Geringfügigkeitsgrenze 2010

Geringfügigkeitsgrenze – Allgemeines

Im Zuge der immer präsenter werdenden geringfügigen Beschäftigung (Minijob, Nebenjob) auch in Österreich gibt es im Jahr 2010/2011 neue Ermessungsgrenzen und Regelungen für die sogenannte Geringfügigkeitsgrenze. Aktueller Stand ist vom 01.01.2010 mit einem Ermessungsbetrag von 366,33 Euro / Monat (Vergleich: Im Vorjahr waren es 357,74 Euro) bzw. 28,13 Euro / Tag (Vergleich: Im Vorjahr waren es 27,47 Euro).

Die Grenze wurde von 2009 auf 2010 also um 2,4 % angehoben. Wird dieser Betrag nicht überschritten, gilt dies als geringfügige Beschäftigung und es fallen keine Steuerabgaben an. Es besteht also die Möglichkeit bis zu diesem Betrag steuerfrei sich etwas dazu zuverdienen. Es besteht zudem das Recht auf Urlaub und Pflegefreistellung. Kontrolliert, verwaltet und geändert wird diese Richtlinie vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz.

Der Wert wird jährlich den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Geringfügig Beschäftigte sind nur partiell sozialversichtert, sobald die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird, ist der Arbeitnehmer voll versicherungspflichtig und der Arbeitgeber muss dies melden. Der Verdienst wird dabei in Österreich, im Gegensatz zu Deutschland, nicht jährlich ausgerechnet sondern monatlich immer wieder neu, für jeden Monat, in dem die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird, werden also steuerliche Abgaben fällig.

Regelungen der Geringfügigkeitsgrenze

Oft herrscht formale Unklarheit über die genaue zeitliche Definitionen und der Rahmen nach denen sich diese Grenze richtet. Allgemein gilt, wessen monatliches Einkommen nicht 366,33 übersteigt gilt als geringfügig beschäftigt. Wichtig ist dabei die zeitliche Verrechnung. Man ist auch über einen Kalendermonat beschäftigt, wenn erst zum Ende des Monats (30. / 31.) die Arbeit begonnen wurde und am 1. des folgenden Monats das Arbeitsverhältnis endet. Es ist also entscheidend das Entgelt am Ende des Monats genau berechnen zu lassen.

Entwicklung der Anzahl der geringfügig Beschäftigten

Laut offiziellen Angaben des österreichischen Hauptverbands der Sozialversicherung waren im Jahr 2010 noch nie soviele geringfügig Beschäftigte registriert, wie zuvor. Im ersten Halbjahr 2010 waren knapp 300.000 Menschen (296.117) in diesem Bereich tätig, was ca. 7000 mehr, als im Vorjahr sind. Im März 2010 erreichte die Zahl sogar den Betrag von 300.751, was die 300.000er Grenze schließlich übertraf.

Anteilig von allen zutreffenden Erwerbstätigen, waren 47 % ausschließlich geringfügig beschäftigt und 53 % verdienten sich neben ihrem Hauptberuf etwas dazu oder hatten eine weitere Einnahmequelle (Arbeitslosengeld, Kindergeld, Vermietung). Auffällig ist außerdem die relativ hohe Anzahl an Frauen mit 192.471, an Männern waren dagegen lediglich 103.646 registriert. Dieser Trend des starken Anstiegs von geringfügig Beschäftigten lässt sich mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der angespannten Situation auf dem österreichischen Arbeitsmarkt begründen.

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