Sozialversicherung

Die österreichische Sozialversicherung ist mit ihrem über hundertjährigen Bestehen der Hauptträger sozialer Sicherheit in Österreich. Sie beruht auf dem Solidaritätsprinzip. Pflichtversichert ist in der Sozialversicherung, die sich in unterschiedliche Zweige unterteilt, jeder in abhängiger Erwerbstätigkeit beschäftigte Bürger in Österreich.

Für bestimmte Personengruppen gibt es die Möglichkeit sich in der Sozialversicherung selbst zu versichern. Die österreichische Sozialversicherung basiert auf dem System der Selbstverwaltung durch die Entsendung von Interessenvertretern in die Gremien der Versicherungsträger.

Der Staat hat hier keine Weisungsbefugnis, jedoch obliegt ihm mittels der speziell zuständigen Aufsichtsbehörden eine Aufsichtspflicht über die verschiedenen Bereiche der Sozialversicherung. Finanziell wird die Sozialversicherung durch die Beiträge aller Versicherten getragen. Dabei findet eine Teilung der Beitragszahlung zwischen Dienstnehmer und Dienstherr statt, wobei auf den Arbeitnehmer der geringere Zahlungsanteil entfällt.

Die einzelnen Bereiche der Sozialversicherung in Österreich umfassen die Krankenversicherung, die Unfallversicherung, die Pensionsversicherung und die Arbeitslosenversicherung. Die Dachorganisation im ganzen Land ist der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherung.

Innerhalb dieser übergreifenden Dachorganisation gibt es die 5 Zweige der Sozialversicherungsträger. Hierzu gehören die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft, Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau, die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft, die Sozialversicherungsanstalt der Bauern und die Versicherungsanstalt des österreichischen Notariates.

Ebenso sind die Bereiche der Pensionsversicherung und der Arbeitslosenversicherung entsprechend gegliedert, um eine sinnvolle Verwaltung sicher zu stellen. Die Pflichtversicherung sichert zudem nicht nur das gesamte soziale Netz durch die Sozialversicherung, sondern auch den Finanzbestand der einzelnen Versicherungsträger.

Einbezogen sind in die Bereiche der Sozialversicherung ebenfalls Unternehmer und Selbstständige, die über die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft versichert sind. Hier werden so wie bei abhängig Beschäftigten Krankenversicherung, Unfallversicherung und Rentenversicherung abgedeckt.

Im Falle der Krankenversicherung Selbstständiger gilt allerdings ein Selbstbehalt von 20 Prozent. Die Grenze für die Pflichtversicherung liegt bei einem Einkommen von 4.025 Euro im Monat. Ansonsten werden hier 15 % in die Pensionsversicherung, 9 % in die Krankenversicherung und eine einheitliche Summe von 83,16 Euro in die Unfallversicherung gezahlt.

Eine weitere Personengruppe, die einer etwas anderen Regelung unterliegt, sind die freien Dienstnehmer. Sie arbeiten so zusagen in teilselbstständiger Funktion, sind jedoch weisungsgebunden. Der Dienstgeber muss zwar für den freien Dienstnehmer keine Steuern zahlen, der das selbst abwickeln muss, hat jedoch einen 17,4 %igen Beitrag zur Sozialversicherung zu leisten. Der freie Dienstnehmer selbst zahlt einen Anteil in Höhe von 13,8 % hinzu. Es gibt für Kunstschaffende und Unternehmer, die sich gerade in der Gründungsphase befinden, noch gesonderte Regelungen, die günstiger sind.

Aus wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Gründen, um nach heutigen Standards die Versorgung sicherzustellen, wurden von der Dachorganisation noch einige Tochterfirmen gegründet. Dies sind beispielsweise die Chipkarten Errichtungsgesellschaft und die IT-Services der Sozialversicherung. Diese Firmen haben den Status einer GmbH.

Die Krankenversicherung ihrerseits unterteilt sich in die verschiedenen Gebietskrankenkassen der österreichischen Regionen und eine Reihe von Betriebskrankenkassen, vornehmlich von sehr großen Unternehmen. Zur österreichischen Krankenversicherung gehören insgesamt 19 Versicherungsträger.

Die Versicherung in einer bestimmten Krankenkasse ist für den einzelnen abhängig Beschäftigten nicht frei wählbar. Die Zugehörigkeit zu einer Krankenkasse ergibt sich durch die Beschäftigung in einem bestimmten Zuständigkeitsgebiet derselben oder in einem Unternehmen mit einer Betriebskrankenkasse.

In die Leistungsbereiche der Krankenkassen fallen alle Leistungen der regelmäßigen und der besonderen gesundheitlichen Versorgung, Beratung und Vorsorge, ärztliche Versorgung, klinische Versorgung, Rehabilitation und Dauerpflege in Anstalten, die Zahlungen von Krankengeldern, Mutterschaftsgeldern und Pensionen. Bestimmte Gruppen von Angehörigen können in die Versicherung des Dienstnehmers eingeschlossen werden.

Damit ist eine gesundheitliche Versorgung der arbeitenden Bevölkerung in Österreich flächendeckend gewährleistet. Gerade das umfassende Gesamtversorgungssystem der Krankenversicherung auf allen gesundheitsrelevanten und die Versorgung betreffenden Gebieten hat sich hervorragend bewährt. Darüber hinaus ist es auch jedem Bürger möglich, sich für bestimmte zusätzliche Leistungen noch privat zu versichern. So können Zusatzleistungen bei Aufenthalten im Krankenhaus, wie Telefon, Einzelzimmer und dergleichen mehr über eine solche Versicherung geregelt werden.

Sehr großen Zuspruch hat inzwischen die zusätzliche private Versicherung für die Gewährleistung von Zahnersatz. Solche zusätzlichen privaten Versicherungen entbinden jedoch nicht von der Versicherungspflicht in der Sozialversicherung.

In bestimmten Fällen wird von einer Teilversicherung gesprochen. Hier werden nicht alle Bereiche der Pflichtversicherung über Beiträge abgedeckt. Dies betrifft hauptsächlich Verdienste unterhalb der Geringfügigkeitsgrenze. Ebenfalls eine Ausnahme bildet ein Teil von Gemeindebeamten und Landesbeamten, der in einer der 17 Krankenfürsorgeanstalten von Österreich versichert sind. Diese gehören nicht zur Dachorganisation der österreichischen Sozialversicherung.

Die Zugehörigkeit ist jedoch für die betreffenden Beamten ebenso bindend.
Innerhalb des Sozialversicherungswesens nimmt die Unfallversicherung einen wichtigen Platz ein. Sie tritt bei Arbeitsunfällen ein, bei Krankheiten, die in Zusammenhang mit Auswirkungen der Berufstätigkeit stehen, ebenfalls tritt sie für Fälle von Unfallrenten ein.
Eingebunden in die Sozialversicherung ist die Pensionsversicherung, die für Pensionszahlungen im Alter, aber auch in Fällen von Frühberentung, Erwerbsminderung und für eine Reihe von Maßnahmen der Rehabilitation eintritt. Jeder Versicherte in Österreich verfügt über ein Pensionskonto.

Auf diesem Konto werden alle Beiträge erfasst, die er im Laufe seines Arbeitslebens, seit Beginn des Eintritts in die Sozialversicherung, geleistet hat. Ebenso werden aus der Pensionsversicherung Hinterbliebenen- und Waisenrenten bezahlt, sofern diese nicht durch die Unfallversicherung abgedeckt sind. Die Pensionen sind keine statischen Summen. Sie werden alljährlich neu angepasst. Dabei wird in der Regel die Entwicklung der Preise für Verbrauchsgüter zugrunde gelegt. Bei Pensionen bis zu einer Höhe von 2.466 Euro sind dies im Jahre 2010 1,5 %.

Eine andere Handhabung erfährt die Arbeitslosenversicherung. Die Arbeitslosenversicherung ist wichtiger Bestandteil der gesamten Sozialversicherung. Leistungen der Arbeitslosenversicherung, wie beispielsweise die Zahlung von Geldern während der Arbeitslosigkeit, kommen aus den Beitragsaufkommen der Sozialversicherung, doch wird die Arbeitslosenversicherung nicht in Selbstverwaltung gehandhabt, sondern staatlich über den Arbeitsmarktservice. Hier ergeben sich eine Reihe von Leistungs- und Aufgabenbereichen, die nicht in das Arbeitsfeld der Sozialversicherung gehören.

Das gesamte System der österreichischen Sozialversicherung hat sich gerade in den vergangenen Jahren als sehr stabil und vorteilhaft bewährt. Das wird nicht zuletzt auch dadurch deutlich, dass besonders im Bereich der Versicherungsträger der Krankenversicherung im Jahre 2009 ein deutlicher Überschuss erwirtschaftet werden konnte, ohne dabei Einschränkungen der gesundheitlichen Versorgung hinzunehmen. Damit verfügt das Land über ein Versorgungssystem und ein Netz sozialer Sicherheiten, das sich ohne weiteres als beispielhaft bezeichnen kann.

Die österreichische Sozialversicherung stellt über eine Großzahl von Broschüren und Internetportale ausführliche Informationen zu allen Fragen von Versicherungsleistungen, Beitragsaufkommen, Berechnungen und mehr für jeden bereit.