Zahnzusatzversicherung

Zahnbehandlungen und Zahnersatz werden immer kostenintensiver. Längst werden nicht mehr alle gewünschten Leistungen durch die Krankenkassen in Österreich gewährleistet. Schöne und gesunde Zähne sind bei Weitem kein reiner Aspekt des guten Aussehens. Kranke und fehlende Zähne können schließlich zu Folgeerkrankungen führen.

Durch schlechtes Kauen können Probleme im Magen und im Darmbereich auftreten. Infektionen an geschädigten Zahnwurzeln und im Kieferbereich können um sich greifen und schwer behandelbar werden. Darum ist eine Zahnzusatzversicherung eine sinnvolle Investition in die eigene Gesundheit. Gewiss ist die erste Forderung, per Vorsorge, Pflege und gesunder Ernährung möglichst viel für die Zahngesundheit zu tun, doch oft treten im Laufe des Lebens, trotz aller Vorsorge, Zahn- und Kiefererkrankungen auf, die einen Zahnersatz erforderlich machen.

Vielleicht wird sich mancher sagen: Wieso soll ich in eine Zahnzusatzversicherung zahlen, wenn ich gesunde Zähne habe? Doch auch hier sollte die Vorsorgeüberlegung an die erste Stelle rücken. Sind nämlich erst einem Zahnerkrankungen gravierender Art aufgetreten, kommt es schnell zur Ablehnung beim Versuch, eine Zusatzversicherung abzuschließen.

Nimmt der Versicherer den Antragsteller doch auf, so werden meist ziemlich hohe Zahlungen verlangt. Schließlich kann sich der Versicherer ausrechnen, dass er schon in kurzer Frist hohe Leistungen zurückgeben muss. Deshalb sollte eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen werden, wenn der Zahnzustand noch nicht bedenklich ist.

Besonders ratsam ist der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung, wenn Zähne schon häufig Füllungen bekommen mussten, sich immer wieder entzündliche Herde bilden, der Zahnarzt bei den Vorsorgeterminen darauf hinweist, dass es eventuell später Zahnprobleme mit Zahnverlust geben könnte.

Da der behandelnde Zahnarzt den Zustand der Zähne am besten beurteilen kann, ist es gut, sich mit ihm zu beraten, wie er den Zahnzustand in seiner künftigen Entwicklung beurteilen würde. Der Zahnarzt kann im Laufe regelmäßiger Kontrolluntersuchungen im Zuge der Vorsorge, bereits zeitig diagnostizieren, wo es einst zu Problemen kommen kann. Stellt er eine solche Prognose, ist die Zahnzusatzversicherung eine weit blickende, richtige Entscheidung.

Immerhin ist es besser, in die Versicherung zu zahlen, was vielfach nicht allzu teuer ist, als eines Tages vor der Frage zu stehen, woher das Geld für den horrend teuren Zahnersatz genommen werden soll. Eine solche Versicherung ist auch dann sinnvoll, wenn man von vornherein entschieden hat, dass man eines Tages als Zahnersatz Implantate oder besondere Ausführungen des Zahnersatzes wünscht. Auch kann es eine Entscheidung sein, gefährdete Zähne rechtzeitig überkronen zu lassen, um schlimmere Folge zu verhindern. Hier ist ebenfalls die Zahnzusatzversicherung gefragt.

Es handelt sich um eine Zusatzversicherung. Das setzt voraus, dass eine Versicherung in einer österreichischen Krankenkasse vorliegt. Leistungen einer Zahnzusatzversicherung beziehen sich auf herkömmlichen Zahnersatz, Implantate, Maßnahmen an den Kiefergelenken im Zuge des Zahnersatzes, Verblendungen, Brücken, Inlays, ärztliche Zahnreinigung und Laserbehandlungen.

Für den Abschluss der Versicherung muss ein aktueller Zahnbefund vorliegen, der vom Versicherer auch noch überprüft wird.
Es gibt unterschiedliche Leistungsarten der Zahnzusatzversicherung. Die weniger empfehlenswerte ist die, die sich an eine Kassenleistung anlehnt und lediglich diese faktisch aufstockt. Besser sollte es umgekehrt sein.

Die Zusatzversicherung leistet einen prozentualen Anteil, der geringe Betrag der Krankenkasse kommt dann noch dazu. Wie hoch der prozentuale Anteil ist, kann beim Vertragsabschluss in der Regel gewählt werden. Danach richten sich auch die periodischen Zahlungen. Genauestens sollte beim Abschluss einer solchen Zusatzversicherung auf die konkreten Leistungen gesehen werden, beispielsweise ob eine Keramikverblendung im gesamten Zahnbereich ausreichend bezuschusst wird, ebenso wie eventuelle Knochenbehandlung im Zuge eines Implantats.

Eine Kostenfalle sind Tarife, die auch noch zahnbehandlungsfremde Angebote beinhalten, wie Brillen und dergleichen mehr. Es kann für Zahnzusatzversicherungen keine Doppelversicherung anerkannt werden. Eine Person darf jeweils nur bei einem Versicherer eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Das gilt auch, wenn bei einer anderen Versicherung ein Kombi Tarif abgeschlossen wurde, der neben anderen Leistungen auch zahnärztliche Leistungen bezuschusst. Im Falle einer Neuentscheidung für eine ausschließliche Zahnzusatzversicherung muss dieser Vertrag erst gekündigt werden.

Von Fall zu Fall kann es sinnvoll sein, eine Zahnzusatzversicherung für Kinder abzuschließen. Das ist dann von Nutzen, wenn sehr hohe Kosten für Kieferbehandlungen, für Zahnfehlstellungen, die mit einer regulären Behandlung nicht ausreichend ausgeglichen werden können, abzusehen sind. Solche Behandlungen ziehen sich meist über sehr lange Zeit hin, oft fallen über Jahre hinweg steigende Kosten an. Auch hier sollte im Vorfeld eine Beratung mit dem Zahnarzt oder Kieferorthopäden, Kieferchirurgen stattfinden, um die Prognose zu erfahren.

Ein Rechenbeispiel für die Zusatzleistungen aus einer Zahnzusatzversicherung sei hier am Beispiel der Arag aufgezeigt. Bei einer Verblendung mit einem Kostenaufwand von 2.700 Euro kommt eine Leistung der Zusatzversicherung mit rd. 1.070 Euro zum Tragen unter Berücksichtigung der Erstattung der gesetzlichen Krankenkasse.

Sehr genau sind im Online Versicherungsvergleich die einzelnen Aufwendungen für die jeweilige Zusatzversicherung zu erfahren. Gerade bei Versicherern besteht die Möglichkeit, nicht ausschließlich auf reine österreichische Angebote zu sehen. Die meisten großen Versicherungsanbieter, die auch Zahnzusatzversicherungen anbieten, sind übergreifend in mehreren Ländern präsent. Im Zuge eines solchen Vergleichs, bei dem anonym eine Berechnung eingeholt werden kann, sollte auf keinen Fall nur auf die Zahlen, sondern immer im Vergleich auch auf die erwünschten Leistungen gesehen werden.