Goldanlage

Tipps für die Goldanlage in Österreich

Grundsätzlich kann man ein immer wiederkehrendes Verhalten von Privatanlegern in Zeiten von wirtschaftlichen Krisen beobachten und das besteht darin, dass sie zu den Banken gehen und dort einen Teil ihres Vermögens in Goldmünzen anlegen. Viele verfahren dabei noch nach alten Handlungsmustern und in der Befürchtung um den völligen Zusammenbruch des Weltwirtschaftssystems, wie sie es vielleicht in jungen Jahren oder ihrer Kindheit noch erlebt haben.

Damals galt: Grundsätzlich rechtzeitig Geld in kleineren Goldmengen anlegen, damit sie im Krisenfall gegen Ware einzutauschen sind. Das wäre nämlich mit Goldbarren schon sehr schwierig. Das Problem ist meistens nur, wenn die Krise relativ kurz ist, dass dann der Goldpreis auch schnell wieder sinkt und den Gewinn gleich null fährt. Dennoch lohnt es sich auch heute Sicherheiten in Gold zu schaffen. Wie, sei im Folgenden dargestellt.

Das schon erwähnte Anlegen in Goldmünzen ist sicher die konservativste Möglichkeit der Goldanlage. Goldmünzen bekommt man aller Orten. Auf der Bank, beim Münzkontor oder im Internet. Man sollte allerdings darauf achten, nicht zu kleine Stückelungen zu kaufen, sondern eher größere Münzen, deren Prägegebühren in der Relation günstiger ausfallen. Da der Tagespreis von Gold schwankt, sollte man den Kurs eine Weile vor dem Kauf beobachten, um einen günstigen Augenblick zu erwischen. Wichtig ist auch, dass man Währungsgold (z.B. Krügerrand, Vreneli, etc.) kauft und nicht Gedenkmünzen, die nur was für Sammler sind und deren Metallwerte nicht wirklich relevant sind.

Sollten an dem beabsichtigten Kauftag nicht genügend Goldmünzen bei der Bank vorrätig sein und die Bank muss diese erst beschaffen, gilt es den Kaufkurs zu fixieren oder/und auch einen Mengenrabatt auszuhandeln. Das Risiko in der Anlage von Goldmünzen liegt zum einen in der Möglichkeit, dass sie gestohlen werden können oder aber, dass sie keine Zinsen abwerfen, sondern einzig der Goldwertschwankung unterliegen.

Zweifelsfrei kann man das Geld auch in Goldbarren anlegen. Kilobarren kann man heute überall auch ohne große Probleme bekommen oder bestellen. Allerdings gelten für sie die gleichen Risiken bezgl. des Verlustes bzw. der Nichtverzinsung wie bei den Münzen. Im Gegenteil. Dadurch, dass man vielleicht einen Tresor mieten muss, entstehen noch Kosten, die den Gewinn schmälern.
In Österreich gibt es einige Fonds, die den Schwerpunkt Gold (und andere Edelmetall) haben. Weltweit noch mehr darüber hinaus. Diese Fonds sind Anlagefirmen, die ihr Kapital in Rohstoffen (z.B. Metalle) investieren und auf eine günstige Entwicklung des Unternehmens hoffen.

Ist dies der Fall, profitiert der Fonds und der Fondsanleger davon. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Diese Anlageform ist äußerst spekulativ, mit hohen Risiken, aber auch hohen Gewinnmöglichkeiten behaftet. Als Fondskäufer muss man außerdem zunächst einmal Ausgabeaufschläge zahlen.

Da in Österreich wie überhaupt in Gesamt-Europa Rohstoff- (Gold) Produzenten rar sind, setzt die Anlage in Goldaktien eine Menge Wissen von der Börse voraus. Dazu kommt noch Mut, der für eine derartige Anlage (nicht Fonds) gebraucht wird. In Österreich gibt es nirgends gesicherte Informationen über diese Produzenten und der Handel mit Goldaktien ist selten irgendwo zu tätigen. Für Fondsanlagen und Aktien gilt, dass sie ein hohes Risiko bergen, aber in Zeiten von selbst nur geringen Kursschwankungen Dividenden an die Anleger abgeben, was bei den Barren und Münzen nicht der Fall ist. Bei denen muss man sich selbst um einen profitablen Verkauf kümmern.

In Österreich und Deutschland gleichermaßen zugelassen ist z.B. das Goldanlage Zertifikat der Erste Group Bank, einer Tochter der Sparkasse.
Dieses Zertifikat bezieht sich direkt auf den Goldpreis, wird im Verhältnis 1:10 ausgegeben und notiert in Euro. Es ist an den Börsen Wien und Stuttgart zugelassen (EUWAX). Dort sind die Zertifikate an jedem Tag handelbar.

Kursinformationen erhält man z.B. bei: www.erstebank-zertifikate.com,erstebank.onvista.de, Reuters: ERSTE02. Natürlich beeinflussen Schwankungen des Wechselkurses zwischen Euro und Dollar auch diese Kursverläufe. Die Anlage ist für Käufer, die jederzeit Aktienkäufe und -verkäufe erwarten, geeignet. Das Zertifikat wird als Daueremission ausgegeben und hat somit kein Laufzeitende.
Selbst wenn heute der Grundsatz, dass man sein Vermögen dritteln soll (Gold, Geld, Grund je zu einem Drittel) nicht mehr als starrer Grundsatz gilt, ist es immer noch empfehlenswert, Geldabsicherungen in dem Edelmetall Gold vorzunehmen.

Derzeit scheint es für Unternehmen sogar lohnenswert, stillgelegte Minen zum Goldschürfen wieder zu reaktivieren. Gold wird also niemals wertlos sein und man kann sicher durch Goldanlagen eine Sicherung seines Vermögens gestalten. Aber Gold ist auch verführerisch und diesen Verführungen darf man nicht unterliegen. Nicht jeder Preis ist es Wert gezahlt zu werden. Längst wird Gold fast in virtuellen Mengen gehandelt. Ein bisschen mehr Realitätssinn macht die Geldanlage in Gold tatsächlich zu einem rentablen Geschäft.