Lohnsteuer

Das Steuerrecht in Österreich wird dem öffentlichen Recht zugeordnet, genauer dem Verwaltungsrecht. Es gibt kein einheitliches Gesetzwerk, sondern viele Einzelgesetze und Einzelbestimmungen. Im österreichischen Einkommenssteuerrecht gibt es sieben Einkunftsarten.

Hierbei handelt es sich um Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft, Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit, Einkünfte aus Kapitalvermögen, Einkünfte aus Gewerbebetrieben, Einkünfte aus Verpachtungen und Vermietungen und sonstige Einkünfte.

Nach § 1 Absatz 1 des EStG sind nur natürliche Personen einkommensteuerpflichtig. Die Einkommenssteuerpflicht beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod der Person. Haben natürliche Personen weder ihren Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich, sind sie hier nur beschränkt steuerpflichtig.

Dann werden nur bestimmte erwirtschaftete Einkünfte besteuert. Ungeachtet einiger Ausnahmeregelungen sind die Steuersätze beschränkt steuerpflichtiger Personen gleich von denen, die unbeschränkt steuerpflichtig sind. Die zur Zeit aktuelle Version des Einkommenssteuergesetzes von Österreich ist seit 1988 gültig. Seit dem Jahr 2005 gibt es in den Grenzsteuersätzen drei Progressionsstufen.

Für jährliche Einkommensteile zwischen 10.000 Euro und 25.000 Euro gilt ein Steuersatz von 38,333%. Bei einem jährlichen Einkommen von 25.000 Euro bis 51.000 Euro liegt der Steuersatz bei 43,596%. Ein Steuersatz von 50% wird bei Einkommensteilen von über 51.000 Euro fällig. Seit der Steuerreform von 2009 wurden die Tarife abgesenkt. So werden zur Zeit Einkommensteile von 11.000 Euro bis 25.000 Euro jährlich mit 36,5% besteuert. 43,2143% werden bei Einkommensteilen zwischen 25,000 Euro und 60.000 Euro jährlich verlangt. Über 60.000 Euro jährlich müssen mit 50% versteuert werden. Ganz wichtig ist, dass Sonderzahlungen wie ein 13. oder 14. Monatsgehalt ohne betragliche Obergrenze mit einem Pauschalsatz von 6% besteuert werden. Gleiches gilt auch für die Abfertigungen nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses.

Einkünfte aus Kapitalerträgen können mit einem niedrigeren Tarifsteuersatz besteuert werden. Dazu muss ein Antrag gestellt werden. Ansonsten gilt ein Steuersatz von 25%, der von den Banken einbehalten wird. Dies stellt eine Endbesteuerung mit Abgeltungswirkung dar. Für Einkünfte aus dem Ausland gilt eine Steuerpflicht von 25%. Dividenden werden unter bestimmten Bedingungen nur zur Hälfte besteuert.

Die steuerliche Unterstützung von Familien ist auf einen Absetzbetrag für Alleinverdiener oder Alleinerziehender beschränkt. Fahrtkosten bis zu einer Entfernung von 20 Kilometern sind für nichtselbstständige in der Regel nicht abzugsfähig. Sie werden durch einen pauschalen Verkehrsabsetzbetrag steuerlich berücksichtigt. Spenden an gemeinnützige Das österreichische Finanzministerium veröffentlicht jedes Jahr eine Liste mit Organisationen, die als gemeinnützig eingestuft sind. Spenden an diese Organisationen sind in einer Höhe von bis zu 10% des Vorjahreseinkommens steuerlich absetzbar.
Österreichische Grenzpendler zahlen in der Regel in Österreich ihre Steuern, wenn zwischen Grenze und Wohnsitz oder Arbeitsort maximal 30 Kilometer Luftlinie liegen. Hierfür muss der Steuerpflichtige aber in Deutschland von der Einkommenssteuer befreit werden. Deutsche Grenzpendler zahlen für ihr österreichisches Einkommen in Deutschland ihre Steuern, wenn zwischen Wohnsitz und Arbeitsstelle maximal 30 Kilometer Luftlinie liegen.

Dafür muss der Deutsche in Österreich von der Einkommenssteuer befreit werden. Außerdem können Sonderausgaben bis zu 2.920 Euro jährlich geltend gemacht werden. Bei Alleinverdienern oder allein erziehenden Personen verdoppelt sich dieser Betrag sogar auf 5.840 Euro. Ab einem Jahreseinkommen von 50.900 Euro werden keine Sonderausgaben Steuermindernd anerkannt. Einkommen wird in Deutschland ab einem Grundfreibetrag von 7.834 Euro jährlich für Ledige und 15.668 Euro für verheiratete versteuert. Der Eingangssteuersatz liegt in Deutschland bei 14% und der Spitzensteuersatz liegt bei 42% des zu versteuernden Einkommens. Somit liegt das steuerfreie Existenzminimum in Deutschland bei jährlich 7.834 Euro.
Zur Vermeidung der Doppelbesteuerung gibt es zwischen Deutschland und Österreich ein Doppelbesteuerungsabkommen. Dies regelt die Aufteilung der Besteuerungsrechte je nach Einkunftsart zwischen den beiden Ländern. Österreich hat derzeit mit 58 Staaten ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen.

Der Staat, der laut diesem Abkommen das Besteuerungsrecht besitzt, darf seine innerstaatlichen rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich gibt es eine Steuerprogression. Das heißt, höhere Einkommen werden mit einem höheren Steuersatz belegt.

Verfügt ein Grenzgänger in Österreich beispielsweise noch über ein zusätzliches Einkommen, wird zu dem österreichischen Steuersatz auch der Steuersatz aus Deutschland angerechnet. Demnach wird ein höherer Steuersatz fällig als ohne ausländische Einkünfte. Darum ist das Einkommen aus Grenzgängertätigkeiten im Land des Wohnsitzes anzugeben.
Das Steueraufkommen in Österreich wird zwischen Bund, Ländern und Gemeinden aufgeteilt.