Lebensversicherung kündigen

Lebensversicherungen in Österreich werden (unter anderem) von folgenden Unternehmen angeboten:
-Aspecta LebensversicherungAG
-Dialog Lebensversicherungs AG
-FinanceLife Lebensversicherung AG
-Pensionsversicherungsanstalt (PVA)
-Quelle Lebensversicherung AG
-Skandia Leben AG

Zunächst sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass das Wort „Lebensversicherung“ lediglich einen Oberbegriff darstellt. Wir verstehen unter diesem Begriff die Ablebensversicherung (hier wird noch einmal unterteilt in die Risiko-Lebensversicherung und die Sterbegeldversicherung) und die Erlebens-Versicherung, also einen Kapital-Vorsorgeplan.

Grundsätzlich gilt wie überall auch die Funktion umso höheres Risiko für den Versicherer desto teurer, also höher im Beitrag. Jedes Produkt hat daher ganz selbstverständlich seine Eigenarten, sei es in der Höhe der Beiträge, in den versicherten Risiken oder beispielsweise auch wenn sich durch irgendwelche Veränderungen der Gegebenheiten die Liquidität des Versicherungsnehmers ändert.

Es sind nicht wenige Faktoren, die es zu beachten gilt bevor man einen doch eher langfristigen Vertrag unterschreibt. Die Hauptfrage und damit die erste wichtige Entscheidung einholend, ist die nach der Person oder den Personen, die letzten Endes im eigentlichen Sinne durch diesen Vertrag abgesichert werden sollen. Bei einer Sterbegeldversicherung zum Beispiel, möchten wir die Nachkommen im Hinblick auf die Beerdigung usw. finanziell entlasten. Hier haben wir also beispielsweise 5000 Euro, die wir dann gerne an unsere Nachkommen ausgezahlt haben möchten.

Dann ergibt sich daraus je nach Alter, Gesundheitszustand usw. ein monatlicher Versicherungsbeitrag von sagen wir 40 Euro. Hier sammelt sich kein Kapital an, das wir zu Lebzeiten ausgezahlt bekämen. Bei dieser Versicherung muss man sich im Falle einer Kündigung auch keine großen Gedanken machen, wann und wie das am Vorteilhaftesten wäre. Ausgezahlt wird in diesem Fall so oder so nichts. So verhält es sich auch bei der Risiko-Lebensversicherung. Dieses Produkt dient zur Absicherung von Darlehen und Krediten für den Fall, der Darlehens- oder Kreditnehmer stirbt und hinterlässt somit die Schulden. Auch hier ist eine Kündigung unproblematisch, vorausgesetzt der Darlehens- oder Kreditgeber bedingt aus welchen Gründen auch nicht weiterhin auf das Bestehen dieser Versicherung. Je nach vertraglicher Vereinbarung also kann Tod und / oder Erleben oder aber auch eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, die beispielsweise durch eine Krankheit hervorgerufen wurde versichert werden.

Das Thema „Kündigung“ wir also in der Erlebensfallversicherung eigentlich erst interessant. Bei dieser Versicherungsform ist das Ziel, eine kapitale Vorsorge für die Zukunft, für das Alter zu treffen. Die Mindestlaufzeit ist gesetzlich bestimmt und beträgt zwölf Jahre. Ist der Versicherungsnehmer hier während der Laufzeit über einen Zeitraum nicht solvent und kann die monatlichen Beiträge nicht mehr oder nicht in der vertraglich vereinbarten Höhe begleichen, bleiben mehrere Möglichkeiten.

Man kann versuchen mit dem Versicherungsunternehmen einen geringeren Beitrag erhandeln, wodurch selbstredend die Versicherungssumme auch verringert wird. Auch ist eine Beleihung bis zum aktuellen Rückkaufwertes gegen Zinsen möglich, um vielleicht die Zeit der bestehenden finanziellen Schwierigkeiten zu überbrücken. Hier muss man sich darüber im Klaren sein, dass die monatlichen Belastungen sodann höher werden, denn die Zeit in der das Geld dem Unternehmen nicht zur Verfügung stand wird zinspflichtig.

Genau zu durchdenken ist daher auch die Möglichkeit der Kündigung. Jährlich schickt das Lebensversicherungsunternehmen eine Berechnung zu, aus der u.a. der Rückkaufwert der Versicherung hervor geht. Geregelt ist dieser Sachverhalt in § 176 VVG In der Regel verläuft es höchst unproblematisch, möchte man diesen Weg gehen. Der eingezahlte Beitrag und die Ansprüche aus der Verzinsung ergeben u.a. den Rückkaufwert. Eine vorzeitige Kündigung ist aber ein finanziell nicht unerheblicher Verlust für die Versicherten.

Auch in Österreich gibt es die Möglichkeit, seine Versicherung zu verkaufen. Es gibt inzwischen Unternehmen, die sich auf diesen sogenannten Secondhandmarkt für Lebensversicherungen spezialisiert haben. Ein Verkauf der Lebensversicherung ist oft für den Verkäufer vorteilhafter als die vorzeitige Kündigung. Der Käufer unterliegt dann der Steuerpflicht für die Erträge aus dem Vertrag. Die beste Lösung ist individuell zu suchen und zu finden und hängt auch immer mit den Gründen zusammen, warum letzten Endes der Versicherungsvertrag in der bestehenden Form nicht weiter fortgeführt werden kann oder ob auch erst einmal eine Vorerstlösung darin bestehen kann, die Belastung, die sich aus den monatlichen Beiträgen ergeben, etwas zu verkleinern.

Vom Grundsatz her ist vorgesehen, dass gilt für Österreich und Deutschland, dass der Rückkaufwert standardisiert zumindest auf der Basis der Rechnungsgrundlagen der Beitragskalkulation berechnet werden muss. Österreich bezieht sich hierbei auf die anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik errechneten Zeitwert der Versicherung. Eine vorzeitige Kündigung eines Lebensversicherungsvertrages ist keine Seltenheit.

Dies lässt sich schon aus der langen Laufzeit ableiten. Oft tritt auch schon kurz nach Vertragsbeginn eine Veränderung der Lebenssituation in dem Maße ein, dass auch eine Änderung der Versicherungssituation unumgänglich ist. Man kann die Ursachen in nicht ausreichender Qualität der Beratungsgespräche sehen, ebenso darin, dass die Lebensversicherung in Anbetracht der Tatsache, dass sie unter Umständen von einer Lebensdauer von 75 Jahren ausgehend 16 % unseres Lebens dauert, sehr unflexibel ist. Sie kann sich den natürlichen Veränderungen im Laufe eines Lebens nicht anpassen.

Heute ist wohl die Hauptursache in der wachsenden Arbeitslosigkeit zu suchen und in der Instabilität im Gesamten gesehen. Unter einem sicheren Arbeitsplatz versteht man heute kaum mehr was man vor 20 Jahren darunter verstanden hat. Die Veränderungen im Leben der Menschen treten immer schneller und immer kurzlebiger auf. Die Lebensversicherer werden keinen anderen Weg finden, als mit mindestens genau so flexiblen, sich der jeweiligen Situation der Menschen Versicherungen auf den Markt zu gehen. Dann finden auch wieder mehr Menschen den Mut, Lebensversicherungsverträge abzuschließen, die kein Starre für die kommenden mindestens 12 Jahre verlangen, heute realistisch betrachten, schon fast eine Unmöglichkeit.
Da hier aber auch mit den Mühlen der Justiz gemahlen werden muss, können wir uns darauf nicht so bald freuen. Im Übrigen werden kurz vor Ende der Laufzeit fast ebenso viele Verträge vorzeitig gekündigt wie die neueren Verträge. Kündigt man eine Lebensversicherung, in die man erst wenige Prämien entrichtet hat, kann es sogar passieren, dass man weniger ausgezahlt bekommt, als man bis dahin selbst bezahlt hat. Abzuziehen sind dann nämlich noch diverse Positionen, die für den Versicherer einen Aufwand zur Folge hatten, da ihm ja nun auch nicht die vertraglich vereinbarte Prämie zur Verfügung steht. Erst nach einigen Jahren Versicherungslaufzeit ändert sich dies wieder. Es gibt in Österreich viele verschiedene Möglichkeiten, finanzielle Sicherheit zu schaffen oder zumindest ansatzweise dazu beizutragen.

Vor einem Abschluss sollten alle diese Möglichkeiten durchleuchtet werden, Eventualitäten so weit wie möglich einkalkuliert werden und möglichst ein solcher Betrag für die monatliche Prämie oder den Sparbetrag, je nach dem für welchen Produkt man sich entscheidet, zu finden, den man auch leisten kann, wenn doch Unvorhersehbares geschieht. Schließlich möchte niemand dann auch noch finanziellen Schaden in der Hinsicht nehmen, dass ihm auch bereits entrichtete Gelder nicht mehr in voller Höhe zustehen, bzw. er keinen Anspruch mehr darauf hat.

Manchmal kann es sogar lohnenswerter sein, zwei kleinere Verträge abzuschließen. Eine kleine Lebensversicherung und einen kleinen Sparvertrag bei der Bank, zum Beispiel, denn wie oben bereits erwähnt, wir sprechen von einer sehr langen Zeit im Leben eines Menschen – schon dann wenn wir von der Mindestlaufzeit ausgehen – diese Jahre überbrücken immer, wann man den Vertrag auch immer abschließt, in welchem Alter man auch sein mag, zwei Lebensabschnitte miteinander, die Strukturen und Situationen neu aufbauen – und zwar mal abgesehen von der Arbeitsmarktsituation.

Übrigens zahlen Frauen, anders als bei privaten Krankenversicherungen, grundsätzliche günstigere Prämien in die Lebensversicherungen ein. Das ist das Ergebnis von demographischen Forschungen, nach deren Erkenntnissen Frauen länger leben und die Versicherungsunternehmen demnach für sie weniger Reserven bereit halten müssen.