Steuererklärungsformulare

In Österreich muss jeder, der ein bestimmtes Einkommen erzielt und dort seinen Wohnsitz hat oder sich überwiegend dort aufhält, Einkommensteuer zahlen. Ab einem Einkommen von 10.900 Euro trifft dies für Arbeitnehmer zu. Für Selbstständige gilt dies bereits ab einem Betrag von 10.000 Euro. Es gibt sieben verschiedene Arten von Einkünften in Österreich. Diese sind Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft, aus selbstständiger Arbeit, aus einem Gewerbebetrieb, aus nichtselbstständiger Arbeit, aus Kapitalvermögen, aus Vermietung und Verpachtung und aus sonstigen Einkünften.

Es gibt in Österreich drei verschiedene Steuersätze, die durch die Steuerreform 1999 neu gestaltet wurden. Die Steuersätze wurden gesenkt und die Einkommenshöhe für die die Sätze gelten jeweils angehoben. Für Steuerpflichtige, deren Einkommen zwischen 11.000 und 25.000 Euro jährlich beträgt, liegt der Steuersatz bei 36,5 %, für steuerpflichtiges Einkommen zwischen 25.000 und 60.000 Euro jährlich beträgt er 43,2143 % und über 60.000 Euro jährlich beträgt er 50 %.

Um mehr Geld vom Staat durch die Steuererklärung zu bekommen, kann man verschiedene Absatzbeträge geltend machen. Hierzu gehören der Verkehrsabsetzbetrag für Fahrtkosten von der Wohnung bis zum Arbeitsplatz bis zu 20 km. Weitere Entfernungen können als Sonderausgaben eingetragen werden.

Der Pensionistenabsetzbetrag gilt für alle Bezieher von Pensionen. Alleinverdiener profitieren von dem Alleinverdienerabsetzbasisbetrag und den gestaffelten Kinderzuschlägen, die es für jedes Kind gibt. Auch Alleinerziehende profitieren neben dem Alleinerziehungsabsetzbetrag von den Kinderzuschlägen, die ab dem zweiten Kind angerechnet werden. Zahlt der Steuerpflichtige Unterhalt, kann er den Unterhaltsabsetzbetrag für jedes Kind und jeden Monat geltend machen. Für Familien mit Kindern gibt es außerdem den Kinderabsetzbetrag, der ebenfalls pro Kind und Monat gilt und zuletzt den Mehrkinderabsetzbetrag

Seit 2004 ist es üblich die Steuererklärung online mit dem Programm Finanz-Online durchzuführen. Die Abgabe der Einkommens- wie auch der Körperschaftsteuererklärung, Umsatzsteuervoranmeldung und -erklärung ist über dieses Programm möglich. Konnte der Steuerzahler kurz nach der Einführung nur die Formulare ausdrucken und musste sie handschriftlich ausfüllen und zum Finanzamt bringen, so ist das heute nur noch möglich, wenn man keine Internetverbindung oder andere unzumutbare Gründe dafür hat.

Um Finanz-Online nutzen zu können, muss der Bürger sich bei seinem Finanzamt dafür persönlich anmelden. Nach zwei Wochen bekommt man einen Brief mit den Zugangsdaten zugeschickt. Die Steuererklärung muss schriftlich bis zum 30. April, die Online-Erklärung bis 30. Juni des Jahres abgegeben. werden Diese Fristen können aus berechtigten Gründen verlängert werden. Wird die Steuererklärung von einem Steuerberater gemacht, verlängert sich die Frist nochmals.

In Österreich werden die Formulare für die Steuererklärung online auf der Seite BMF.gv.at aber auch anderen Seiten zur Verfügung gestellt. Dort kann man sich die benötigten Steuererklärungsformulare downloaden und ausdrucken. Einen Überblick über die verschiedenen Formulare mit Erklärungen sind bei help.gv.at erhältlich. Hier sind die Formulare alphabetisch und nach der jeweiligen Steuer sortiert.

Die vorhandenen Formulare lassen sich direkt ausfüllen, können aber nicht gespeichert werden. Hierzu sollten die fertig ausgefüllten Formulare ausgedruckt werden, um eine persönliche Kopie zu behalten. Formulare, die noch nicht fertig ausgefüllt sind, können lokal gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgerufen werden.

Dies erleichtert die Arbeit, wenn man unveränderte Daten ins nächste Quartal oder Jahr übernehmen möchte, z.B. die Adresse des zuständigen Finanzamts. Eine weitere Funktion ermöglicht das Einfügen dieser Daten in das aktuelle Formular. Wer wissen möchte, mit welchem Betrag er bei einer Rückzahlung rechnen kann, kann sich dies durch Finanz-Online schon anzeigen lassen, bevor die Einkommenssteuererklärung überhaupt eingegangen ist beim Finanzamt. Diese Beträge sind jedoch nicht bindend. Auch Rückzahlungsanträge können online bereits gestellt werden.

Wer mit dem erhaltenen Steuerbescheid nicht einverstanden ist, kann gegen diesen innerhalb von einem Monat nach Zustellung Berufung einlegen.Einen besonderen Bonus haben Deutsche, die in Österreich arbeiten.

Sie können die Steuererklärung in Österreich machen, wenn sie sich dort hauptsächlich aufhalten und profitieren so von höheren Rückzahlungen, als wenn sie diese in Deutschland machen würden.