Freiberufler in Deutschland

Bei einer Existenzgründung in Deutschland müssen Freiberufler ihre Tätigkeit lediglich gegenüber dem Finanzamt anmelden. Bei der Meldung wird festgelegt, ob es sich um einen Katalogberuf handelt, bei diesem gibt es keinerlei Fragen über eine mögliche Freiberuflichkeit oder eine Selbstständigkeit.

Anders sieht die Sache bei den Berufen aus, die nicht zu den Katalogberufen gehören, hier wird meist eine genaue Erklärung fällig, warum es sich um eine freien und nicht um einen selbstständigen Beruf handelt.

Bei der Meldung muss der ungefähr zu erzielende Gewinn genannt werden, anhand dieser Angaben werden die Einkommenssteuern berechnet. Ist der Gewinn sehr niedrig, fallen keine Steuern zur Vorauszahlung an, dann erfolgt die Abrechnung derselben nur über die Steuererklärung am Ende des Jahres.

Der Freiberufler muss auch festlegen, ob er von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen möchte. Dann kann er vereinfachte Rechnungen schreiben und ist nicht zum Abzug von Vorsteuer berechtigt. Auf den Rechnungen darf dann aber auch keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden. Diese Regelung besteht in gleichem Maße für Selbstständige, das Einkommen im Jahr der Gründung darf dann 17.500 Euro nicht übersteigen, im Jahr darauf dürfen nicht mehr als 50.000 Euro Gewinn gemacht werden. Wenn der Beruf nicht als freier Beruf eingestuft wird, ist eine Meldung beim Gewerbeamt nötig, was aber in der Regel bereits das Finanzamt in die Wege leitet. Dann muss der Selbstständige Gewerbesteuern zahlen.

Damit der Start in die Selbstständigkeit oder Freiberuflichkeit gelingt, können Kredite zu besonders günstigen Konditionen oder Fördermittel von der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch genommen werden. Die zinsgünstigen Kredite werden in erster Linie von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergeben. Sie haben besonders lange Laufzeiten und können für einige Jahre tilgungsfrei laufen. Die Zinsen sind niedrig und die Förderung stellt eine echte Hilfe für den Existenzstarter dar.

Als nächstes stellt sich für den Freiberufler die Frage nach der richtigen Versicherung.
Kranken- und Pflegeversicherung sowie Rentenversicherung: gesetzlich oder privat krankenversichert?

Hier ist zum einen der ausgeübte Beruf mit dem jeweiligen Einkommen, als auch zum anderen die persönliche Lebenssituation ausschlaggebend.
Eine private Haftpflichtversicherung sollte auf jeden Fall abgeschlossen werden, darüber hinaus die Berufsunfähigkeits- und die Unfallversicherung. Ob eine berufliche Haftpflichtversicherung oder eine Berufsrechtsschutzversicherung vonnöten sind, muss jeder selbst entscheiden. Eventuell können Ansprüche auch durch den Haftungsausschluss abgewiesen werden.

Wenn die Einnahmen ausreichend sind, ist eine freiwillige Arbeitslosenversicherung zu empfehlen, damit im Falle des Scheiterns der freiberuflichen oder selbstständigen Existenz der Anspruch auf Hilfe vom Staat besteht.

Quelle: lektorat.de