Unfallversicherung

Durch den Abschluss einer Unfallversicherung wird der Versicherungsnehmer vor den finanziellen Folgen eines Unfalles im privaten Bereich geschützt. Unfälle kann niemand voraussehen, und etwa die Hälfte aller Unfälle passiert da, wo die gesetzliche Unfallversicherung keinen Schutz bietet.

Etwa jeder zehnte Bürger Österreichs hat einen Unfall im Jahr. Durch die gesetzliche Unfallversicherung werden aber nur Arbeitsunfälle abgesichert. Als ein Arbeitsunfall gilt ein Unfall wenn er direkt bei der Arbeit, oder auf dem Hin- oder Rückweg zum Arbeitsplatz passiert. Wird ein kleiner Umweg auf dem Weg zur Arbeit oder Schule gefahren, entfällt sofort der Versicherungsschutz aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

Welche Unfälle sichert die gesetzliche Unfallversicherung ab?

Des Weiteren werden von der gesetzlichen Unfallversicherung in Österreich noch die Bereiche des Schul- und Unterrichtsbesuches, Berufskrankheit und Hilfeleistungen im Fremdinteresse abgedeckt. Diese auf diese vier Pfeiler stützt sich das System der gesetzlichen Unfallversicherung in Österreich.

Private Unfallversicherung für Unfälle in der Freizeit

Freizeitunfälle, die etwa zwei Drittel aller Unfälle ausmachen, müssen privat abgesichert werden. Das ist besonders wichtig für Familienangehörige, wie Hausfrauen oder Kinder die gar keine Möglichkeit für einen Schutz aus der gesetzlichen Unfallversicherung haben. Denn etwa 70 Prozent aller Unfälle passieren in Österreich auf den Straßen, im Urlaub oder bei Arbeiten im Haushalt.

Bei einem Unfall zahlt die Unfallversicherung eine Summe an den Versicherten, dessen Höhe vorher vereinbart wurde. Kommt es durch einen Unfall zu einer andauernden Gesundheitsschädigung oder etwa gar zur Invalidität des Versicherten, wird die Zahlung einer monatlichen Rente die finanzielle Situation verbessern. Die Höhe dieser monatlichen Rente wird immer vom Grad der Invalidität abhängig sein.

Was gilt für die Versicherung als Unfall?

Aber was ist im Bereich der Unfallversicherung überhaupt ein Unfall? Als ein Unfall zählt ein plötzlich auftretendes Ereignis, welches von außen zu Schädigungen der Gesundheit führt. Dieses Ereignis muss unfreiwillig eingetreten sein. Nach den neuesten gesetzlichen Regelungen in Österreich müssen in einer Unfallversicherung auch gesundheitliche Folgen eines Unfalls, wie Muskeldehnungen, Zerrungen, Verrenkungen oder Meniskusschäden mit versichert sein.

Das gilt auch für Unfälle die als Folge eines Schlaganfalles, Herzanfalles oder -infarktes passieren. Gerade ältere Versicherungsnehmer sollten darauf achten, dass in ihren Versicherungspolicen diese neuen Regelungen aufgenommen worden sind. Generell sollte darauf geachtet werden, dass eine Unfallversicherung 24 Stunden am Tag auf der ganzen Welt gültig ist.

Welche Risiken können mit einer Unfallversicherung nicht abgesichert werden, das ist eine weitere oft gestellte Frage. Generell keine Folgen von Unfällen die schon vor längerer Zeit passiert sind. Auch chronisch kranke Menschen die zum Beispiel: an Nervenkrankheiten oder Epilepsie leiden, werden Unfälle die auf diese Krankheiten zurück zu führen sind, nicht absichern lassen können.

Bestimmte Berufsgruppen die bei der Arbeit einem höheren Unfallrisiko ausgesetzt sind, werden höhere monatliche Beiträge zur Unfallversicherung zahlen müssen. Das sind vor allem Berufe wie Dachdecker, Starkstromelektriker, Gerüstbauer oder Zimmerer. Aber auch bei risikoreichen Freizeitaktivitäten kann eine höhere monatliche Versicherungsprämie fällig werden.

Das betrifft Aktivitäten wie Bergsteigen, Tauchen, Rennwagen fahren, Kraftsport und auch aktive Fußballspieler. Gerade wenn so ein Hobby regelmäßig ausgeführt wird, sollte das der Versicherung nicht verschwiegen werden, um den Versicherungsschutz aus der Unfallversicherung nicht zu verlieren.

Abschluss der Unfallversicherung – Welche Risiken versichern?

Prinzipiell sollte durch den Abschluss einer Unfallversicherung eine mögliche Invalidität abgesichert werden. Es gibt natürlich auch zusätzlich noch andere Risiken die abgesichert werden können, aber das sollte individuell entschieden werden. Viele Anbieter im Bereich der Unfallversicherung bieten eine zusätzliche Absicherung bei Todesfall oder einem Verdienstausfall infolge eines Unfalles an. Diese sind als Vorsorgebaustein nützlich, kosten aber natürlich auch jeden Monat zusätzlich Geld.

Eine eintretende Invalidität in Folge eines Unfalles, wird in ganz Österreich einheitlich nach der „Gliedertaxe“ berechnet. Das bedeutet, das je höher der ärztlich bestätigte Grad der Invalidität ist, desto höher auch die durch die Unfallversicherung zu zahlende Entschädigungszahlung ausfällt. Dabei kann es zu Fällen kommen, wo nach Verlust eines ganzen Körperteiles, eine Entschädigung von einem Vielfachen der Versicherungssumme von der Unfallversicherung gezahlt werden muss.

Generell besteht die Möglichkeit in einer Unfallversicherung den Todesfall auch mit abzusichern. Ratsam ist das auf alle Fälle, wenn auf keine andere Art und Weise für diese Situation vorgesorgt worden ist. Beachtet werden sollte aber immer, dass ein Todesfall in Folge einer Krankheit nicht abzusichern geht.

In der Unfallversicherung ist nur ein Todesfall, der durch einen Unfall ausgelöst wurde, abgesichert.
Einige Versicherungsanbieter bieten in der Unfallversicherung die Zahlung von Spitalgeld oder eines Tagesgeldes bei längerer Krankheit nach einem Unfall an. Das ist besonders interessant für Selbstständige und Freiberufler, die sonst keinerlei Anspruch auf Zahlung eines Krankengeldes haben, wenn sie das nicht in die private Krankenversicherung mit aufgenommen haben.

Wie bei allen anderen Versicherungen auch, werden sich die Leistungen und Tarife der einzelnen Anbieter einer Unfallversicherung immer unterscheiden. Deshalb ist vor Abschluss ein umfassender Vergleich verschiedener Anbieter immer zu empfehlen.

Unfallversicherung für Kinder

Die Kinderunfallversicherung ist eine Versicherung, die speziell für Kinder einen Versicherungsschutz anbietet. Dies wird in vielen Fällen ausser Acht gelassen, da die Meinung besteht, die gesetzliche Unfallversicherung versichert hier alle Risiken.

Hierbei gilt dennoch darauf zu achten, dass bei einer Kinderunfallversicherung auch die Freizeit, die bei Kindern noch einen sehr grossen Teil ihrer Aktivitäten ausmacht, durch die gesetzliche Unfallversicherung keiner oder nur unzureichender Schutz zuteil wird.

Da Kinder gerne aktiv sind und neue Spielräume erobern und neues entdecken möchten, sind diese natürlich auch besonders gefährdet, sich zu verletzten. Bei der Wahl einer geeigneten Kinderunfallversicherung sollte man auch darauf achten, wie lange diese gültig ist. Oft sind diese Angebote zeitlich limitiert.

Generell gilt zu sagen, dass die Unfallversicherung für Kinder von vielen Versicherern besonders günstig angeboten wird, in einigen Fällen gibt es auch Komplett-Versicherungspakete für Familien. Einen Vergleich der Angebote kann man entweder selbst durchführen oder sich hierbei auch durch einen Versicherungsmakler unterstützen lassen.