Vorteilskarten

Was ist eine Kunden- oder Vorteilskarte und warum werden Kundenkarten überhaupt ausgegeben?

Kundenkarten sind für ein Unternehmen eine gute Möglichkeit, um mit den Kunden in Kontakt zu treten und zu bleiben – sie dienen also vor allem der Kundenbindung. Es gibt kaum eine größere Handelskette, wo man beim Bezahlvorgang nicht „Haben Sie schon unsere xxx-Card?“ gefragt wird – und tatsächlich ist statistisch jeder Österreicher bei mehr als einem Unternehmen als Stamm, Vorzugs- oder VIP-Kunde registriert.

Die Bezeichnungen variieren, der Hintergrund ist stets derselbe. Das Unternehmen gewährt den Stammkunden gewisse Vorteile – und verfügt im Gegenzug dafür über die persönlichen Daten von zahlreichen Kunden, die dann für statistische Auswertungen, Postwurfkampagnen und dergleichen verwendet werden. Es wäre aber ein Irrtum zu glauben, dass nur große, österreichweit tätige Handelsunternehmen Kundenkarten ausstellen: Diese sind genau so oft beim lokalen Greißler oder sogar beim Apotheker zu finden: Die Idee hat sich quer durch alle Branchen, unabhängig von der jeweiligen Größe, durchgesetzt. Es gibt sogar schon eigene Etuis, in denen man bis zu 40 Kundenkarten praktisch verstauen und mit sich führen kann – das spricht für sich selbst!

Wie erhalte ich eine Kundenkarte, kostet diese etwas?

Diese Karte kann man entweder in der Filiale direkt oder über das Internet anfordern. In der Regel genügt die Angabe der persönlichen Daten, der Adresse, von Geburtsdatum und E-Mail. Nach kurzer Zeit erhält man dann die Kundenkarte zugeschickt. Diese sind in der Regel groß mit dem Logo des jeweiligen Unternehmens versehen und überhaupt optisch ansprechend gestaltet. Kundenkarten sind in der Regel gratis, es sei denn, es geht um ganz exklusive Unternehmen mit den entsprechenden Kunden – da kann es dann auch schon mal was kosten, um in diesen elitären Kreis eingelassen zu werden.

Welche Vorteile habe ich von einer Kundenkarte?

Die Vorteile, die man als Besitzer einer Kunde- oder Bonuskarte hat, sind vielfältig. Zum einen kann es sein, dass es vom Unternehmen spezielle Angebote exklusiv für Kundenkartenbesitzer gibt oder dass man die Möglichkeit hat, gewisse Waren vor deren allgemeiner Verfügbarkeit zu bestellen oder zu kaufen. Oft sind die Kundenkarten auch mit einem Bonus-System ausgestattet: Abhängig vom erzielten Jahresumsatz wird ein gewisser Prozentsatz als Gutschein ausgegeben, mit dem der Kunde dann wiederum bei diesem Unternehmen Einkäufe tätigen kann. Manche Ketten gewähren den Kundenkartenbesitzern auch Ermäßigungen auf alle oder spezielle Produkte.

Die Informationen diesbezüglich erhält der Kundenkartenbesitzer in der Regel per Post oder mit einem Newsletter per E-Mail. Manche Kundenkarten bieten auch eine Doppelfunktion: So gibt es zum Beispiel von Wein & Co oder Gullivers Reisen Kundenkarten, die gleichzeitig eine Kreditkartenfunktion haben – und das alles gratis. So hat man neben den Vorteilen als Stammkunde auch noch die Möglichkeit der weltweiten Bezahlung mit dieser Kreditkarte und eventuell auch noch Preisnachlässe bei Mietwagenunternehmen etc.

Auch kann der Kunde sicher sein, rechtzeitig zu seinem Geburtstag, zu Weihnachten oder vor dem Valentinstag mit Post- oder E-Mail-Zuschriften an dieses Ereignis erinnert zu werden. Dies erfolgt eventuell sogar in Verbindung mit einer kleinen Aufmerksamkeit, die man beim nächsten persönlichen Besuch in der Filiale einlösen kann.

Was sind die Nachteile einer Kundenkarte?

Man kann eine Kundenkarte natürlich jederzeit zurückgeben. Hin und wieder werden zwar Bedenken bezüglich des Datenschutzes laut, diese sind aber zu vernachlässigen. Es geht dem Unternehmen nicht darum, ob Herr Huber jeden Freitag zwei Kisten Bier kauft. Statistisch interessant ist nicht der Einzelne, sondern die Summe der Kunden: Welche Produkte werden gekauft, welche nicht, welchen von Herren und welche eher von Damen?

Danach kann das Unternehmen dann das Sortiment ausrichten oder auch zielgerichtete Werbung machen. Auch unterliegen die Daten allesamt dem Datenschutz und dürfen nicht weitergegeben werden. Wer es ganz genau wissen will, der kann sich den Antrag zur Kundenkarte genau durchlesen – dort steht, was mit den Daten geschieht und was nicht – übertriebene Paranoia ist also hier sicher nicht angebracht!