Österreichische Banken und Sparkassen bieten für Sparer attraktive Anlagen an. Wer sein Geld auf als Tagesgeld oder auf einem klassischen Sparkonto anlegt, darf mit einer guten Nominalrendite rechnen. Allerdings muss man Kaufkraft und Inflationsrate dagegen rechnen, um die Realrendite zu erfahren. Deshalb lohnt es sich, etwas genauer hinzusehen, wenn man sich über die Sparzinsen in Österreich informiert. Welche durchschnittliche Realrendite lässt sich also zurzeit erzielen?
Die Ermittlung der Zinsdaten
Das durchschnittliche monatliche Zinsniveau orientiert sich am Leitzins der Europäischen Zentralbank und wird auf Plattformen wie Tagesgeld.at erhoben. Zudem steht dort die Möglichkeit zur Verfügung, verschiedene Spar- und Tagesgeldangebote österreichischer Banken und Sparkassen zu vergleichen.
Für den Überblick über die aktuell erzielbare Realrendite kann das Zinsniveau mit dem Verbraucherpreisindex VPI und der Inflationsrate in Österreich abgeglichen werden. Die statistische Übersicht nimmt eine Einlagenhöhe von 50.000 Euro an.
Die monatlichen Zinsen auf österreichischen Sparkonten
Zur Erhebung des durchschnittlichen Zinsniveaus in Österreich werden die monatlichen Sparkontozinsen von 21 führenden Geldinstituten zugrunde gelegt. Je nach Angeboten und Verfügbarkeit kann die Anzahl der Anbieter variieren. Um die Daten möglichst aktuell zu halten, wird die Verzinsung von Spareinlagen der Top-5-Neukundenangebote eingebunden. Es ergibt sich ein Durchschnittszins, der das reale Marktgeschehen widerspiegelt. Nicht in den Nominal- und Realzins eingerechnet sind Steuern, wie die Kapitalertragssteuer.
Lohnen sich sichere Einlagen?
Österreichische Banken und Sparkassen bieten für klassische Spareinlagen, Festgeld und Tagesgeld ein hohes Niveau der Einlagensicherung. Seit der internationalen Finanzkrise bewegt sich das europäische Zinsniveau auf einem relativ niedrigen Stand. Zwischen 2017 und 2022 lag der Nominalzins bei nahe null. Im Gefolge der Corona-Krise ist der Leitzins wieder gestiegen. Seit 2023 ist eine deutliche Verbesserung des Nominalzinses für sichere Spareinlagen zu verzeichnen. Dies erkennt man an der Annäherung der Zinserträge an den Verbraucherpreisindex und an die Inflationsrate, die beide zurückgegangen sind.
Weitere Faktoren für das Zinsniveau
In Österreich lässt sich eine große Varianz bei den Sparzinsen – siehe auch im jederzeit aktuellen Vergleich auf Tagesgeld.at je nach Bank, Produkt und Laufzeit ausmachen. Anfang 2026 bewegen sich die Top-Angebote für Tagesgeldkonten zwischen 2,75 Prozent und zwei Prozent. Für Festgeld liegt der Durchschnittswert bei zwei Prozent. Es ist festzustellen, dass viele lokale, große und traditionelle Anbieter unter diesen Durchschnittswerten liegen, während Online-Banken bzw. Direktbanken darüber liegen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Banken, die kein Filialgeschäft unterhalten, weniger Kosten an ihre Kunden weitergeben müssen. Zudem besteht unter Online-Banken und Direktbanken ein starker Wettbewerb.
Wie sieht das aktuelle Zinsniveau aus?
Besonders gute Konditionen erzielen Neukunden von Direktbanken, die in Österreich für Tagesgeldkonten im Moment 2,75 Prozent anbieten. Traditionelle Banken halten hingegen nur Angebote zwischen 0,1 Prozent und 1 Prozent bereit. Wenn man sein Geld mindestens 12 Monate auf einem Festgeldkonto anlegt, beläuft sich das Zinsniveau bei Direktbanken auf zwei bis 2,4 Prozent. Lohnenswerte Konditionen werden außerdem ab 2025 für Bundesschatzbriefe angeboten. Bei einer Mindestlaufzeit von nur einem Monat werden sie mit 2,75 Prozent verzinst.
Beispiele für einzelne Anbieter in Österreich
Die Anfang 2026 verfügbaren Spitzenangebote für Sparzinsen ( Tipp – gesetzliche Einlagensicherung beachten ) findet man bei den folgenden fünf Direktbanken:
- Bigbank: bis zu vier Prozent
- Scalable Capital: 2,75 Prozent
- Trade Republic: 2,75 Prozent
- DKB: bis zu 2,5 Prozent
- Santander: drei Prozent für Neukunden
Es lohnt sich zuweilen aber auch ein vergleichender Blick auf die traditionellen österreichischen Banken und Sparkassen. Die Raiffeisen Banken halten für Tagesgeld ein Zinsniveau von etwas unter einem Prozent, bieten beim Festgeld aber rund zwei Prozent an. Die österreichischen Sparkassen verzeichnen ein Zinsniveau für Spareinlagen zwischen ein Prozent und 2,25 Prozent. Dabei gibt es große Unterschiede je nach Geldinstitut. Die Denizbank hält für ihre Kunden spezielle Tagesgeld- und Festgeldangebote bereit, die zwischen 2,15 Prozent und 2,4 Prozent liegen. Zu beachten sind außerdem die Sonderaktionen der Bank Austria, die ein Sparzinsniveau von rund zwei Prozent erreichen.
Was sollten Sparer beachten?
Wer eine Geldanlage mit Sparbriefen, Festgeld oder Tagesgeld plant, sollte sich über die Entwicklung des aktuellen Zinsniveaus informieren und sie mit der Entwicklung von Verbraucherpreisen, Kaufkraft und Inflationsrate abgleichen. Erst wenn man dann noch die Steuern abzieht, erhält man die tatsächliche Nettorendite. Es macht Sinn, vor allem für eine mittel- und langfristige Anlage, einen günstigen Moment in der Zinsentwicklung abzupassen.
Das durchschnittliche Zinsniveau gibt noch keinen Aufschluss über das beste Angebot. Daher lohnt es sich, verschiedene Produkte und Banken zu vergleichen. Vergleichsportale vermitteln hier eine gute Übersicht und bieten oft auch einen Renditerechner, um die reale Verzinsung zu ermitteln.
Weitere zu beachtende Faktoren sind Laufzeiten und Einzahlungslimits. Viele Angebote im Bereich von Sparbriefen und Festgeld sind an Laufzeiten und Mindestbeträge gebunden.
Viele Banken und Sparkassen bieten Sonderangebote für Neukunden. Wer sich für einen neuen Anbieter entscheidet, kann in manchen Fällen von überdurchschnittlichen Sparzinsen profitieren.
Beachten Sie, dass Direktbanken vielfach attraktivere Konditionen anbieten als traditionelle und lokale Banken. Allerdings verfügen sie nicht über dasselbe Niveau an Service und Beratung.
Sparzinsen in Österreich nach Anlagedauer
Ein oft unterschätzter Faktor bei der Geldanlage ist die Anlagedauer. Insbesondere beim Tagesgeld steigen die verfügbaren Zinssätze spürbar mit der Dauer der Anlage. So bringt eine dreimonatige Anlage im aktuellen Durchschnitt 0,98 Prozent. Legt man das Geld aber 120 Monate auf dem Tagesgeldkonto an, ergibt sich ein durchschnittlicher Zinssatz von 2,15 Prozent. Hier ein kompakter Überblick zum Verhältnis von Anlagedauer und Sparzinsniveau:
- 3 Monate: 0,98 Prozent
- 6 Monate: 1,16 Prozent
- 9 Monate: 1,57 Prozent
- 12 Monate: 1,75 Prozent
- 18 Monate: 1,82 Prozent
- 24 Monate: 1,75 Prozent
- 36 Monate: 1,88 Prozent
- 48 Monate: 2,09 Prozent
- 84 Monate: 2,03 Prozent
- 120 Monate: 2,15 Prozent
Machen Spar-, Tages- und Festgeldanlagen noch Sinn?
Viele Anleger suchen sich in Anbetracht der lang anhaltenden Niedrigzinsphase auch in Österreich Anlageformen mit einem höheren Dividendeversprechen. Dies sind zum Beispiel Aktien, ETF und Fonds. Allerdings sind solche Anlagen mit Risiken verbunden.
Sinnvoll ist es deshalb, die Sparsummen auf verschiedene Anlageformen aufzuteilen, die sich in Anlagedauer und Risikoniveau unterscheiden. Darüber hinaus sollten Sie stets neue Angebote vergleichen und im Bereich Tages- und Festgeld gegebenenfalls über einen Anbieterwechsel nachdenken.
Fazit: Lohnt sich ein Anlagenwechsel?
Wenn das aktuelle Sparkonto schlecht verzinst ist, während das durchschnittlicher Sparzinsniveau steigt, lohnt sich ein Wechsel zu attraktiveren Angeboten. Diese findet man über einen Tagesgeld- und Festgeld-Vergleich schnell und zuverlässig. Allerdings ist bei Sonderangeboten einiges zu beachten. Vielfach gelten sie nur für Neukunden. Zudem sollten Sie sich genau über Konditionen, Laufzeit und Mindestbeträge informieren. Bei variabel verzinsten Anlagen muss man besonders genau hinsehen. Achten sollten Sie außerdem auf die Kündigungsbedingungen. Viele Anlagen sind an Mindestlaufzeiten gebunden.
Fakt ist: Auch bei guten Sparzinsen „wobei gut relativ ist“ gilt – je höher die Inflation, desto niedriger die Realrendite – umso wichtiger ist es, den jeweiligen Bestbieter für Tagesgeld und Festgeld zu wählen und sich je nach Risikowunsch zu Geldanlage-Varianten und Optionen zu informieren. Natürlich ist es auch sinnvoll, nicht notwendige Fixkosten zu reduzierenj ( Strompreis, Gaspreis, Handytarife, Internettarife, Abos – vieles lässt sich in wenigen Minuten wechseln oder kündigen etc. )