Krankenversicherung für Ausländer

Eine Krankenversicherung für Ausländer ist in Österreich oft unumgänglich. Natürlich muss man diese nicht für einen kurzen Besuch in Österreich abschließen, sondern erst wenn man plant eine längere Zeit dort zu verbringen. Oft ist eine Krankenversicherung für Ausländer schon für die Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung vorgeschrieben.
Wichtig ist, dass man die Krankenversicherung schon weit vor Einreise nach Österreich abschließt. Sehr nachteilig würden sich sonst Krankheiten auswirken, die man plötzlich und unerwartet bekommt und dann nicht über eine Krankenversicherung abgesichert sind. Dieser Fall ist mit hohen Kosten verbunden und dem sollte man also schon von vorn herein entgegen wirken.

Das Land Österreich stellt für Menschen, die nur für eine sehr kurze Zeit in Österreich verbleiben eine kurzzeitige Krankenversicherung zur Verfügung. Diese sogenannte Kurzpolizze wird gleich nach Zahlung der Geldprämien ausgehändigt und erteilt Ausländern einen ausreichenden Versicherungsschutz, während einer kurzen Zeit. Beispielsweise wäre dies bei einem österreichischen Versicherer, der Wiener Städtischen Versicherung, bei einer maximalen Laufzeit von 3 Monaten eine Prämie von 20 Euro pro Monat. Die Versicherungssumme würde dann 30.000 Euro betragen. Um eine Kurzpolizze abzuschließen muss man diese eigentlich nur mit dem Versicherer ausfüllen, einen Zahlschein bar einzahlen und diesen dem Versicherer vorlegen und schließlich die Polizze mitnehmen.

Doch auch wer längerfristig in Österreich bleiben möchte, muss sich ausreichend kranken versichern. Die Auswahl an Krankenversicherungen in Österreich ist groß und jeder Anbieter wirbt um seine Kunden. Dennoch sollte man sich die Zeit nehmen, die Versicherer genauestens zu vergleichen, was ist versichert, wie sind die Beiträge und vor allen Dingen, was steht mir in einem Versicherungsfall garantiert zu.

Vor ab kann man sich natürlich schon ein Mal Informationen im Internet suchen, doch um sich dann tatsächlich für einen Versicherer zu entscheiden, ist eine persönliche Beratung von den österreichischen Versicherungen sehr von Vorteil.
Bekannte österreichische Versicherungen sind: die Kärnter Gebietskrankenkasse, die Tiroler Gebietskrankenkasse, die Wiener Gebietskrankenkasse, die Salzburger Gebietskrankenkasse, die Vorarlberger Gebietskrankenkasse und die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse.

Alle Krankenkassen haben selbstverständlich ganz unterschiedliche Bedingungen und Leistungen, die man vorher bedenken sollte. Jedes Bundesland hat somit seine eigene Versicherung. Bestimmte Berufsgruppen haben spezielle Krankenversicherungen wie für Bundesbedienstete, Bauern oder Eisenbahner. Selbstständige und Unternehmer hingegen sind in der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft versichert. Die Beiträge sind in den Krankenkassen sehr unterschiedlich. So bezahlt man in der Kärntner Gebietskrankenkasse etwa 21,8% von seinem Bruttolohn in die Krankenversicherung ein. Dabei ist dann aber auch die komplette Familie abgesichert. Dagegen liegt der Beitragssatz bei der Tiroler Gebietskrankenkasse nur bei 18 % und auch hier sind Familienmitglieder komplett mitversichert. So unterschiedlich die Beitragssätze sind, so unterschiedlich auch die Leistungen bei allen Krankenkassen. Um hier entsprechende Informationen zu bekommen, sollte ein persönliches Gespräch mit Mitarbeitern der verschiedenen Krankenkassen geführt werden, da diese auch über ständige Änderungen unterrichtet werden und ihre Klienten darüber aufklären können.

In den wesentlichen Leistungen sind sich aber alle Krankenkassen sehr ähnlich. So kann jeder Versicherte einen Arzt aufsuchen und sich behandeln lassen, wenn das von Nöten ist oder wenn Vorsorgeuntersuchungen, speziell auch für werdende Mütter und Kinder in Österreich, anstehen. Operationen und anschließende Kuren werden auch von allen Versicherern in Österreich übernommen. Sogar Zahnbehandlungen werden von den meisten Versicherungen bezahlt und die meisten bieten auch Zuschüsse für Zahnersatz. Für Kinder gibt es in der Schule eine Jugenduntersuchung und später eine Gesundenuntersuchung, die ebenfalls von allen Krankenkassen in Österreich übernommen werden.

Neben der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht können sich Ausländer auch privat versichern. Hier werden zwei verschiedene Formen in Österreich angeboten die zum Einen die Krankenhauskostenversicherung und zum Anderen die Taggeldversicherung ist. Eine private Krankenversicherung lohnt sich allerdings nur dann, wenn man wirklich über einen langen Zeitraum in Österreich bleiben möchte. Kurzzeitig wäre eine private Versicherung nicht von Vorteil. Doch Krankenversicherungen müssen in Österreich nicht nur für Arbeiter oder Angestellte abgeschlossen werden. Auch Aupair oder ausländische Stundenten müssen einen ausreichenden Krankenversicherungsschutz nachweisen können, bevor sie in Österreich einreisen dürfen.

Wie in vielen europäischen Ländern ist das Gesundheitssystem auch in Österreich ein problematischer Bereich und hat mit großen Behinderungen zu kämpfen, denn auch hier sind die Kassen leer und man bemüht sich dennoch, gute Krankenversicherungsleistungen auch für Ausländer aufzubringen. Das hierzu bestimmte Einschränkungen gelten, die sich in vielen Leistungen der unterschiedlichen Versicherern bemerkbar machen, ist leider unumgänglich.

Wie dem auch immer sei, bei all den verschiedenen Leistungen und Versicherungen den Überblick zu behalten ist sehr schwierig. Wie bereits erwähnt, sollte man darum schon vor Einreise und vor Beantragung eines Visums eine eingiebige Beratung in Punkto Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Je nachdem in welches Bundesland man seinen Aufenthalt in Österreich verbringt, kann man sich hier bei der örtlichen Gebietskrankenkasse informieren und entsprechend seine Krankenversicherung abschließen. Da sich die Kosten bis zu einer bestimmten Beitragsbemessungsgrenze und abhängig vom Lohn sehr schnell errechnen lassen, hat man sofort eine klare Vorstellungen von den Kosten, die man für die Krankenversicherung während seines Aufenthalts in Österreich aufbringen muss und kann sich selbst und wohlmöglich auch weitere Familienmitglieder darauf einstellen.