Gründung

Heutzutage suchen viele Menschen den Weg in die Selbstständigkeit, die Gründe dafür sind oft vielfältiger Natur. Sei es das Streben nach Selbstverwirklichung oder der Reiz von neuen Herausforderungen oder auch die Form, die man noch als einzigen Ausweg aus der langanhaltenden Arbeitslosigkeit sieht.

Zwischen der Idee und dem Umsetzen liegt aber noch eine hohe Hürde. Und die Entscheidung einer Firmengründung im europäischen Ausland, wie beispielsweise in Österreich, muss ganz besonders gründlich überlegt sein.

Hat man sich entschlossen eine Firma zu gründen, ist es zunächst einmal zweitrangig, in welchem Land man die Firmengründung vornehmen möchte, wichtiger ist am Anfang die Firmengründung detailliert vorzubereiten. Aus diesem Grund sollte zunächst eine solide Beratung zu Fragen der Existenzgründung vorgenommen werden. In diesem ersten Beratungsgespräch müssen die Fragen der benötigten Gewerbeberechtigung genauso geklärt werden, wie die Fragen zur Rechtsform und die Sozialversicherung.

In aller Regel stehen im Zusammenhang mit diesen Fragen, auch verschiedene Behördengänge an. Bei Fragen zu den einzelnen Gebieten hat man die Möglichkeit, die Hilfe einer Beratungsfirma in Anspruch zu nehmen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Existenzgründer in Fragen zur Finanzierung und Förderung zur Seite zu stehen.

An erster Stelle steht die Ermittlung des Kapitalbedarfs, der bei falscher Einschätzung ein sehr abruptes Ende des jungen Unternehmens bedeuten kann. Eine zusätzliche Kapitalbedarfsplanung hilft, die Liquidität und Bonität der Gründungsfirma zu sichern und eine Zahlungsunfähigkeit, die sogenannte Insolvenz von vornherein zu vermeiden.

Hat man sich bei der Frage nach dem Gründungsland für die Alpenrepublik entschieden, ist es relativ einfach und die Firmengründung in Österreich rückt in greifbare Nähe. Die Europäische Union hat die Möglichkeit geschaffen, über Grenzen hinweg ein Unternehmen zu gründen, das dann auch im europäischen Ausland betrieben werden darf.

Der Start für die Information sollte in Wien erfolgen, da es in der Hauptstadt von Österreich, an ersten Adressen für Unternehmenswillige nicht mangelt. Ein zentraler Ansprechpartner ist aber in jedem Bundesland die jeweilige Wirtschaftskammer, die mit Auskunft und weiteren Tipps helfen kann.

Gründungswillige erhalten in Österreich sehr große Unterstützung, indem mit ihnen ein klar durchdachtes Konzept und die Erörterung aller Probleme, die im Zusammenhang mit der Gründung entstehen, von speziellen Beratungszentren und Berufsverbänden, erarbeitet wird. In diesem Beratungsgespräch werden aber auch schon weiterführende Punkte, wie beispielsweise die Personalplanung sowie Fragen zur Expansion erörtert.

Stellt man sich nun die Frage, warum ausgerechnet in Österreich investieren, dann gibt es dafür verschiedene Standpunkte, die eine Existenzgründung in Österreich durchaus befürworten. Da ist zum einen die Unternehmensbesteuerung und die durchaus moderaten Einkommenssteuern, außerdem verzichtet Österreich auf die Vermögens- und Gewerbesteuer.

Aber damit noch nicht genug, denn Österreich hat zusätzlich noch ein sehr günstiges Steuermodell für Privatstiftungen, von dem junge Existenzgründer absolut profitieren. Dieses Steuermodell scheint so erfolgreich zu sein, dass es bereits international auf allgemeines Interesse gestoßen ist.

Die Körperschaftssteuer beträgt in Osterreich 25 Prozent, somit liegt Österreich leicht über dem europäischen Durchschnitt. Aber die sehr attraktive Gruppenbesteuerung, sowie die Holdingbegünstigung und das Vertrauen in die Stabilität des Steuersystems in Österreich, machen das Land zu einem sehr attraktiven Standort.

Vergleicht man Österreich nur einmal mit Deutschland, dann sieht man allein schon am Kündigungsschutz, dass die Alpenrepublik einen weitaus flexibleren Kündigungsschutz als Deutschland vorsieht. Deutsche Unternehmensgründer, die sich in Österreich niederlassen wollen, profitieren zusätzlich von der ähnlichen Mentalität der Österreicher.

Die gleiche Muttersprache, von vereinzelten Dialekten abgesehen, machen es von Anfang an, viel einfacher gute Geschäftsverbindungen anzubahnen und diese auch professionell zu pflegen.

Inzwischen interessieren sich Fachkräfte aus aller Welt für die Stellenangebote in Österreich. Und das Verblüffende daran ist, Österreich zögert auch keinesfalls, diese Angebote anzunehmen und dadurch dem Land einen konjunkturellen Aufschwung zu verschaffen.

Aber der Standort Österreich hat auch einen sehr großen geografischen Vorteil, denn von Österreich aus, hat man sehr gute Möglichkeiten einen Blick auf Ost- und Südosteuropa zu werfen. Historisch gewachsene Verbindungen zu Ungarn und Tschechien und nicht zu vergessen zu der Slowakei, bieten beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Unternehmensstart.

Wirft man nochmals einen Blick auf die Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, um in Österreich eine Firma zu gründen, hat der Businessplan absolute Priorität. Welche mögliche Gesellschaftsform gewählt werden soll, ist genau so wichtig, wie die Überlegung des richtigen Standortes. Bei den Gesellschaftsformen Stehen an den vorderen Plätzen, die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), daneben wählen viele die Kommanditgesellschaft (GG) sowie die offene Handelsgesellschaft (OHG). Aber auch die Aktiengesellschaft (AG) ist eine durchaus mögliche Gesellschaftsform.

Die Unterschiede bei den einzelnen Gesellschaftsformen liegen im Wesentlichen bei den Haftungs- und Eigentumsbestimmungen.
Bevor man die Geschäftsidee in die Wirklichkeit umsetzen kann, muss zunächst einmal eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde erfolgen. Wenn dies hinter sich gebracht hat, wird dann von der Sozialversicherung und der österreichischen Wirtschaftskammer kontaktiert. Die Mitgliedschaft bei der Wirtschaftskammer ist für jeden Selbstständigen Pflicht.

Auch die Eintragung in ein sogenanntes Firmenbuch, in Form einer Datenbank des österreichischen Bundesministeriums, ist unumgänglich, um ein Gewerbe in Österreich ausüben zu dürfen. In diesem Firmenbuch werden alle Geschäfts relevanten Daten, wie der Firmensitz mit dem dazugehörigen Geschäftsführer, aber auch die Summe des Kapitals, die Frage der Prokura und der Gesellschafter detailliert, festgehalten. Das Firmenbuch hat also die gleiche Funktion, wie in Deutschland das Handelsregister.

Gewerbe ist in Österreich aber nicht gleich Gewerbe. Es gibt eine Unterscheidung in freie Gewerbe und in reglementierte Gewerbe. Fehlt bei der Unternehmensgründung das nötige Kapital, kann man auch in Österreich einen Kredit aufnehmen. Vielfach werden dafür die entsprechenden Sicherheiten verlangt. Aber genau wie in Deutschland möchte man auch die Finanzierungs- und Investitionspläne vorgelegt bekommen.

Eine weitere Hilfe für Unternehmensgründer in Österreich sind die „konzessionierten“ Kreditkanzleien, die Kredite an Privatpersonen aber auch an Gewerbetreibende vergeben. Egal, für welchen Kreditgeber man sich im Bedarfsfall entscheidet, alle haben eines gemeinsam, nämlich dass der potentielle Schuldner eine einwandfreie Weste vorzeigen kann. Genau wie in Deutschland die Schufa, gibt es auch in Österreich die entsprechende Organisation, die unter dem Begriff „Kreditschutzverband“ firmiert. Der Kreditschutzverband abgekürzt KSV wurde bereits 1870 gegründet und erteilt auf Anfrage Auskunft, über die Kreditwürdigkeit der Person.

Hat man alle diese bürokratischen und organisatorischen Bedingungen gut durchkalkuliert und ein ausreichendes Geschäftskonzept erstellt, rückt der Traum vom Arbeiten in der schönen Alpenrepublik in greifbare Nähe. Denn wie heißt es so schön, Glück kommt von Gelingen, und jeder Unternehmensgründer, der sich dieses Wort zu eigen macht, wird sehr schnell die Früchte seiner Arbeit als erfolgreichen Umsatz ernten.