Riester-Bausparverträge: Ideal fürs Eigenheim

Wohneigentum gehört zu den für viele Bürger erstrebenswerten Dingen. Nicht nur als Form der Altersvorsorge, sondern auch als krisensichere Form der Geldanlage. Jedoch sind die Immobilienpreise und auch die Kosten für Erhalt und Sanierung einer Immobilie keinesfalls zu unterschätzen. So ist der Bausparvertrag seit je her ein beliebtes Finanzinstrument der Bürger, um sowohl den Kauf, wie auch die Sanierung einer Wohnimmobilie zu finanzieren.

Wohn-Riester: steuerliche Förderung seit 2008

Im Zuge der steuerlichen Förderung des Erwerbs von Wohneigentum, aber auch der Unterstützung von Maßnahmen der privaten Altersvorsorge, hat die Bundesregierung im Sommer 2008 das im Volksmund als „Wohn-Riester“ bezeichnete Eigenheimrentengesetz in Kraft gesetzt. Ziel dieses Gesetzes ist es, den selbst genutzten eigenen Wohnraum in steuerlich besonders geförderte Modelle einer zusätzlich geförderten privaten Altersvorsorge einzubeziehen.

So fördert die Bundesregierung im Rahmen des Gesetzes eine Wohnung im eigenen Haus, auch, wenn es sich dabei um ein eigenes Mehrfamilienhaus handelt, eine eigene Eigentumswohnung, eine Genossenschaftswohnung oder ein lebenslängliches Dauerwohnrecht, weil dieses eigentumsähnlichen Status erlangt, sofern diese Wohnung durch den Zulageberechtigten dauerhaft genutzt wird und seinen Hauptwohnsitz darstellt und sich innerhalb der Europäischen Union befindet. Wochenend- und Ferienwohnungen werden allerdings nicht gefördert.

Die Praxis

Die Förderung gemäß dem Eigenheimrentenmodell kann auf zweierlei Weise erfolgen. Einerseits kann der Inhaber eines Riester-Bausparvertrages sein komplettes daraus angespartes Kapital für den Erwerb oder für die Erreichtung einer Wohnimmobilie verwenden.

Es besteht dabei keine Verpflichtung zur Rückzahlung der für die genannten Zwecke entnommenen Beträge. Bedingung ist lediglich, dass die Entnahme des Geldes im zeitlichen Zusammen mit dem Kauf oder aber der Errichtung der Immobilie stehen muss.

Diesen zeitlichen Zusammenhang sieht der Gesetzgeber als gegeben an, sofern innerhalb des Zeitraumes von 1 Monat vor Beantragung der Geldentnahme und bis zu 12 Monate nach der Auszahlung des Geldes Aufwendungen für Kauf oder Errichtung einer Wohnimmobilie nachgewiesen werden können. Dies beinhaltet aber auch, dass all jene Häuser und Wohnungen von der Förderung generell ausgeschlossen sind, die vor Inkrafttreten des Gesetzes, also vor dem 1. Januar 2008, gekauft oder gebaut worden sind. Jedoch kann auch in diesen Fällen das Kapital aus Riester-Bausparverträgen zur vollständigen Entschuldung der selbstgenutzten Wohnung oder des selbstgenutzten Hauses eingesetzt und verwendet werden.

Andererseits existiert mit dem Gesetz auch die Möglichkeit, wonach beispielsweise Tilgungen von Darlehen für den Kauf oder die Errichtung eines selbstgenutzten Hauses oder einer Wohnung wie Beiträge zu einem Riester-Sparvertrag staatlich gefördert werden können.

Allerdings wird auch hier nur diejenige Wohnimmobilie gefördert, die nach Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Januar 2008 angeschafft oder errichtet wurde. Drei mögliche Formen von Darlehensverträgen können in diesem Fall staatlich gefördert werden: reine Darlehensverträge, wie sie üblicherweise für Immobilienfinanzierungen geschlossen werden, aber auch Bausparverträge und die sogenannten Vorfinanzierungsdarlehen, meist sogenannte Bauspar-Kombiverträge. Die Förderfähigkeit von selbstgenutztem Wohneigentum war vor Inkrafttreten des Gesetzes lange umstritten.

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