Registrierkassenpflicht in Österreich – Registrierkasse kaufen

Der Gesetzesentwurf wurde im Jahr 2015 so schnell durchgewunken, dass wenig Reaktionszeit für die Wirtschaft blieb. Das gleiche Vorgehen wird übrigens auch im Immobiliensektor bemängelt. Trotzdem stellten sich der Einzelhandel und die Gastronomie schnell auf die neuen Vorgaben ein.

Dadurch entstand sogar eine Art neuer Wirtschaftszweig. Die Anbieter von Registrierkassensoftware ergriffen ihre Chancen. Viele IT-Berater nahmen die Einrichtung der neuen Systeme in ihr Angebot auf und nicht selten bekommen Gäste geschickt einen Beleg von einem kleinen Drucker am Gürtel ausgehändigt. Die Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht hat unser Leben sichtbar verändert.

Trotzdem liefert das Gesetz fast fünf Monate nach seiner Inkrafttretung immer noch reichlich Diskussionsstoff. Das zeigt sich alleine durch humoristische Anspielungen, wie dem Registrierkassen-Orakel im Vorfeld der Bundespräsidentschaftswahl 2016. Grund genug noch einmal die wichtigsten Fakten mit der vorherrschenden Realität abzugleichen.

Wird der Beleg bis außerhalb der Geschäftsräume mitgeführt?

Dieser Teil des Gesetzes scheint Pflicht zu sein, damit die Durchsetzung nicht zur Farce mutiert. Trotzdem wurde dieser Punkt immer stark wegen seiner Durchführbarkeit kritisiert.

Die Realität

Electronic Cash RegisterViele Mitarbeiter versuchen mit kleinen Tricks die Belege so auszuhändigen, dass der Kunde dieses Dokument intuitiv annimmt. So umhüllen die Angestellten oft das Wechselgeld mit dem Beleg und reichen alles mit einer Bewegung. Immer klappt diese kleine Finte jedoch nicht.

Noch wird der Beleg oft dankend abgelehnt. Wenig Angestellte besitzen in dieser Situation die Durchsetzungskraft um auf eine Annahme zu bestehen. Noch herrscht Gnadenfrist und dieses Argument führen Kunden gerne an. Es dauert aber nur mehr 2 Monate bis die verweigerte Belegannahme auch eine Strafe nach sich ziehen könnte. Ob sich bis dahin das eingebürgerte Verhalten noch ändert, bleibt abzuwarten.

Das Tips-Interview mit mehreren Gewerbetreibenden in Kirchdorf bestätigt diese Realität.

Welche Belastungen verursacht die Registrierkassenpflicht?

Sehr schnell folgte ein Aufschrei der verschiedenen Gewerbesparten, als die Einführung des Gesetzes beschlossen war. Es wurde über teilweise unverhältnismäßige Kosten geklagt. Es war ja auch nicht so, dass vor der Registrierkassenpflicht kein Betrieb Belege erstellen musste. Nur wurde der Jahresumsatz, ab dem eine Registrierkasse zur gesetzlichen Pflicht gehört, auf ein Zehntel des ursprünglichen Wertes, von 150.000 Euro jährlich auf 15.000 pro Jahr, heruntergesetzt. Früher reichte bis zu den 150.000 Euro ein täglicher Kassensturz und eine einmalige Erfassung aller Umsätze. Selbst sehr kleine Betriebe fallen nun in die Pflicht Barumsätze zu erfassen. Durch Steuervergünstigungen und ähnliche Anreize (Einführung einer Barumsatzgrenze von 7.500 Euro) wollte die Politik die Wogen glätten.

Die Realität

Schon in den ersten Monaten des Jahres 2016 mussten viele Betriebe schließen, die uns eigentlich als selbstverständlich erscheinen. Die ersten Opfer waren Schulkantinen, die bis dato praktisch ohne Gewinnmargen gearbeitet haben, um unserem Nachwuchs günstiges und gesundes Essen anzubieten. Gerade kleine Schulen und Volksschulen, also die jüngsten Kinder, sind davon betroffen. Wenn nun die Eltern auch keine Zeit am Morgen haben, ein Pausenbrot vorzubereiten, gehen die Kids leer aus.

Zusätzlich klagen viele Arbeitskräfte in der städtischen Gastronomie über die Registrierkassenpflicht. Es handelt sich nämlich meist um Studenten, die in eher kleinen, gemütlichen Kneipen ein Zubrot verdienen wollen. Der Umgang mit den elektronischen Systemen erschwert ihre Arbeit.

Die größten Wellen in den Medien schlug jedoch die Bedrohung der Heurigen. Viele kleine Betriebe im Osten Österreichs, die für hausgemachte Kost, erstklassigen, aber günstigen Wein und familiäre Atmosphäre stehen, fühlen sich sehr stark von den neuen Kosten bedroht bzw. verunsichert. Das bestätigte auch der Obmann der Bezirksbauernkammer Mödling, Christian Schabl aus Gumpoldskirchen, in einem ORF Interview.

Welche Auswirkung hat die Registrierkassenpflicht auf die Steuervermeidung?

Das neue Gesetz wurde eingeführt um die jüngste Steuerreform teilweise zu refinanzieren. Welchen Anteil die zusätzlichen Steuereinnahmen abdecken können, muss die Zukunft zeigen. Aber bleiben nicht trotzdem genug Möglichkeiten damit schwarzen Schafe weiterhin ihr illegales Spiel treiben können, während alle redlichen Unternehmer nur durch die zusätzlichen Kosten gestrafft sind?

Die Realität

Viele kleine Schlupflöcher erlauben weiterhin die Steuerflucht, welcher die Registrierkassenpflicht einen Riegel vorschieben will. Ohne hier genau ins Detail zu gehen und Anleitungen für gesetzwidrige Handlungen zu bieten, geben wir nur als Beispiel die Ausnahme Gutscheine an. Diese eröffnet durchaus noch Möglichkeiten für Schwarzumsätze, wenn es sich der Unternehmer schlau einrichtet.

Welche Lösungen setzen die österreichischen Unternehmen ein?

Hier können wir gleich mit der Realität beginnen. Die Palette der Registrierkassensysteme ist nämlich so vielseitig wie die Unternehmen selbst. So verwendet praktisch jeder Betrieb seine eigene Lösung und erkennt schrittweise die Vorteile und Nachteile. Bestimmte Grundanforderungen müssen selbstverständlich immer erfüllt.

Dazu zählen unter anderem die Bestandteile eines Belegs:

  • Bezeichnung des ausstellenden Unternehmens
  • fortlaufende Nummer
  • Datum der Ausstellung
  • Menge der Leistung
  • Bezeichnung der Leistung
  • Höhe der Zahlung in bar

Hinzu kommt ab dem 1. Jänner 2017 ein vorgeschriebenes Sicherheitsmerkmal. Viele Anbieter von Registrierkassen führen ein kostenloses Upgrade dieses Sicherheitsmerkmales durch. Das sollte schon jetzt bei der Anschaffung beachtet werden!

Hinweis: Fast bei jedem Kassensystem muss mit monatlichen Servicekosten gerechnet werden. Wer dies ablehnt ist grundsätzlich bei der Auswahl sehr eingeschränkt.

Quelle: http://registrierkasse-kaufen.at/

Orderbird für die Gastronomie

Dieses System, welches auf einem iOS Betriebssystem basiert, passt besonders gut zu modernen Gastronomiebetrieben. Die stilvollen Apple Geräte lassen sich leicht bedienen und sogar für gewinnbringende Prozessoptimierung im Betrieb einsetzen. Eine Datenzentrale für Analysen des operativen Geschäfts steht ebenfalls zur Verfügung. Außerdem garantiert der Hersteller eine 100 %ige Eignung für die Registrierkassenpflicht 2016.

Kosten: 49,- Euro pro Monat

Ordercube für den Einzelhandel

Diese Software wurde für die schnelle Erstellung von Rechnungen entwickelt. Das kann in Modegeschäften ebenso nützlich sein, wie für Unternehmer, die unterwegs einen Beleg ausstellen wollen.

Das Programm läuft auf jedem beliebigen Endgerät, vom Notebook über das Smartphone bis hin zu Tablet. Es ist nicht einmal eine ständige Internetanbindung von Nöten. Wenn unterwegs keine Netzabdeckung gegeben ist, dann werden die Daten vorübergehend lokal gespeichert.

Kosten All-In-One: 900,- Euro einmalig und 70 Euro pro Monat

Hinweis: Meist werden auch bereits vorhandene Endgerät, wie ein iPad, komplett dem betrieblichen Nutzen übertragen, wenn darauf ein Kassensystem läuft. Wägen Sie also den Kaufpreis dieser Geräte mit denen einer klassischen, elektronischen Registrierkasse ab. Der Gesetzgeber schreib übrigens den Zusatz „elektronisch“ vor.

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