Einzelunternehmen Gründung

Gründung Einzelunternehmen in Österreich

Eine einzelne Person kann als Unternehmen ein solches betreiben. Dieser haftet uneingeschränkt mit seinem Privatvermögen für die Schulden seines Gewerbes. Als Risikoträger für seine Geschäfte stehen ihm alleine die daraus erwirtschafteten Gewinne zu. Er ist des Weiteren befugt Arbeitnehmer einzustellen und Arbeitsverträge abzuschließen.

Mit der Gewerbeanmeldung oder Bewilligung durch die durch das zuständige Magistrat einzuholen ist, entsteht das Einzelunternehmen. Vorher müssen allerdings noch weitere Schritte unternommen werden, damit die Rechtsgrundlage gültig wird. Neugründer müssen eine Beratungsstelle aufsuchen und sich vorab grundlegend informieren.

Die Inhalte umfassen eine Rechts-, Finanzierungs- und Gründerberatung. Die Beratung wird mit einer NeuföG-Bestätigung amtlich und muss bei Gewerbeanmeldung vorgelegt werden. Eine weitere Voraussetzung zur Firmengründung ist der Nachweis seiner fachlichen und kaufmännischen Fähigkeiten. Kann er diesen Nachweis nicht erbringen, kann er einen Geschäftsführer einstellen, der diese Eignungen bestätigen kann.

Als Unterlagen zu Neugründung müssen dem Bezirkshautmann die Geburtsurkunde, ggf. die Heiratsurkunde, sowie die Meldebestätigung vorgelegt werden. Des Weiteren benötigt man den Aufenthaltstitel, beziehungsweise einen Staatsbürgerschaftsnachweis. Eine Strafregisterbescheinigung muss ebenfalls vorgelegt werden und darf nicht älter als drei Monate sein.

Wer ein anderes Gewerbe außer einem so genannten „freien Gewerbe“ ausüben möchte, muss einen Befähigungsnachweis erbringen (ähnlich wie in Deutschland für das Handwerk). Ein gewerberechtlicher Geschäftsführer benötigt zudem eine Bestätigung der Gebietskrankenkasse über Arbeitnehmer, die er mehr als die Hälfte der Normalzeit bei sich beschäftigt. Dazu muss er noch eine Meldung zur Sozialversicherung erbringen.

Im nächsten Schritt muss der Unternehmer das Finanzamt über seine Tätigkeit in Kenntnis setzen. Es genügt eine kurze Mitteilung über den Beginn seiner Ausübung oder Geschäftseröffnungstag. Mit einem Formular, das er dann vom Finanzamt zugesendet bekommt, muss er seinen Meldezettel und seine Ausweisdokumente dem Finanzamt vorlegen.

Um einen Eintrag ins Firmenbuch zu erlagen, muss der Jahresumsatz den Betrag von 400.000,–€ überschreiten. Ein Gutachten der Wirtschaftkammer des Firmenbuchgerichts entscheiden dann über den Eintrag in Firmenbuch. Das entspricht einer GmbH in Deutschland. Einen Firmennamen als Zusatz benennen zu können, muss er vorab im Firmenbuch eingeschrieben sein. Ein Einzelunternehmer ohne Eintrag muss seinen Vor- und Familiennamen verwenden. Somit tritt er nicht als Firma, sondern als Person auf. Eine Fantasiebezeichnung zu benenne ist jedoch jederzeit möglich und kann ggf. als Marke geschützt werden.

Wenn der Einzelunternehmer nicht als „Kleinunternehmer“ zählt, hat er dafür zu sorgen, dass er die Steuerbescheide entsprechend des Monats oder Quartals bis jeweils zum 15ten des Folgemonats abzugeben hat. Kleinunternehmer bis zu einem Nettoumsatz von 22.000,– € müssen das einmal im Jahr machen. Die Jahreserklärung zur Umsatz- und Einkommensteuer muss bis spätestens 31. März des Folgejahres abgeben.