Negativsteuer

Mit der Negativsteuer kann ein Teil der Sozialversicherungskosten bei Arbeitnehmern welche unter der Geringfügigkeitsgrenze verdienen zurück geholt werden.

Beantragt werden kann die Negativsteuer allerdings nur von unselbstständig erwerbstätigen Arbeitnehmern.
Auch Arbeitnehmer welche durch mehrere geringfügige Tätigkeiten ein Einkommen über der Geringfügigkeitsgrenze erreichen, können die Negativsteuer beantragen. All jene Arbeitnehmer, die Sozialversicherungsbeiträge zahlen sowie auch geringfügig Beschäftigte, welche freiwillig die Kranken- und Pensionsversicherung einzahlen, sind berechtigt die Negativsteuer zu beantragen.
Für freie Dienstnehmer und Selbstständige besteht diese Möglichkeit leider nicht. Auch Pensionisten können keine Negativsteuer geltend machen.

Die Verdienstgrenze lag 2008 bei eintausendeinhundertsiebenundzwanzig Euro brutto pro Monat und 2009 bei eintausendeinhundertzweiundneunzig Euro brutto pro Monat.

Die Geringfügigkeitsgrenzen ändern sich fast jährlich und sind bei der Arbeiterkammer oder dem Finanzamt zu erfragen.
Für das Jahr 2007 betrug die Geringfügigkeitsgrenze 341,16 Euro pro Monat, während 2008 diese Verdienstgrenze für Minderbeschäftigte bei 349,01 Euro pro Monat lag.

Die Negativsteuer betrifft vor allem Lehrlinge, Pflicht- oder Ferialpraktikanten und Teilzeitbeschäftigte. Ebenso können geringfügig Beschäftigte von dieser Steuerrückzahlung profitieren.

Besondere Formen der Negativsteuer gibt es für Alleinverdiener und Alleinerzieher mit mindestens einem Kind.
Für Arbeitnehmer, welche Anspruch auf den Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag haben, liegen die Einkommensgrenzen etwas höher.

So darf die Einkommensgrenze bei einem Kind 1.260,- Euro pro Monat nicht übersteigen. Bei zwei Kindern erhöht sich die Einkommensgrenze auf 1.300,- Euro pro Monat und bei drei Kindern nochmals um sechzig Euro, also auf 1360,- Euro pro Monat.
Als Alleinverdiener gilt, wer für mindestens ein Kind Familienbeihilfe bezieht und in einer Lebensgemeinschaft lebt. Außerdem darf der/die Partner/in nur über ein sehr geringes Einkommen verfügen. Diese Zuverdienstgrenze beträgt 2.200,- Euro.

Bei Partnerschaften mit mindestens einem Kind beträgt diese Verdienstgrenze 6.000,- Euro.
Alleinerzieher müssen für mindestens ein Kind Familienbeihilfe beziehen und leben nicht in einer Partnerschaft.
Können die Arbeitnehmer den Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherbetrag nicht voll ausschöpfen, weil die Jahressteuer niedriger ist als der Absetzbetrag, wird dieser vom Finanzamt ausbezahlt.
Seit ersten Jänner 2004 wird dieser Betrag nach Anzahl der Kinder gestaffelt. Dabei muss für die Kinder aber mindestens sieben Monate im Jahr Familienhilfe bezogen worden sein.

Trifft diese Regelung ein, so wird für das erste Kind 494,- Euro, für das zweite Kind 669,- Euro und für das dritte Kind 889,- Euro ausbezahlt. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Betrag zusätzlich um 220,- Euro.

Eine spezielle Auswirkung der Negativsteuer gibt es allerdings auch für Veranlagungszeiträume ab dem ersten Jänner 2008.
Hierbei können alle Arbeitnehmer/-innen, welche die Voraussetzungen für das Pendlerpauschale erfüllen würden, deren Einkommen aber unter der „Steuergrenze“ liegt, mit einer Ausweitung der Negativsteuer auf 15 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge, also maximal 240,- Euro rechnen.

Diese Regelung gilt vorläufig für die Jahre 2008 und 2009.Die Negativsteuer kann beim zuständigen Finanzamt beantragt werden.
Dabei wird das Formular L 1(Arbeitnehmerveranlagung) benötigt.Wer kein Einkommen außer Kindergeld oder Arbeitslosenunterstützung erhält muss das Formular E 5 verwenden.Die Negativsteuer kann immer jährlich rückwirkend geltend gemacht werden.

Die Negativsteuer kann bis zu fünf Jahren nachträglich beansprucht werden. Nach fünf Jahren verfällt der Anspruch endgültig.
Der Antrag kann online gestellt oder im Finanzamt persönlich abgegeben werden.
Für das Ausfüllen des Formular L 1 findet man zahlreiche Tipps auf dem Beilageblatt oder im Internet.
Wichtig sind vor allem der Name, die Adresse, die Sozialversicherungsnummer sowie die Kontoverbindung und die Anzahl der Dienstgeber in dem betreffenden Jahr.

Für den Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag muss man lediglich das/ die entsprechenden Felder auf dem Formular ankreuzen.
Anschließend muss der Antrag noch unterschrieben werden und kann dann am zuständigen Wohnsitzfinanzamt abgegeben werden.
Geringfügig Beschäftigte müssen darauf achten, dass sie im Feld „Werbungskosten“ die gesamt geleisteten Sozialversicherungsbeiträge des betreffenden Jahres anführen um die Negativsteuer zu erhalten.

Weitere Informationen zu dem Thema Negativsteuer findet man im Internet oder in den Finanzämtern bei den zuständigen Beratern.
Online finden sich informative Artikel zu diesem Thema auf den Seiten der Arbeiterkammer oder dem Österreichischen Gewerkschaftsbund.