Hausratversicherung

Wenn es sich um die erste eigene Wohnung handelt, ist der Hausrat meist noch ziemlich einfach. Denn wenn man noch sehr jung ist, und seine erste eigene Wohnung bezieht, passen die Möbel meist in einen Minitransporter. Häufig sind es die Möbel aus dem elterlichen Kinder- oder Jugendzimmer, die man als Ersteinrichtung mitnimmt und was dann noch fehlt, wird nachgekauft und trägt oft Namen wie „Björn“ oder „Billy“. Aber eines Tages kommt bei den meisten die Erkenntnis, dass man das schlichte Holzregal, einfach nur über hat und man vernarrt sich in das kleine aber sehr teuere Biedermeierschränkchen und die vom Vermieter zur Verfügung gestellte Kücheneinrichtung, wird durch eine moderne Markeneinbauküche ersetzt.

Eine Hausratversicherung ist unverzichtbar für den Fall, dass die Waschmaschine ausläuft, Einbrecher ein Fenster aufbricht, ein Sturm das Dach abräumt oder ein Feuer die Wohnung verwüstet.

Über eine Hausratversicherung sollte man spätestens dann nachdenken, wenn mit der Einrichtung ein paar Tausend Euro zusammengekommen sind. Das gilt für Mieter wie für Eigentümer.Was die Hausratversicherung kostet, orientiert sich an der persönlichen Lebenssituation, der abgesicherten Summe und nach dem Wohnsitz. Der Standardschutz für einen Hausrat im Wert von 50.000 Euro beläuft sich auf etwa 170 Euro im Jahr.

Die Versicherungssumme kann man nach einer Formel selbst berechnen: Quadratmeter der Wohnfläche multipliziert mit 650 Euro.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie Ihren Hausrat richtig schätzen können, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Versicherer suchen und sich bei ihm über eine Quadratmeterpauschale unterhalten. Denn bei der Vereinbarung über die Quadratmeterpauschale schließt die Versicherung eine Unterversicherung meistens aus. Wenn Sie allerdings tatsächlich nur in einem kleinen Appartement wohnen, ist diese Berechnung für Sie nicht geeignet, da Sie in solch einem Fall garantiert zu viel zahlen.

Sie sollten dann gegebenenfalls überlegen, ob Sie einzelne Wertgegenstände separat versichern wollen. Davor müssten Sie die Wertgegenstände aber erst einmal schätzen lassen.Wichtig ist also, dass Sie immer den ganzen Hausrat versichern. Wenn Sie beispielsweise Hausrat für 50.000 Euro besitzen, aber nur 40.000 Euro Versicherungssumme vereinbaren, erhalten Sie im Schadenfall von der Versicherung auch nur 80 % Prozent Entschädigung auf Ihr beschädigtes oder gestohlenes Gut, und da spielt es dann keine Rolle, ob es sich nur um ein Teil oder um den gesamten Hausrat handelt.

In der Regel kommt die Versicherung für Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm ab Windstärke acht und Hagel sowie Einbruchdiebstahl und Vandalismus auf. Versichert ist der komplette Hausrat, von Möbeln, Gardinen, Wäsche, über Schrankinventar bis hin zu Elektrogeräten.
Die Versicherung bezahlt den Wiederbeschaffungswert der zerstörten oder abhanden gekommenen Gegenstände. Wertsachen oder Kunstwerke können mit einem Anteil der Versichertensumme (zum Beispiel 20 Prozent) abgesichert werden.

Wer besonders kostbare Dinge besitzt, etwa sehr wertvollen Schmuck, teure Kunstgegenstände oder Antiquitäten sollte eine
Spezialversicherung abschließen bzw. die Deckungssumme aufstocken.Legen Sie eine Liste der wertvollen Gegenstände an, die Sie auch immer wieder aktualisieren sollten, und hinterlegen Sie diese zusammen mit den Kaufbelegen außerhalb Ihrer Wohnräume (zum Beispiel in einem Schließfach). Bei einem Schadenfall wird nur gezahlt, was nachgewiesen werden kann.

Von Zeit zu Zeit sollten Sie Ihren gesamten Hausrat auf Neuanschaffungen überprüfen.Fahrräder sind nicht automatisch in der Hausratversicherung mitversichert. Deshalb die Vertragsklauseln genau studieren und evtl. eine eigene Fahrradversicherung abschließen.
Tritt ein unerwarteter Schaden ein, kann dies sowohl für den Mieter als auch für den Eigentümer den finanziellen Ruin bedeuten.
Was vielen Verbrauchern überhaupt nicht bekannt ist, auch im Urlaub sind Gegenstände, die zu Ihrem Hausrat gehören, versichert. Das heißt, wenn Sie eine Hausratversicherung haben, sind diese Gegenstände, die Sie im Urlaub verlieren, innerhalb bestimmter Entschädigungsgrenzen, genau so versichert, als wenn sie bei Ihnen zu Hause abhanden gekommen wären.

Daraus folgend können Sie auf eine Reisegepäckversicherung verzichten, da es sich dann nämlich um eine Doppelversicherung handeln würde und diese Kosten können Sie sich sparen.
Wenn Ihr Versicherer Ihnen mitteilt, dass er die Prämie für Ihre Hausratversicherung erhöhen möchte, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Sie müssten die Kündigung in einem solchen Fall, dann schriftlich und innerhalb eines Monats nach der Mitteilung über die geplante Erhöhung, Ihrem Versicherer zuschicken.

Wenn Sie die Wohnung wechseln, besteht zunächst innerhalb der Bundesrepublik Deutschland, für beide Wohnungen Versicherungsschutz. Dieser Schutz erlischt allerdings nach zwei Monaten. Dann gilt der Versicherungsschutz nur noch für die neue Wohnung.
Wenn es bei Ihnen und Ihrem Ehepartner zu einer Trennung kommt, d.h. einer der Vertragspartner zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus, und der andere Ehepartner bleibt in der ehemals gemeinsamen Wohnung, gilt ebenfalls zunächst das Prinzip, dass beide Wohnungen versichert sind. Diese Regelung läuft bis zur Änderung des Versicherungsvertrages, aber maximal bis zum Ablauf von drei Monaten nach der nächsten, auf den Auszug des Versichertennehmers fälligen Prämie. Ab diesem Zeitpunkt besteht dann nur noch Versicherungsschutz in der neuen Wohnung des Versicherungsnehmers.

Wie ist die Sachlage, wenn Sie eine unbewohnte Wohnung, infolge eines mehrmonatigen Urlaubs etc., haben? Ist die Wohnung mehr als 60 Tage im Jahr unbewohnt und wird von niemanden beaufsichtigt, dann müssen Sie diese Tatsache dem Versicherer mitteilen.
Bei Umfragen in Deutschland, welche Versicherungen die meisten Deutschen haben, stand die Hausratversicherung mit an vorderer Stelle.

76,5 Prozent der Deutschen haben eine Hausratversicherung, um damit Ihr Mobiliar und Ihre Wertgegenstände abzusichern.
Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als ob die Regeln der Hausratversicherung klar und eindeutig seien. Vorsicht ist hier geboten. Sicherlich deckt die Hausratversicherung eine Menge von Gefahren ab, aber die Tücke liegt wie so oft, im Detail. Da gibt es beispielsweise bei Blitzeinschlägen Entschädigungsgrenzen. Denn Blitz- und Überspannungsschäden werden in aller Regel nur in einer Höhe von zehn Prozent der Versicherungssumme abgedeckt. Das heißt, dass teure elektrische Geräte, wie der Flachbildschirm, der neueste Computer oder das Dolby Surround System nur unzureichend versichert sind.

Ist man auf der Suche nach einer neuen Wohnung und ist schließlich fündig geworden, fordern viele Vermieter, den Nachweis einer Hausrat- bzw. einer Haftpflichtversicherung. Inzwischen gibt es aber Urteile, das dies unzulässig ist. Kein Vermieter kann Sie zwingen, eine Hausratversicherung abzuschließen.

Seit dem 1. Januar 2009 gibt es das neue Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Darin sind Streitigkeiten aus der Vergangenheit geregelt, wenn beispielsweise ein Einbruch erfolgte und der Einbrecher über ein gekipptes Fenster Zutritt in die Wohnung bekam. Das neue Gesetz besagt, dass ab diesem Zeitpunkt nach einer sogenannten Quotelung die Schwere des Verschuldens ermittelt werden muss.

Zur Erklärung für österreichische Leser: Die Hausratversicherung ist der Name der Haushaltsversicherung in Deutschland.