugründungsförderung, auch bekannt als Neufög. Als Neugründer ist man unter bestimmten Voraussetzungen von sämtlichen Gebühren und Abgaben befreit, die sich aus einer Neugründung, aber auch einer entgeltlichen oder unentgeltlichen Betriebsübertragung ergeben. Innerhalb des Neufög unterscheidet man die begünstigte Neugründung, die begünstigte Betriebsübertragung und die Gebührenbefreiung.

Zu einer begünstigten Neugründung im Sinne des Neufög gehören eine Neueröffnung eines gewerblichen, land- und forstwirtschaftlichen Betriebes, aber auch die Schaffung einer selbstständigen und neue Betriebsstruktur. Allerdings gibt es auch bestimmte Voraussetzungen, um diese Förderung in Anspruch nehmen zu können. Darunter fällt, dass sich der Jungunternehmer in den letzten 15 Jahren nicht in einer vergleichbaren Branche, sei es im Inland oder im Ausland betätigt hat, es sich nicht nur um eine neue Form der Rechtsform handelt, es nicht nur einen Wechsel des Inhabers gibt und der neue geschaffene Betrieb, darf innerhalb von 12 Monaten ab der Neugründung, nicht um Teil- oder bestehende andere Betriebe vergrößert werden.

Zu einer begünstigten Betriebsübertragung im Sinne des Neufög gehören ein Wechsel des Betriebsinhabers und sich dieser bis dato nicht in vergleichbarer Weise beherrschend in einem Betrieb betätigt hat. Wird ein freies Gewerbe übertragen, so benötigt der Jungunternehmer unternehmerische Kenntnisse, die er vorlegen muss. Zudem kann es zu einem rückwirkenden Wegfall der Befreiungen kommen, wenn der Jungunternehmer seinen neuen Betrieb innerhalb von 5 Jahren weiter überträgt, aufgibt oder den Betrieb um neue Teilbereiche erweitert.

Jungunternehmer profitieren außerdem innerhalb des Neufög von einigen Gebührenbefreiungen. Dazu gehören Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben, die sich aus Schriften und Amtshandlungen aufgrund einer Neugründung oder Betriebsübertragung ergeben. Die Befreiung bezieht sich auf die Gewerbeanmeldung, Bewilligung und Kenntnissnahme zur Bestellung eines Geschäftsführers, Genehmigung der gewerblichen Betriebsanlage, Ansuchen um eine individuelle Befähigung, sofern der vorgeschriebende Befähigungsnachweis fehlt und zu guter Letzt sind auch sämtliche Zeugnisse und Beilagen gebührenbefreit, die für Berechtigungen, Amtshandlungen und gründungsbedingte Schriften benötigt werden.

Auch von der Grunderwerbssteuer ist der Jungunternehmer befreit, sofern eine Gründungseinlage von Grundstücken in Gesellschaften, die neu gegründet wurden, erfolgt. Bei einer Betriebsübertragung wird die Grunderwerbssteuer ebenso nicht erhoben, sofern die maßgebende Berechnung der Steuer 75.000€ nicht übersteigt. Erfolgt des Weiteren eine Eintragung im Firmenbuch im Zusammenhang einer Betriebsübernahme oder Neugründung, sind Jungunternehmer innerhalb des Neufög auch von den Gerichtskosten befreit. Eine Gerichtskostenbefreiung kommt zudem auch noch zum tragen, wenn durch Eigentumserwerb eine Eintragung ins Grundbuch erfolgt. Dies gilt allerdings nur bei einer Neugründung, nicht bei einer betrieblichen Übernahme. Erwirbt man Gesellschaftsrechte aufgrund einer Neueröffnung oder Übernahme von einer Kapitalgesellschaft, zum Beispiel einer GmbH, GmbH & CoKG oder AG, entfällt im Rahmen des Neufög die Gebühr der Gesellschaftssteuer.

Eine letzte wichtige Befreiung für Unternehmer, die einen neuen Betrieb gründen (gilt nicht bei einer Übernahme!) sind die Lohnnebenkosten. Die beinhalten Dienstgeber-Beiträge, Wohnbauförderungsbeiträge, Beiträge innerhalb der gesetzlichen Unfallversicherung und die Kammerumlage.

Um als Jungunternehmer aus den Vorteilen des Neufög zu profitieren, muss der Neugründer, oder der Betriebübernehmer ein amtliches Formular ausfüllen und durch das Gründerservice, einer Fachgruppe oder der zuständigen Bezirksstelle bestätigen lassen.

In Österreich findet der Jungunternehmer eine Menge an Förderungen, wobei die Bundesförderungen österreichweit und die Landesförderungen im jeweiligen Bundesland, in dem die Unternehmensgründung stattfindet, geltend gemacht werden können. Eine ebenso vorteilhafte Förderung ist die, von der Wirtschaftskammer Österreich, den Bundesländern und der Austria Wirtschaftsservice GmbH, geschaffene Bonusaktion.

Diese wird unterteilt in den Gründerbonus und den Nachfolgebonus. Der Gründerbonus wird bis zu einer Höhe von 8.400€ als finanzieller Zuschuss auf das Startkapital, das für eine spätere Unternehmensgründung angespart wird, angeboten. Um diesen Bonus beanspruchen zu können, muss man Eigenkapital ansparen und frühestens in einem Jahr, spätestens in 6 Jahren sein Unternehmen gründen und kann die Auszahlung des Gründerbonus beantragen. Den Nachfolgebonus gibt es zu den selben Bedingungen und ebenso bis maximal 8.400€, sofern nicht ein Unternehmen gegründet, sondern übernommen wird. Bei der Höhe bei beiden Varianten geht man von einem angesparten Eigenkapital in der Höhe von 60.000€ aus.

Wenn man eine Förderung beantragen möchte, sollte man sich ausreichend über die Möglichkeiten, die für einen in Frage kommen informieren. Außerdem ist es wichtig alle geforderten Unterlagen sorgfältig und vollständig einzureichen, um bei einem Förderungsansuchen erfolgreich zu sein. Wie bei einem Bankkredit zählt auch hier das Gesamtbild.