Arbeitslosigkeit
Bei Arbeitslosigkeit herrscht Unausgeglichenheit am Arbeitsmarkt, bei dem Arbeitsangebot die Arbeitsnachfrage übersteigt. Ein Teil der Erwerbspersonen (zu denen die Erwerbstätigen sowie –losen zählen) geht keiner Erwerbstätigkeit nach. Arbeitslosigkeit stellt zudem eine Nichtauslastung des Produktionsfaktors Arbeit dar (Unterbeschäftigung), was bedeutet, dass das verfügbare Potenzial an Arbeitskräften nicht zur Gänze zur Güterproduktion und dem Nachgehen von Dienstleistungen ausgeschöpft wird. Es kann/muss zwischen verschiedenen Arten der Arbeitslosigkeit unterschieden werden:
• Natürliche Arbeitslosigkeit: Sie stellt sich aufgrund der Marktkräfte ein und kann nicht dauerhaft von Geld- und Fiskalpolitik beeinflusst werden. Natürliche Arbeitslosigkeit stellt zumeist eine Art unfreiwilliger Arbeitslosigkeit dar. In einer ausgeglichenen Volkswirtschaft sollte die natürliche Arbeitslosigkeit idealerweise so niedrig wie möglich sein, da davon ausgegangen wird, dass aufgrund der Flexibilität der Löhne mehr oder weniger Vollbeschäftigung herrscht.
• Friktionelle Arbeitslosigkeit: Diese Art der Arbeitslosigkeit (sie ist Teil der natürlichen Arbeitslosigkeit) entsteht durch den Wechsel des Arbeitsplatzes und schließt den Zeitraum zwischen Beendigung der alten bis zum beginn der neuen Tätigkeit ein. Somit ist die friktionelle Arbeitslosigkeit kurzfristig und kann sowohl freiwillig (man möchte einer für sich besser geeigneten Tätigkeit nachgehen und sucht sich daher eine neue Stelle) als auch unfreiwillig (Kündigung durch den Arbeitgeber) erfolgen.
• Klassische Arbeitslosigkeit: Sie wird auch lohnbedingt Arbeitslosigkeit genannt und stellt sich ein, weil sich Löhne nicht schnell genug anpassen. Ausgelöst wird sie also durch konjunkturelle Schwankungen.
• Strukturelle Arbeitslosigkeit: Sie ist eine art der langfristigen Arbeitslosigkeit und wird durch Veränderungen in verschiedenen Wirtschaftsbranchen ausgelöst, z.B. technische Neuerungen (technologisch bedingter Rückgang der Nachfrage nach Arbeitern, die auf dem neuen Gebiet noch völlig ungelernt sind; so z.B. in den 1990er-Jahren durch die Computerrevolution, was v.a. für die ältere Generation schwer war) oder neue Interessen am weltweiten Markt, wodurch einzelne Bereiche nicht mehr in ihrer bisherigen Ausprägung erwünscht oder erforderlich sind. Ein weiterer Auslöser für strukturelle Arbeitslosigkeit stellt das Outsourcing dar, bei dem man sich beispielsweise in Asien um billigere Arbeitskräfte umsieht. Strukturelle Arbeitslosigkeit ist langfristig, weil auch strukturelle Umstellungen meist einen länger andauernden Veränderungsprozess nach sich ziehen.
Daneben existieren aber auch noch Begriffe wie Jugendarbeitslosigkeit oder Langzeitarbeitslosigkeit.
Die Gründe für Arbeitslosigkeit können sehr vielfältig sein, ein paar wurden bereits genannt. Hier noch einmal eine überblicksmäßige Darstellung der möglichen Ursachen:
• Großzügige Arbeitslosenunterstützung
• Technologisch bedingter Rückgang der Nachfrage nach Arbeitern, die auf dem neuen Gebiet noch völlig ungelernt sind (so wie dies in den 1990er-Jahren durch die Computerrevolution der Fall war)
• Starker Anstieg der Lohnnebenkosten (Nichtleistungslöhne, Sozialversicherungsbeiträge, …)
• Stark ausgeprägter Arbeitnehmerschutz
• Explosion von Löhnen gekoppelt mit Rückgang des Produktivitätswachstums [reale Wachstumsrate des BIP] (auch höhere Mindestlohnvorschriften können einen Grund für erhöhte Arbeitslosigkeit darstellen)
Natürlich dürfen auch die Konsequenzen, die eine hohe Arbeitslosigkeit auf die Gesamtwirtschaft eines Landes hat, nicht außer Acht gelassen werden: das Wirtschaftswachstum ist eingeschränkt, die Finanzierung der Sozialsysteme und Maßnahmen des Arbeitsmarktes werden erschwert. Sind weniger Personen erwerbstätig, hat der Staat Steuerausfälle zu beklagen (z.B. Rückgänge bei Lohn- und Einkommenssteuer). Des Weiteren konsumieren Erwerbslose zwangsweise weniger, was sich natürlich wiederum auf die Wirtschaft eines Landes auswirkt.
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