Firmengründung

Gewerbefreiheit herrscht dank der Europäischen Union auch in Österreich. Jeder EU-Bürger darf als selbständiger Unternehmer in einem anderen EU-Staat eine Firma gründen. Für reglementierte Gewerbe muss eine entsprechende Befähigung beigebracht werden oder ein Geschäftsführer bzw. Meister bestellt werden.

Es gibt eine Reihe von Vorteilen, eine Firma gerade auch in Österreich zu gründen. Das Land ist politisch und gesellschaftlich stabil, verfügt über einen perspektivreichen Arbeitsmarkt und über eine vorteilhafte Unternehmens- und Einkommensbesteuerung. Die Anmeldung bei der Gewerbebehörde ist ein erster Schritt zur Gründung eines Unternehmens.

Danach folgt die Meldung bei der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft sowie bei der Österreichischen Wirtschaftskammer, die jedem Selbständigen als Pflichtbeitritt auferlegt ist. Die Kranken- und Pensionssicherung der Gewerbetreibenden und freiberuflich Erwerbstätigen regelt die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft.

Bei der Wirtschaftskammer ist eine je nach Gewerbe unterschiedliche Kammerumlage zu zahlen. Die Gewerbeausübung durch juristische Personen (GmbH, AG, OEG und andere) ist dahingehend reglementiert, dass diese ins Firmenbuch, welche von Firmenbuchgerichten geführt werden, eingetragen werden muss, das dem Bundesministerium für Justiz zur Einsicht vorliegt.

Alle aktuellen Informationen (Firmensitz, Geschäftsführer, Kapital, Gesellschafter, Prokura) enthält dieser Firmenbuch-Auszug. Beim Finanzamt ist eine Steuernummer zu beantragen und Information einzuholen, welche Unterlagen und Daten zu führen und im Rahmen der Steuererklärung auch abgegeben werden müssen. Eine Umsatzsteueridentifikationsnummer ist in dem Fall zu beantragen, wenn Importe und Exporte in die EU vorgesehen sind.

Werden Mitarbeiter beschäftigt, sind diese bei der Krankenkasse zu melden. Für die Errichtung und den gewerblichen Betrieb von Anlagen kann eine Betriebsanlagengenehmigung Vorschrift sein. Die Wirtschaftskammern geben alle notwendigen Auskünfte.

Hilfen und Beihilfen gibt es in Österreich viele. Mit bestimmten Förderungen können Firmengründungen begünstigt werden. An erster Stelle kann hier das Neugründungsförderungsgesetz genannt werden.
Im Jahre 2000 wurde es im Rahmen einer Steuerreform eingeführt und handelt hauptsächlich von Gebühren- und Abgabenbefreiungen, die bei Neugründung von Unternehmen wirksam werden. Diese meist geringen Beträge, die sich aber gerade bei einer Neugründung summieren können, sind beispielsweise Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben, fällige Grunderwerbssteuer für die Einbringung von Grundstücken ( bei Gesellschafterverträgen) und Gerichtsgebühren für die Eintragungen in das Firmenbuch zu diesen Positionen.

Auf dem Gebiet der Forschung und Technologieentwicklung gibt es in Österreich eine Fülle an Förder- und Beratungsangeboten sowohl auf Bundes-, Landes- und EU-Ebene. In einem Förderkompass, detaillierte Informationen können unter www.foerderkompass.at. abgerufen werden, hat das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie alle Kontaktdaten des Landes Österreich aufgeführt.

Dieser Förderkompass richtet sich sowohl an Unternehmen wie auch an Forschende und selbst an Schüler. Die Forschungsförderung des Bundes wird durch die Ministerien für Verkehr, Innovation und Technologie, Wirtschaft, Familie und Jugend sowie Wissenschaft und Forschung in Eigenverantwortung und mit vielen Programmen und Maßnahmen vorangebracht.

Diese haben eine Reihe von Förder- und Beratungsangeboten. Institutionen wickeln in der Regel im Auftrag von den Ministerien die Förderprogramme ab. Zu Institutionen, die Förderprogramme abwickeln gehören die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft, der Wissenschaftsfonds und der Austria Wirtschaftsservice. Alle Bundesländer unterhalten eigene Programme für die Förderung von Forschung und technologischer Entwicklung, die durch beauftragte Institutionen betreut werden. Auch die Europäische Union ist mit Programmen präsent, so mit dem „7. EU-Rahmenprogramm für Forschung, Technologische Entwicklung und Demonstration“.

Das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit in Österreich möchte die Unternehmensförderung in finanzieller Hinsicht lenken, da eine solide finanzielle Grundlage sehr wichtig für die ersten Schritte bei und nach der Betriebsgründung ist.

Es können einmalige Zuschüsse, begünstigte Darlehen oder staatliches Beteiligungskapital oder auch Haftungen und Garantien für Unternehmen gewährt werden. Auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend wird unter anderem ein Service unter dem Stichwort „Unternehmensgründung“ für alle diejenigen angeboten, die sich selbständig machen wollen, die sich darüber informieren wollen oder die Hilfe bei den ersten Schritten in die Selbständigkeit suchen.