Unternehmensanleihen

Unternehmensanleihen, auch Corporate Bonds genannt, erfreuen sich seit der Einführung des Euros im Anlagenbereich immer größerer Beliebtheit. Sie sind Wertpapiere mit einer hohen Verzinsung und sind aufgrund der zu erwartenden Rendite auch für private Anleger höchst interessant. Unternehmensanleihen werden von den jeweiligen Unternehmen ausgeteilt. Insbesondere für Kreditinstitute und Industrieunternehmen ist dies ein interessanter Weg Fremdkapital zu beschaffen.

Banken und Kreditinstitute treten bereits seit längerer Zeit als Herausgeber (Emittenten) auf, jedoch im Bereich der industriellen Unternehmen ist dies noch ein vergleichsweiser junger Weg der Geldbeschaffung. Für die Unternehmen ist das ein Mittel insgesamt hohe Kapitalsummen durch die Anleger zu erhalten. Die Investoren geben dem Unternehmen damit eine hohe Liquidität zu vergleichsweise langen Laufzeiten und zu günstigeren Konditionen, als bei Banken üblich. Die Dauer der Unternehmensanleihen beläuft sich zumeist auf 2-10 Jahre. Aufgrund der Finanzkrise und der schwerfälligen Kreditvergabe durch Banken, bieten die Unternehmensanleihen dem Unternehmen die Möglichkeit schnell frisches Kapital für neue Investitionen oder auch für die Erfüllung bestehender Forderungen zu erhalten.

In Österreich erfreuen sich die nachfolgenden Anleihen großer Beliebtheit und sind dort sehr gefragt. Hierzu gehören die KTM Unternehmensanleihen, die Andritz-Unternehmensanleihe der Firma Andritz AG, die STRABAG Unternehmensanleihe. 2005 gab die FIMAG Finanz Industrie Management AG als Holdinggesellschaft der in der Bauindustrie tätigen STRABAG und dem für Konzessions- und Betreibermodellen zuständigem „A-WAY“ Partner, Unternehmensanleihen aus. Die Laufzeit dieser Unternehmensanleihen betrug 5 Jahr bei einer jährlichen Verzinsung von 4,25% p.a.

Tipp – Unternehmensanleihe von Spar
Die Spar- Unternehmensanleihe kann durch gute Zinsen bei einer kurzfristigen Veranlagung punkten.

Übersicht der Zinsen bei der Spar-Anleihe:

1 Mo.:0,400%p.a.
3 Mo.:1,250%p.a.
6 Mo.:1,750%p.a.
12 Mo.:2,250%p.a.
24 Mo.:2,600%p.a.
36 Mo.:2,900%p.a.

Bereits 2007 wurden weitere Unternehmensanleihen für 5 Jahre bei einer Verzinsung von 5,75 % p.a. ausgegeben. Die Emissionserlöse dienen der Rückzahlung bestehender Unternehmensanleihen aber natürlich auch allgemeinen Zwecken des Unternehmens. Die Emissionen führen stetig zu einer Verbesserung der finanziellen Strukturen des Konzernes. Ein weiteres erfolgreiches Wertpapier, ist die Unternehmensanleihe der Firma KTM.

Begleitet durch die Raiffeisen Landesbank Oberösterreichs wird die Unternehmensanleihe dem Finanzmarkt präsentiert. Hier ist schon mehr als jeder zweite ein Privatkunde. Die Unternehmensanleihe der KTM Group GmbH hatte ein Volumen von 90.000.000,00 Euro und wurde mit einer fünf jährigen Laufzeit im Mai 2004 an der Wiener Börse notiert.

Für den privaten Anleger sind Unternehmensanleihen deshalb so interessant, weil sie eine höhere Verzinsung bieten, als herkömmliche Sparanlagen. Da es sich bei Unternehmensanleihen grundsätzlich um Verschuldungen der Inhaber handelt, sollte man als Anleger in jedem Fall genauestens die Bonität des jeweiligen Unternehmens prüfen lassen.

Durch den Kauf von Unternehmensanleihen erhält der Investor die Rechte des Gläubigers gegenüber dem jeweiligen Unternehmen. Für den Unternehmer hat die Herausgabe von Unternehmensanleihen nur Vorteile, keine Risiken. Das Unternehmen verschafft sich relativ einfach neues Kapital, welches auch für die Vertragslaufzeit vorhanden ist und nicht vorzeitig zurückgezahlt werden muss. Für den Erwerber von Anleihen sind allerdings auch einige Risiken zu bedenken.

Grundsätzlich ist das Konzept des Unternehmens und dessen Bonität genauestens zu prüfen. Durch das Rating, ausgeführt durch ein Bewertungsgremium, wird das Risiko zur Investition eingeschätzt. Je nach Unternehmen werden unterschiedliche Ratingschlüssel verteilt, die Rückschluss darauf geben, wie hoch das Risiko für den Investor ist. Ein schlechter Ratingwert bedeutet also immer eine niedrigere Bonität und damit ein höhere Risiko.

Ein guter Ratingwert
hingegen ist ein Zeichen für eine gute Bonität und damit auch für ein sehr geringes Risiko. Man sollte bedenken, dass man im Falle einer Insolvenz des Unternehmens zwar die Gläubigerrechte hat, aber dadurch sicher nicht zwingend darauf hoffen kann, das Investment zurückzuerhalten. Oftmals gehen die Kapitalgeber dann sogar leer aus.

Anlagen, die an der Börse gehandelt werden, unterliegen einem Kursrisiko bei vorzeitiger Rückgabe der Anleihe. Nach Ablauf der Unternehmensanleihe erhält der Investor allerdings die vollständige Summe der Unternehmensanleihe zurück. Ein weiteres Risiko sind Unternehmensanleihen in Fremdwährungen. Sollten zum Laufzeitende der Unternehmensanleihe die Wechselkurse ungünstige sein, ist auch hier mit Einbußen zu rechnen.

Im Vergleich zu Aktien aber auch zu Staatsanleihen sind Unternehmensanleihen aufgrund Ihrer hohen Verzinsung derzeit wesentlich interessanter. Aktien und Unternehmensanleihen haben die Gemeinsamkeit, dass Sie auch von privaten Investoren erworben werden können, beide Produkte werden an der Börse gehandelt und der Anleger führt dem jeweiligen Unternehmen Kapital zu.

Für Nicht-Aktiengesellschaften, die keine Kapitalbeschaffung durch den Verkauf von Aktien vornehmen können, ist der Verkauf von Unternehmensanleihen, daher ein unkomplizierter Weg der Geldbeschaffung. Aktien sind Teilhaberpapiere, bei denen der Anleger keine garantierte Rendite zu erwarten hat. Bei Unternehmensanleihen (Gläubigerpapiere) hingeben steht dem Anleger ein garantierter Zinssatz zu. Staatsanleihen werden im Vergleich zu Unternehmensanleihen von öffentlichen Institutionen, wie Bund, Länder und Gemeinden herausgegeben.

Mit Staatsanleihen werden die bekannten Haushaltsdefizite finanziert. Auch hier erhält man eine feste Laufzeit und einen festen Zinssatz, der allerdings zumeist deutlich unter den Renditen der Unternehmensanleihen liegt. Unternehmensanleihen sind weitestgehend durch das Firmenvermögen gesichert. Bei Staatsanleihen bestehen diese Sicherheiten nicht, da öffentliche Haushalte in Deutschland nicht konkursfähig sind. Dennoch gelten auch Staatsanleihen als relativ sicher, da das Einkommen von Bund und Ländern durch Immobilien, Grund und unterschiedliche Beteiligungen gesichert ist.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Unternehmensanleihen derzeit ein aktueller Trend sind, bei denen Anleger und Investoren gleichermaßen gewinnen können. Vorausgesetzt eine gute Bonität/ Rating des Unternehmens ist vorhanden, dann kann sich der Anleger seiner hoch verzinsten Investition sicher sein.