Goldpreisentwicklung 2013 – Wie entwickelt sich der Goldpreis?

Würde man der überwältigenden Mehrheit der Finanzexperten und Politikern Glauben schenken, so müsste man sich eigentlich wenig bis gar keine Gedanken über die Entwicklung des Goldpreises machen.

Das Schlimmste der letzten Krise liege bereits hinter uns, die Börsen haben sich beruhigt und vereinzelte Problemländer, wie aktuell Zypern, seien nicht systemrelevant. Die Inflation in der EU und der USA seien niedrig und deshalb gäbe es auch kaum oder keinen Kaufkraftverlust beim Geld.

Doch ist dies wirklich der Fall?

Wenn man sich die Preissteigerungen für z.B. Energie,Versicherungen sowie Speisen und Getränke in Restaurants seit der Euro Einführung ansieht, so muss man zu dem Schluss kommen, dass die offiziell ausgewiesene, jährliche Inflationsrate von ca. 2-3% in Deutschland und Österreich bei weitem nicht mit der tatsächlichen Preissteigerung übereinstimmt.

Diese war und ist viel höher und daher verlor und verliert das Papiergeld an Wert.

Doch Vorsicht! Dieses Szenario muss nicht immer eintreten und außerdem bedeutet es nicht, dass der Goldpreis deswegen steigen muss! Die Preise für die wichtigsten Anlageklassen, wie natürlich auch Gold, werden an den Finanzmärkten bestimmt, und diese haben ihre eigenen Regeln. Überdies ist es auch wichtig zu wissen, dass der Goldpreis in US-Dollar gehandelt wird. Somit hat man neben dem Kursrisiko auch ein Währungsrisiko.

Im Rahmen der letzten Krise kam es aufgrund von gigantischen Kreditfehlspekulationen, die ihren Ausgang in den USA hatten, zu einer (berechtigten) Massenpanik an den Börsen und damit zunächst zu einer ordentlichen Deflation.

Fast alle Anlageklassen, und damit auch Gold, verloren in wenigen Monaten massiv an Wert. Somit stieg der Wert von Papiergeld, zumindest an den Börsen, stark an, denn man konnte sich nun z.B. viel mehr Gold um den gleichen Papiergeldbetrag kaufen.

Diese Entwicklung kann jederzeit wieder eintreten, denn die gigantischen Kreditfehlspekulationen sind nicht einfach verschwunden. Sie wurden nur größtenteils vom privaten Sektor auf den öffentlichen Sektor transferiert, um einen Zusammensturz des Finanzsystems zu verhindern. Da die meisten Staaten schon vor diesem Transfer keine geringe Verschuldung hatten ist diese nun für viele nicht mehr überschaubar und wir haben mehr und mehr Schlagzeilen á la Zypern.

Fundamentale Argumente gegen Gold gibt es zur Zeit nicht. Die weltweite Goldförderungen nimmt jährlich ab, da nicht genügend neue Quellen gefunden oder (meist aus Kostengründen) erschlossen werden. Die Nachfrage nimmt sicherlich alles andere als ab, da Gold neben der industriellen Verwendung in der Elektronik, Optik, Medizin und in der Schmuckbranche auch als sicherer Hafen, Ersatzwährung und als Inflationsschutz gefragt ist.

Obwohl wir aus der Deflation der letzten Krise und allein schon aus dem Umstand, dass der Goldpreis an der Börse gehandelt wird, wissen, dass der sichere Hafen alles andere als wahr ist und wir in unserem täglichen Leben nicht einfach mit Gold bezahlen können, sollte man neben den fundamentalen Aspekten auch noch die Börsenlage betrachten.

Die sogenannten Commercial Traders, das sind die großen professionellen Börseteilnehmer, kaufen zum ersten Mal seit über einem Jahr wieder mehr Gold ein als sie verkaufen! Diese dominieren in der Regel den Markt und liegen nur sehr selten falsch.

Sollte also die Deflation noch hinausgezögert werden können, gibt es sehr gute Chancen dafür, dass sich der Goldpreis von aktuell 1.600 USD pro Feinunze auf bis zu 1.800 USD bis Jahresende erhöhen könnte.

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