Steuerberater

Steuerberater – eine Vertrauensperson

Steuerberater gehören dem freien Berufsstand an, so unterliegt dieser Berufsstand, wie in Deutschland auch, nicht den Bedingungen der Gewerbeordnung. Der Steuerberater fungiert als steuerrechtlicher und betriebswirtschaftlicher Berater. Die Kammer der Wirtschaftstreuhänder ist in Österreich die berufsständische Vertretung der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.
Um den Beruf des Steuerberaters ausführen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. So muss in Österreich eine entsprechende Fachprüfung abgelegt werden.

Das Tätigkeitsfeld des Steuerberaters umfasst die Buchhaltungsführung und die Erstellung von Lohnabrechnungen, sowie die Lohnbuchhaltung. Weiterhin ist die Erstellung von Jahresabschlüssen, Bilanzen und Steuererklärungen Teil des Aufgabenbereiches. Er erstellt sowohl betriebliche Steuererklärungen als auch private Steuererklärungen.

Der Steuerberater vertritt seine Mandanten vor den Finanzbehörden, Sozialversicherungsträgern und anderen Behörden. Der Steuerberater bietet auch Beratungsleistungen an. In diesen Bereich fällt die Beratung in betriebswirtschaftlichen Fragen, steuerliche Beratung, Beratung in Sanierungsfragen und in Rechtsangelegenheiten.

Der Steuerberater bietet Vermögensverwaltung und die Erfüllung von Treuhandaufgaben an und erstellt Sachverständigengutachten. Weiterhin berät in Existenzgründerfragen und unterstützt bei Verhandlungen mit Banken. Ein Steuerberater bietet demnach Hilfestellung in Steuerangelegenheiten, berät seinen Mandanten in betriebswirtschaftlichen Fragen und ist zur Vertretung bei finanzgerichtlichen Aufgaben befugt.

Die vorausschauende betriebswirtschaftliche Beratung macht einen guten Steuerberater aus. Neben der Erstellung von Buchführungen, Lohnabrechnungen, Jahresabschlüssen und Steuererklärungen, berät er seine Mandanten hinsichtlich der optimalsten Steuergestaltung. Er prüft Steuerbescheide im Abgleich mit den eingereichten Abschlüssen und Erklärungen, und kann im Auftreten von Streitfällen den Mandaten vor dem Finanzamt oder Finanzgericht vertreten. Er vertritt in Steuerstrafsachen und Bußgeldsachen aufgrund von Steuerordnungswidrigkeiten.

Bei der Erstellung von Jahresabschlüssen unterscheidet der Steuerberater in die Bilanzerstellung und in die Einnahmeüberschussrechnung für nichtbilanzierende Mandaten. Der Oberbegriff Buchhaltung wird von dem Steuerberater unterteilt in die Buchhaltungserstellung für gewerbliche Mandaten und in die Erstellung von Aufzeichnungen für Freiberufler. Da der Steuerberater eine Vertrauensperson gegenüber seinen Mandanten darstellt, berät er in unternehmerischen und betriebswirtschaftlichen Fragen, überwacht das betriebliche Rechnungswesen und ist damit der interne Controller einer jeden Firma.

Der Steuerberater darf keine Rechtsberatung vornehmen, die auf anderen Rechtsgebieten angesiedelt ist.
Ein Steuerberater ist nach den Grundsätzen seiner Kammer verpflichtet seinen Aufgabenbereich gewissenhaft, eigenverantwortlich, verschwiegen, sorgfältig und unabhängig auszuüben. Die Prüfung von Konzernabschlüssen obliegt keinem Steuerberater, sondern gehört zum Aufgabengebiet der Wirtschaftsprüfer.

Steuerberater können angestellt oder auch selbständig tätig sein. Der Steuerberater wird unterstützt von fachkundigem Personal, den Steuerfachangestellt. Diese Mitarbeiter arbeiten ausschließlich auf Weisung des Steuerberaters und unterliegen der fachlichen Aufsicht und der beruflichen Verantwortung des Steuerberaters.

Sie können auch im Zusammenschluss mit anderen Steuerberatern tätig werden und dafür auch Kapitalgesellschaften gründen, so genannte Steuerberatungsgesellschaften. Weiterhin gibt es bei Zusammenschlüssen die Formen von Sozietäten, GbR, Partnergesellschaften, Bürogemeinschaften, KG oder OHG.

Der Berufssitz des Steuerberaters in Österreich muss in der EU/EWR liegen. Der Berufssitz kann auch der Hauptwohnsitz des Steuerberaters sein und er kann von da aus in ganz Österreich seine Tätigkeit ausführen.

Einen guten Steuerberater macht die besondere Vertrauenswürdigkeit aus. Darunter versteht man, dass es keine rechtskräftigen Verurteilungen gegen den Steuerberater gibt. Er muss außerdem geordnete wirtschaftliche Verhältnisse nachweisen können, während der letzten 10 Jahre darf kein Konkurs oder Ausgleichsverfahren über sein Vermögen eröffnet oder durchgeführt wurden sein.
Der Abschluss einer Vermögenshaftpflichtversicherung gehört zu den Pflichten eines selbständigen Steuerberaters. Diese Versicherung muss mit einer Versicherungssumme von mindestens 250.000 Euro abgeschlossen sein.

Der Steuerberater rechnet sein Honorar über die Steuerberater-Gebührenverordnung ab. Als Grundlage ist hierfür der Gegenstandwert oder der Zeitfaktor anzusehen. Mittels der Berufshaftpflichtversicherung, die der Steuerberater abschließen muss, haftet der Steuerberater seinem Mandanten gegenüber, falls eine Beratung nicht korrekt war.

Was macht nun einen guten Steuerberater aus?
Die Steuerberatungskosten gehören mit zu den höchsten und intensivsten Betriebsausgaben einer Firma. Daher sollte man auf der Suche nach einem guten Steuerberater einen Blick auf seinen beruflichen Werdegang legen. Weiterhin sollte man sich darüber Auskunft geben lassen, aus welchem Bereich der Steuerberater Mandanten vertritt.

Ist man selber als bilanzierendes Unternehmen auf der Suche nach einem adäquaten Steuerberater, ist man sicher bestens beraten, einen Steuerberater zu wählen, der auch viele andere bilanzierende Unternehmen vertritt und der seinen Kanzleischwerpunkt nicht auf der Erstellung privater Einkommensteuererklärungen und Betreuung von Privatpersonen und Freiberuflern gelegt hat.

Ein guter Steuerberater leistet folgende Punkte stets pünktlich und genau
– fristgerechte Erstellung von Umsatzsteuervoranmeldungen, Lohnabrechnungen und Beitragsnachweisen
– Überwachung fristgerechter Zahlungen an Finanzämter und Sozialversicherungsträgern
– eigenständige Erstellung von Steuersparmodellen und fortlaufende Informationen über Steuersparmöglichkeiten
– fristgerechte Prüfung von Steuerbescheiden und ggf. Formulierung von Einsprüchen innerhalb der gesetzlichen Fristen
– Hilfestellung und Anwesenheit bei Betriebsprüfungen
– Erstellung von Verbesserungsvorschläge im Hinblick auf das Finanzmanagement
– Information über Gesetzesänderungen, staatliche Fördermittel und Förderprogramme
– frühe Erkennung steuerrechtlicher Probleme und drohenden finanziellen Schwierigkeiten

Sind all diese Punkte erfüllt und man selber hat eine gutes persönliches Gefühl vom seinem neuen Steuerberater, steht einer Zusammenarbeit nichts mehr im Weg. Der Steuerberater ist für den Firmeninhaber immer eine Person, die höchstes Vertrauen und Ansehen genießt.