Gold vs. Immobilien – Sachwerte in Krisenzeiten

In Zeiten inflationistischer Geldpolitik beschäftigen sich immer mehr Menschen mit der Investition Ihrer Ersparnisse in Sachwerte. Die Befürchtung, dass sich die immer weiter aufgeblähte Geldmenge irgendwann auch als Teuerung und somit als Entwertung der Ersparnisse bei den Sparern ankommen ist allgegenwärtig.

Gold wird in diesem Fall ebenso häufig empfohlen, wie Immobilien. Beides sind Sachwerte, deren Wert – bezogen auf die Kaufkraft – auch bei Verfall der Währung nicht dramatisch sinken wird. So zumindest die Theorie. Doch sind Grundstücke und Goldmünzen tatsächlich der sichere Hafen als der sie häufig bezeichnet werden, und wo liegen eigentlich die Vor- und Nachteile von Gold und Immobilien?

Besonders bei Immobilien gibt es da einiges zu berücksichtigen. Wie sinnvoll eine Investition ist, hängt hier nicht unerheblich von der Art der Immobilie ab. Kauft man eine Immobilie zur Eigennutzung ist dagegen mit Sicherheit nichts einzuwenden. Als reine Geldanlage gibt es hier aber durchaus den einen oder anderen Haken.

Recht beliebt sind etwa Zinshäuser, da sie auch ein regelmäßiges Einkommen bringen. Hier sollte man aber keinesfalls die Erhaltungskosten unterschätzen, die im Falle steigender Teuerung im wahrsten Sinne des Wortes auch ganz schnell durch die Decke schießen können. Ein entsprechendes Anheben der Mieten ist hingegen schwierig. Zum Einen steigt das Gehalt der Bevölkerung in der Regel nicht so schnell wie die Preise. Zum Anderen reagieren Regierungen bei steigenden Preisen auch gerne mit Preisregulierungen. Und Mieten sind in diesem Fall oft die ersten Preise, wo der Hebel angesetzt wird.

In Zeiten moderater Teuerungsraten wie wir sie in den letzten Jahrzehnten erlebt haben, sind etwa Baugründe oder Gewerbeimmobilien mit Sicherheit eine gute Wertanlage. Bei explodierenden Preisen lauert hier die Gefahr jedoch auf der Nachfrageseite. Immobilien werden heute zum allergrößten Teil auf Kredit gekauft, was die Nachfrage und damit die Preise entsprechend antreibt. Schnellt die Teuerung jedoch nach oben, kann die Kreditvergabe sehr rasch ins Stocken geraten. Keine Bank wird einen Kredit über eine Laufzeit von 20 Jahren geben, wenn sie befürchten muss, dass der vergebene Betrag im Laufe dieser Zeit praktisch wertlos wird. D.h. wenn Kredite vergeben werden, dann nur zur extrem hohen Zinssätzen, die sich kaum jemand leisten kann. Mit der Nachfrage brechen also auch die Preise ganz ordentlich ein.

Am ehesten eignet sich noch Agrarland zur Absicherung gegen einen Währungsverfall. Denn verfällt eine Währung, werden Importe immer teurer. Die regionale Landwirtschaft gewinnt damit an Bedeutung, was auch die Nachfrage nach Agrarflächen antreibt.

Generell muss man bei Immobilien natürlich auch bedenken, dass diese nicht teilbar und daher wenig liquide sind.

Im Gegensatz zu Immobilien ist die Nachfrage bei Gold keineswegs kreditgetrieben. Gold hat jedoch – ganz im Gegensatz zu Immobilien – keinen Nutzen an sich. Es ist zwar aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften als Schmuck beliebt, die industrielle Verwendung von Gold spielt jedoch nur eine sehr untergeordnete Rolle. Die Frage ist also, warum Gold überhaupt einen Wert hat, wenn kaum einen Nutzen hat? Diese Frage lässt sich so nicht ohne weiteres beantworten. Betrachtet man jedoch die Geschichte der Menschheit, so hat sich Gold in verschiedenen Kulturkreisen auf verschiedenen Kontinenten völlig unabhängig voneinander als besonders wertvolles Gut – und letztlich in Form von Goldmünzen auch als Zahlungsmittel – durchgesetzt. Bis heute weiß schon praktisch jedes Kind rund um den Erdball um den ganz besonderen Wert von Gold Bescheid.

Der bleibende Wert von Gold ist also zwar keineswegs auf alle Ewigkeit in Stein gemeißelt. Derzeit gibt es allerdings wenig Grund daran zu zweifeln, das Gold in absehbarer Zeit auch weiterhin ein äußerst begehrtes und daher auch wertvolles Gut sein wird.

Wie bei jeder Geldanlage ist es natürlich in jedem Fall sinnvoll, nicht alles auf ein Pferd zu setzen. Mit ein paar Goldmünzen für alle Fälle kann man im Prinzip wenig falsch machen. Bei größeren Vermögen macht natürlich auch die Anschaffung von Immobilien Sinn, sofern man sich über die Risiken bewusst ist, und diese auch einkalkuliert.

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