Ratgeber KFZ Finanzierung – Worauf achten

Bei der Kfz-Finanzierung stehen dem Autokäufer prinzipiell mehrere Wege zur Verfügung, deren Vorzüge oder Nachteile sich aus zwei Aspekten ergeben: der geplanten Nutzung des Fahrzeugs und dem rein finanziellen Vorteil der einen oder anderen Variante. Im besten Fall geht beides Hand in Hand, zum Beispiel beim Leasing von Firmenwagen mit kurzer Nutzungsdauer. Es gibt aber auch Fälle, wo sich die Aspekte widersprechen und gründliches Abwägen nötig ist.

Die günstige Barzahlung

Obgleich auf den ersten Blick mit den größten Vorteilen verbunden, hat auch die Barzahlung eines Fahrzeuges Nachteile. Sie wird immer noch von etwa einem Drittel aller Autokäufer genutzt, weil sie vor allem einen Rabatt beim Autohändler ermöglicht, der in fast allen Fällen mit 20 Prozent des ausgewiesenen Preises ab Autohaus angegeben wird. Dieser Rabatt ist allerdings auch auf andere Weise zu erlangen, nämlich durch den Ratenkredit einer Online-Bank. Dennoch hat die Barzahlung weitere Vorzüge.

Dazu zählen:
-Einsparung des Finanzierungsaufwandes. Die Zinsen kosten Geld, bei einem Kaufpreis von 20.000 Euro, einem Zinssatz von effektiv 5 Prozent p.a. und einer Laufzeit von 4 Jahren insgesamt 2.108 Euro, wobei bankübliche Gebühren vorausgesetzt werden. Wenn zusätzlich ein Barzahlerrabatt von tatsächlich 20 Prozent ausgehandelt werden könnte, betrüge die Gesamtersparnis sogar über 6.000 Euro. Und nicht jeder Autokredit ist für 5 Prozent Zinsen zu haben.
-Es wird unbelastetes Volleigentum erworben. Egal was mit dem Fahrzeug passiert, es gehört dem Besitzer. Es kann so lange gefahren werden, wie es der Halter wünscht, die Entscheidung über einen Verkauf kann jederzeit getroffen werden. Auch ein paar Schrammen stören nicht.
Die Barzahlung hat aber auch Nachteile. Der Größte ist sicherlich der Liquiditätsverlust. Wenn das Geld nicht wirklich „übrig“ war, können Engpässe entstehen. Und selbst wenn es effektiv angespart wurde, hätte es doch auf einem Festgeldkonto Zinsen gebracht – möglicherweise fast so viel, wie auch nur die Kreditzinsen betragen. Dem steht jedoch der Barzahlerrabatt gegenüber.

Fazit: Wer das Geld effektiv übrig hat und wirklich einen Barzahlerrabatt von mehr als 15 Prozent heraus handeln kann, ist mit einer Barzahlung ganz gut aufgehoben.

Der Kredit: Hausbank, Autobank oder Online-Bank?

Wer einen Autokredit von der Hausbank erhält, sollte ihn dennoch mit dem der Online-Bank und der Autobank vergleichen. Hier gilt die Faustregel: Die Hausbank wird teuer sein, die Autobank wird scheinbar preiswert sein, aber die geringen Kreditkosten (manchmal nur 1 bis 2 Prozent Zinsen) auf den Preis des Wagens aufschlagen. Wirklich günstig wird hingegen die Online-Bank sein, einfach weil sie als Direktbank günstigere Konditionen anbieten kann. Wer hier niedrigere Zinsen als bei der Hausbank, also einer Filialbank, erhalten kann, sollte sich für den Online-Kredit entscheiden und beim Autohaus nachfragen, wie viel Rabatt es als Barzahler gäbe. Sollten es tatsächlich 15 bis 20 Prozent werden, ist der Online-Kredit der günstigste, der Hausbank-Kredit der zweitgünstigste Weg. Mit diesem Geld tritt man als Barzahler beim Autohaus auf, der Rabatt liegt ab etwa 15 Prozent und einer Kreditlaufzeit von maximal 4 Jahren über den Zinsen des Kredites.

Nochmals zur Erinnerung:
-Kaufpreis 20.000 Euro, Kreditkosten bei 4 Jahren Laufzeit und 5 Prozent effektivem Zins insgesamt 2.108 Euro
-Rabatt 15 Prozent = 3.000 Euro

Noch günstiger wird der Kredit, wenn eine kürzere Laufzeit gewählt wird. Die effektiven Zinsen erhöhen sich mit der Laufzeit. Aber nicht jeder kann sich die kurzen Laufzeiten leisten, weil sich die Monatsraten entsprechend erhöhen. Zur Höhe einer Monatsrate gibt es Richtlinien, die von Verbraucherschützern stammen. Diese empfehlen, sich nicht über 15 Prozent eines monatlichen Nettoeinkommens mit Krediten zu belasten.

Bei der Autofinanzierung steht dem ein anderer Aspekt entgegen: Das Fahrzeug sollte in einer seinem Zustand und dem Nutzungsverhalten angemessenen Zeit abbezahlt werden. Hier kommt der Punkt, an dem wirklich scharf kalkuliert werden muss. Wer ein Fahrzeug aus beruflichen Gründen sehr intensiv fährt, etwa Handelsvertreter, die ständig unterwegs sind, muss den Kredit recht schnell tilgen. Wenn es sich dazu um einen Gebrauchtwagen handelt, der einige Jahre auf dem Lack und etliche Kilometer auf dem Tacho hat, ist die Kreditaufnahme gut zu überdenken. Und hier kann eine Bank oder ein Autohändler auch keinen Ratschlag geben, denn diese wissen nicht, wie viel der Käufer am Ende mit dem Fahrzeug unterwegs sein wird.

Leasing und Drei-Wege-Finanzierung

Beim Leasing wird nur die effektive Nutzung des Fahrzeugs bezahlt, es gehört dem Fahrer nicht, sondern wird nach der vereinbarten Zeit zurückgegeben. Selbstständige setzen die Leasingrate vollständig von der Steuer ab, während eine Finanzierung über die degressive Abschreibung des Fahrzeugs in die steuerliche Berechnung einfließt. Es ist nicht per se zu sagen, dass Leasing günstiger ist. Das hängt wiederum vom Fahrzeug und seiner Nutzung ab. Wenn es sich um einen Neu- oder Jahreswagen handelt, der nicht mehr als die im Leasingvertrag vereinbarten Kilometer gefahren wird, wenn es sich um einen bedachtsamen Autofahrer handelt, dem Schrammen sehr selten passieren, dann kann Leasing ein guter Weg sein. Er wird von Unternehmern gewählt, die beispielsweise alle drei bis vier Jahre ein neues Fahrzeug fahren möchten.

Einen Mittelweg zwischen Leasing und der klassischen Finanzierung bietet die Drei-Wege-Finanzierung. Hier bleibt eine Schlussrate übrig, die relativ hoch sein kann. Das verringert die monatliche Ratenzahlung erheblich und eröffnet dem Fahrer zum Ende der Laufzeit drei Optionen, daher Drei-Wege-Finanzierung:

1. Er gibt das Fahrzeug zurück wie beim Leasing.
2. Er zahlt die Schlussrate und erwirbt das Fahrzeug.
3. Er finanziert die Schlussrate.

Welcher Weg gewählt wird, hängt von den finanziellen Verhältnissen und vom Fahrzeug ab. Der Vorteil gegenüber dem Leasing liegt in der von vornherein offenen Option des Erwerbs, auch die gefahrenen Kilometer müssen viel weniger beachtet werden. Bei einem Leasingvertrag schlagen Mehrkilometer und selbst kleinere Schäden am Fahrzeug bei der Rückgabe erheblich zu Buche.

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